Zecken in Polen: Warum in den Wäldern von Lebus Vorsicht geboten ist

Zecken treten bereits bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt auf. Man kann sich unter anderem durch lange Kleidung vor Zeckenbissen schützen. (Symbolfoto)
Holger Hollemann/dpa- Zecken in Polen übertragen Borreliose, die zu schweren Krankheiten führen kann.
- In Lebus gab es einen Anstieg der Borreliose-Fälle; 2023 wurden in Polen 104.000 Fälle registriert.
- Zecken aktiv ab Temperaturen über 0°C; Schutz durch lange Kleidung und chemische Sprays.
- Nach dem Aufenthalt in der Natur Kleidung ausschütteln und Körper absuchen.
- Wanderröte ist ein häufiges Infektionszeichen, Antibiotikabehandlung ist erforderlich.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Langsam wird es Zeit, die Wintermäntel und Stiefel abzulegen. Die Temperaturen steigen, der Frühling liegt in der Luft – ideale Bedingungen, um Zeit im Freien zu verbringen, umgeben von grüner Natur. Doch mit der Freude am Frühling kommt auch die Gefahr durch Zecken.
Diese kleinen Parasiten können gefährliche Krankheiten wie Borreliose auf den Menschen übertragen. Die Krankheit kann sich über Monate oder sogar Jahre hinweg entwickeln und erfordert eine frühzeitige Behandlung – schon bei den ersten Symptomen ist eine Antibiotikatherapie notwendig.
Bleibt sie unbehandelt, kann Borreliose zu neurologischen Störungen, Herzproblemen oder Gelenkerkrankungen führen. In schweren Fällen kann sogar ein Krankenhausaufenthalt mit anschließender Rehabilitation erforderlich sein.
Immer mehr Borreliose-Fälle in Lubuskie und in Polen
Schon Temperaturen über dem Gefrierpunkt reichen aus, damit Zecken aktiv werden. „Zecken gibt es fast überall, aber am häufigsten findet man sie in Büschen im Wald. Je dichter das Gebüsch, desto mehr Zecken gibt es – besonders in Laubwäldern mit vielen Sträuchern“, erklärt Anna Gandecka, Pressesprecherin des Forstamtes Rzepin in der Woiwodschaft Lebus.
In der Region ist ein Anstieg der Borreliose-Fälle zu verzeichnen. Allein in den letzten Jahren mussten sich sechs Mitarbeiter des Forstamtes wegen der Krankheit behandeln lassen. „Das Problem nimmt zu“, betont Anna Gandecka. Laut Daten des Nationalen Gesundheitsfonds wurden 2023 in Polen 104.000 durch Zecken übertragene Erkrankungen registriert. Zum Vergleich: 2020 waren es noch 86.000 Fälle.
Wie erkennt man eine Borreliose-Infektion nach dem Zeckenstich?
Zum Schutz vor Zecken empfiehlt Anna Gandecka: „Beim Spaziergang im Wald sollte man lange Hosen, hohe Schuhe und ein langärmeliges Shirt tragen. Nach dem Aufenthalt in der Natur ist es wichtig, die Kleidung gründlich auszuschütteln. Zudem sollte man auf ausgewiesenen Wegen bleiben und direkten Kontakt mit Büschen und niedrigem Bewuchs vermeiden.“ Zusätzlich können chemische Sprays verwendet werden, die Zecken fernhalten.

Ein runder roter Fleck oder Ring auf der Haut ist oft ein eindeutiges Zeichen für eine Borreliose-Infektion - auch wenn keine Zecke mehr gefunden wird. Am besten gleich ins Krankenhaus: Je früher die Antiobiotika-Behandlung startet, umso besser
Leonard PalmInnerhalb von 1 bis 6 Wochen nach einem Zeckenbiss kann sich an der Bissstelle eine kreisförmige Hautrötung bilden, die sich langsam ausdehnt. Diese sogenannte Wanderröte ist oft das erste Anzeichen einer Infektion, tritt aber nicht in jedem Fall auf. Begleitende Symptome können Fieber, Müdigkeit, Kopfschmerzen und allgemeine Abgeschlagenheit sein.
Zecken schnell entfernen senkt das Borreliose-Risiko
Deswegen sollte man am besten nach jedem Ausflug in die Wildnis den Körper nach Zecken absuchen. Entdeckt man eine Zecke auf der Haut, gibt es zwei Möglichkeiten: Sie entweder selbst entfernen oder einen Arzt aufsuchen. „Bei Kindern oder wenn die Zecke tief in der Haut steckt, sollte man ins Krankenhaus gehen“, rät Anna Gandecka. „Das Borreliose-Bakterium befindet sich im Darm der Zecke und benötigt etwa 12 bis 24 Stunden, um in den menschlichen Körper zu gelangen. Wer eine Zecke schnell entfernt, verringert das Infektionsrisiko erheblich.“
Spezielle Werkzeuge zur Entfernung von Zecken sind in Apotheken erhältlich. Nach der Entfernung sollten hygienische Maßnahmen getroffen werden, etwa das Waschen und Desinfizieren der Haut mit Wasserstoffperoxid oder einem anderen geeigneten Desinfektionsmittel.


