112: Feuerwehr im Einsatz: DMAX begleitet Feuerwehr Fürstenwalde mit der Kamera

Martin Haschick, Feuerwehrmann aus Fürstenwalde, beim Interview mit einem Kamerateam.
Christoph MannWohnungsbrand in Fürstenwalde, die Bilder aus dieser Nacht sind dramatisch. Während ein Teil der Feuerwehrleute die Bewohner des brennenden Plattenbaues mit Drehleitern von den Balkons rettet, versuchen andere Trupps, den Brandherd im Keller zu finden. Schwarzer, giftiger Rauch im Erdgeschoss. Maske auf und rein. Die Kameraden können nicht viel sehen.
„Die Sicht ist Handbreite vor den Augen“, sagt einer. Rettungssanitäter kümmern sich inzwischen um die Menschen, die die Feuerwehr aus dem Haus geholt hat. Inzwischen ist auch der Nachbaraufgang voller Rauch. Auf der Rückseite des Gebäudes findet ein Erkundungstrupp endlich den Brandherd, der Keller steht in Vollbrand. „Wasser Marsch!“ Vier Minuten später: „Feuer aus!“
DMAX: Feuerwehr Fürstenwalde Teil einer Doku-Reihe
Diese Szenen sind in der TV-Doku-Reihe „112: Feuerwehr im Einsatz“ zu sehen. Die Hamburger Produktionsfirma Filmreif TV produziert das Format für den Fernsehsender DMAX. Seit einem Jahr ist auch die Fürstenwalder Feuerwehr Teil der Doku, neben anderen Städten, wie Dresden, Potsdam, Chemnitz. Dazu kommen immer wieder Filmteams in die Stadt, begleiten und interviewen die Feuerwehrleute.
DMAX begleitet den Aufbau in der Fahrzeughalle
Ein Donnerstagvormittag im Juni. Um 10 Uhr fährt das Kamerateam aus Hamburg auf den Hof der Fürstenwalder Feuerwehr. Im Gepäck haben sie zwei Kameras, Licht- und Tontechnik und jede Menge Fragen. In der Fahrzeughalle bauen sie das Set für ein Interview auf. Kamerafrau Saskia Janine Reimann sorgt sich als Erstes darum, dass die Fahrzeuge in der Halle eine gute Flucht bilden.
Ein Feuerwehrmann hilft und fährt die Autos ein Stück vor oder zurück, wie es gebraucht wird, bis die Kamerafrau zufrieden ist. Dann wird das Licht gesetzt und das Bild eingerichtet. Redakteur Jan Wollenweber stellt sich dafür als Double zur Verfügung. Ist alles perfekt, kann Feuerwehr Martin Haschick ans Set kommen.

In der Fahrzeughalle der Feuerwehr Fürstenwalde baut die Filmcrew ihr Set auf.
Christoph MannDie Filmcrew zeigt Haschick, was vorbereitet wurde. Es sind diesmal vorgeschnittene Szenen von einem Einsatz bei einem Grundstückbrand in Fürstenwalde. Diese Szenen werden später von einem Off-Erzähler und den beteiligten Feuerwehrleuten kommentiert. Dafür wird jetzt das Interview aufgezeichnet. Martin Haschick war als Einsatzleiter als einer der ersten vor Ort. Das Filmmaterial stammt von den Bodycams, die die Feuerwehr von der Produktionsfirma für die Doku bekommen hat. Die Feuerwehrleute tragen diese Kameras in Brusthöhe. Hautnah und live werden die Einsätze mitgeschnitten. Nichts ist gestellt, alles authentisch. Martin Haschick erinnert sich beim Anblick der Bilder sofort wieder an die Ereignisse, die schon etwas zurückliegen.
Feuerwehr Fürstenwalde bei DMAX – Interview mit Routine
Einmal in die Hände klatschen ersetzt die Klappe, die die Kameras synchronisiert. Martin Haschick hat Routine. Versiert beantwortet er die Fragen des Redakteurs, schildert den Verlauf. Anfahrt, Erkundung der Lage, aufgeregte Bürger, dichter, schwerer Qualm. Die Kamerafrau unterbricht. Die Sonne hat sich durch die Wolken gekämpft. Das stört. Das Bild muss nochmal neu eingerichtet werden. Fertig, klatschen, weiter geht es. Was jetzt noch stören kann, ist ein echter Einsatz, der akut reinkommt. Dann müsste die Filmcrew lossprinten, schnell alles abbauen und mit der Feuerwehr losfahren. Dazu dürfen sie sogar im Einsatzfahrzeug sitzen. Ein echter Einsatz kommt heute aber nicht.
Darum hat die Feuerwehr Fürstenwalde Kuscheltiere dabei
Nicole Vasiljuk von Filmreif TV erzählt, dass sie bei ihrer Arbeit an der Doku einen unendlichen Respekt vor der Arbeit der Feuerwehrleute bekommen hat. Immer wieder habe sie bei den Einsätzen festgestellt, wie vielseitig die Aufgaben der Feuerwehrleute sind und mit welcher Routine und Professionalität diese bewältigt werden.
Was zu drastisch ist, wir nicht gezeigt. Besonders in Erinnerung ist ihr ein Fall, bei dem ein Kind aus einem Auto auf dem Parkplatz eines Einkaufszentrums geholt werden musste. Die Supermarktkassen hatten anscheinend den Funk des Autos gestört und es automatisch verriegelt. Die Feuerwehr konnte das Kind befreien, das zum Glück wohlauf war und für sein tapferes Durchhalten mit einem Kuscheltier belohnt wurde. Das haben die Feuerwehrleute für solche Fälle immer dabei.
Auch Uwe Pietsch-Kropf von der Feuerwehr Fürstenwalde hat schon für Interviews vor der Kamera von Filmreif gesessen. „Es ist gewöhnungsbedürftig, sich selbst im Fernsehen zu erleben“, sagt er, schließlich wollte er ja nicht Schauspieler werden. Man lerne jeden Tag dazu. Aufgeregt ist er jedenfalls nicht, wenn das Filmteam kommt. Er wurde auch schon auf der Straße angesprochen, weil Bekannte ihn im Fernsehen wiedererkannt hatten. Wenn er die Doku schaut, interessiert ihn besonders, wie die Kollegen in den andren Orten an die Aufgaben herangehen und sie bewältigen.



