Nach dem Lockdown war die Familie das erste Mal wieder im Haustiergarten Mallnow "und Lina hat sich spontan verliebt", erzählt Gumprecht. Also gab es eine Patenschaft für ein Jahr und der Kindergeburtstag wurde im Schweinestall gefeiert. Lina, ihre Geschwister und Freunde schnappten sich Farben und Pinsel und verschönerten den Stall. Und das Schwein? "Das schnarchte seelenruhig und war völlig desinteressiert", erzählt Anja Gumprecht lachend. Eigentlich hatte sie gedacht, den Geburtstag am Nachmittag zu feiern, stattdessen begann der Tag bereits um 8.30 Uhr, sodass die Kinder bei der Fütterung dabei sein konnten.
Das Problem, nicht zu wissen, was sie den Kindern schenken sollen, hätten sicherlich viele Eltern und andere Verwandte, sagt die Mutter dreier Kinder. Bei der Geburtstagsfeier im Tiergehege sei das alles von selbst gelaufen. Die Kinder hätten sich vier, fünf Stunden dort aufgehalten. "Wir hatten gar keine Art von Bespaßung dabei", erzählt sie. Zwar gab es Pommes und Kuchen, die Kinder spielten auf dem Spielplatz und sprangen in einen See. "Aber sie waren von ihrer Arbeit so belohnt und sehr zufrieden, wir brauchten gar keine Gummibärchen oder Sackhüpfen."
Den Haustiergarten entdeckte die Familie vor einigen Jahren, als Anja Gumprecht einen Reiseführer für Familien fürs Oderland schrieb. Manchmal sind sie aber auch im Wildpark in Rosengarten. Dort kann man ebenfalls Pate verschiedener Tiere werden. Am beliebtesten sind die Meerschweinchen und Präriehunde, erzählt Sabrina Nielen, Sprecherin der Wichern-Diakonie. Eine einjährige Patenschaft für die Tiere kostet 25 Euro. "Das hat bei uns eher einen symbolischen Charakter", sagt sie. Wer Pate wird, darf also nicht einfach mal Meerschweinchen mit nach Hause nehmen oder auf einem Pony reiten. "Das Geld für die Tierpatenschaft fließt in die Pflege, Fütterung und Erhaltung der ganzen Wildparkfamilie." Wer am Gehege steht, fühle sich mit Sicherheit mit der Rasse oder dem Tier verbunden.
Die Lieblingstiere von Marcel Hensel, der seit 2006 im Wildpark arbeitet und dort seit ein paar Jahren Sicherheitsbeauftragter ist, sind die Präriehunde. Auch mit den Meerschweinchen kennt er sich aus, baut schnell eine kleine Barrikade im Stall auf, um zwei einzufangen. "Die jungen lassen sich leichter fangen als die älteren", sagt er währenddessen.

Name am Gehege angebracht

Auch für größere Tiere können Patenschaften übernommen werden. Wild- und Hängebauchschweine kosten 50 Euro, Ziegen und Schafe 75. Am teuersten sind die Auerochsen mit 250 Euro. Neben einer Spendenbescheinigung und einer Urkunde kann auf Wunsch auch der Name der Paten am Gehege angebracht werden. Kinder können mit Einverständnis der Eltern Paten werden, ebenso wie Klassen oder Sportvereine. Das Jahresspendenprojekt ist ein Gehege für drei Nasenbären, das 2021 entstehen soll. Das Ziel ist, 100 Nasenbären-Patenschaften zu erreichen.
Für Familie Gumprecht wird Schwein Susi nicht das letzte Patentier gewesen sein. Eine der Töchter will unbedingt Patin eines Pfaus werden.
Kontakt: Wildpark Rosengarten, Am Wildpark 2, Patenschaftsantrag über wildpark-frankfurt-oder.de oder am Kassenhäuschen. Haustiergarten Mallnow, Bruchweg 6, Kontakt über Arbeitsinitiative Letschin  033475 50961