Wohnen
: Ein Złoty pro Quadratmeter – Neue Sozialwohnungen in Słubice

Mit steigenden Mieten, konnten sich zuletzt weniger Słubicer eine Wohnung leisten. Die Stadt hat reagiert, 19 neue Sozialwohnungen wurden nun fertig.
Von
Nancy Waldmann
Slubice
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In den frisch sanierten Wohnblock in Słubice in der ulica Krótka 12 zieht allmählich Leben ein. 19 Sozialwohnungen für Menschen mit geringem Einkommen entstanden hier. Ende Dezember übergab der Bürgermeister die Schlüssel.

Nancy Waldmann

Innen befinden sich die modernsten Sozialwohnungen der Stadt – Ein- und Zwei-Zimmer-Wohnungen, im Erdgeschoss für Rollstuhlfahrer zugänglich.

Die Miete ist hier deutlich geringer als auf dem angespannten Słubicer Wohnungsmarkt, wo nahezu deutsche Kaltmieten um die 1700 Złoty (400 Euro) für eine Zwei-Zimmer-Wohnung üblich sind. Wer eine Sozialwohnung bewilligt bekommt, zahlt einen Złoty Kaltmiete pro Quadratmeter, Gas, Wasser, Strom und sonstige Nebenkosten kommen dazu. Der Bedarf an Wohnraum für Einkommensschwache ist in den letzten Jahren gestiegen. Mehr Menschen stellten einen Antrag beim ZAMK – jene Stelle, die das kommunale Eigentum verwaltet und deren Chef Krzysztof Radkiewicz ist. „54 Sozialwohnungen standen bislang zur Verfügung, jetzt haben wir 73“, sagt Radkiewicz. 19 Anträge lagen vergangene Woche vor.

2017 warteten fast 50 Personen oder Familien auf eine vergünstigte Mietwohnung. Damals beschloss der Stadtrat, das leerstehende marode Gebäude in der ul. Krótka für 2,4 Millionen Złoty (565 000 Euro) umzubauen. Mit einer Million Złoty subventionierte die Staatsbank BGK das Vorhaben der Stadt. In zwei Bauetappen wurde zwei Jahre saniert.

Einige Wohnungen seien inzwischen bezogen, sagt Radkiewicz. Neun sind noch frei. Über die Anträge berät eine ehrenamtliche Kommission. Um Anspruch auf eine Sozialwohnung zu erlangen, müsse man einen ständigen Wohnsitz in Słubice nachweisen und Einkommensnachweise vorlegen, die eine bestimmte Grenze nicht überschreiten dürfen. „Bei Familien liegt sie um die 830 Złoty pro Familienmitglied“, sagt Krzysztof Radkiewicz. Ein Betrag zwischen Brutto- und Nettoeinkommen. Nur manche Versicherungsbeiträge werden mit angerechnet. Auch das von der PiS-Regierung eingeführte Kindergeld mindert den Anspruch nicht. Zudem entscheidet die Dringlichkeit der aktuellen Lebenssituation. "Einer Mutter mit krankem Kind geben wir schneller eine Wohnung, auch wenn sie erst später als ein anderer Bewerber den Antrag gestellt hat“, so Radkiewicz. Der Mietvertrag ist befristet, meist auf ein oder zwei Jahre, dann wird die Bedürftigkeit erneut geprüft. Wer Mietschulden bei Radkiewiczs Verwaltung anhäuft, könne irgendwann zwangsgeräumt werden und in eine „vorübergehende Unterkunft“ verwiesen werden, die die Stadt bis zu einem halben Jahr bereit halte, sagt Radkiewicz.

800 kommunale Wohnungen

Begehrt dürften die neue Adresse auch deswegen sein, weil jede Wohnung ein eigenes Bad und eine eigene Küche hat. In bestehenden Sozialwohnungen gibt es oft Gemeinschaftsküchen und -bäder, jedenfalls im Haus in der ul. Jagiellonczyka. Die übrigen Sozialwohnungen sind über die Stadt verteilt im kommunalen Bestand. Über insgesamt 800 Wohnungen verfügt die Stadt, auch für eine kommunale Wohnung zahlt man weniger Miete als auf dem privaten Mietmarkt.