Zuckertüten: So sehen Einschulungen in Frankfurt (Oder) in Zeiten von Corona aus

Bunte Schultüten, wie hier an der Grundschule Am Botanischen Garten, gibt es trotz Corona natürlich auch in diesem Jahr. Ansonsten sehen die Einschulungen jedoch etwas anders aus.
Lisa MahlkeSchulleitungen, Lehrer, Horterzieher geben sich jedoch Mühe, am Samstag nichtsdestotrotz einen festlichen Rahmen zu schaffen. An der Grundschule Am Botanischen Garten hatte man sich zwei Varianten überlegt, erzählt Schulleiterin Susann Rehberg. Variante A, die wie sie sagt bessere Variante, sieht vor, dass es eine Einschulungsfeier gibt und die drei Klassen danach in ihre erste Unterrichtsstunde dürfen. Hätte das Bildungsministerium jedoch beschlossen, dass die Klassen in zwei Lerngruppen geteilt werden müssen, hätten die Erstklässler nicht im Klassenverband, sondern in Gruppe 1 und 2 das erste Mal in die Klassen gemusst.
Anders ist in diesem Jahr auch der Ort der Einschulung. Normalerweise findet diese im Atrium des Albert–Hirsch–Seniorenheims statt. Um bei den drei Durchgängen — jedes Kind darf zwei Begleitpersonen dabei haben — genügend Abstand wahren zu können, wird die Turnhalle in diesen Tagen schön dekoriert. Die Eltern dürfen nicht, wie das sonst üblich ist, die Zuckertüten im Klassenraum überreichen, sondern müssen das im Anschluss auf dem Schulhof machen.
Die Übergabe wird auch an der evangelischen Grundschule anders als sonst ablaufen, sagt Schulleiterin Anke Adolph, die die Namen der neuen Schüler vorlesen wird. „Die Zuckertüten dann mit Handschuhen zu überreichen, wird komisch sein“, sagt sie. Allerdings sei sie auch bei der Zeugnisausgabe für die Sechstklässler im Juni skeptisch gewesen, weil es zwei Gottesdienste gab. „Das war aber trotzdem schön“, erzählt sie. Die beiden ersten Klassen werden am Samstag aber in einem Durchgang in der St.-Georg–Kirche ins Schulleben eingeführt, so wie in den Vorjahren auch. Jedes der 37 Kinder darf zwei Erwachsene mitbringen. Das Ritual eines Anspiels durch die Zweitklässler findet in diesem Jahr nicht statt. „Aber es gibt einen Gottesdienst, bei dem die Orgel spielt, die Glocken erklingen — das wird mit Sicherheit feierlich sein.“ Trotz der Umstände, unter denen das neue Schuljahr beginnt, klingt Anke Adolph richtig glücklich, als sie sagt: „Auf die Kleinen freue ich mich.“
An der Hansaschule mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt geistige Entwicklung werden am Montag fünf Schüler in der Turnhalle eingeschult, einige haben ihre Eltern dabei. Da die Gruppe klein ist, wird die Einschulung nicht anders als in den Vorjahren ablaufen. An anderen Schulen, zum Beispiel an der Friedensgrundschule, sind ebenfalls zwei Verwandte zur Feier erlaubt, ob nun beide Eltern oder Vater und Großmutter oder Mutter und Großvater, sei egal.
Einschulungsfeier in kleinster Form
Das ist auch an der Erich–Kästner–Grundschule so. In der Aula stehen die Stühle noch von der Zeugnisausgabe der 6. Klassen im Juni weit auseinander. „Die Erstklässler bekommen eine Einschulungsfeier, aber in minimalistischer Form“, erklärt die stellvertretende Schulleiterin Henriette Büttner. Traurig macht sie, dass die kreative Seite generell sehr eingeschränkt sei. Die Musiklehrerin macht das an einem Beispiel fest: In der dritten Klasse haben die Schüler eigentlich Flötenunterricht. Aber das Unterrichten von Blasinstrumenten ist momentan untersagt. „Da muss man sich erst reindenken und umdenken“, sagt sie. Das werfe alles über den Haufen. Ein Ritual bei der feierlichen Einschulung ist aber geblieben: Als erstes, noch vor den Schülern, werden die Klassenlehrer und Erzieher „eingeschult“.