Unsicherheiten im Vorfeld
Am Sonnabend, also schon einen Tag zuvor, waren die Schulanfänger in Schöneiche dran. In der Storchenschule hatten Lehrer und Lehrerinnen ob des neuerlichen Anstiegs der Corona-Fallzahlen lange gebangt, ob überhaupt eine gemeinsame Zeremonie stattfinden kann.  "Es war lange wacklig", erzählt Schulleiterin Sandra Wendt gleich zu Anfang der offiziellen Feier in der Schulturnhalle. "Dürfen wir, dürfen wir nicht?", war die Frage, die sie und ihre Kolleginnen oft beschäftigte. Und schließlich durfte man, aber es gab Einschränkungen. Planungsunsicherheiten und mangelnde Proben-Gelegenheiten trugen sicher an vielen Schulen dazu bei, das Programm dieses Mal weniger opulent zu gestalten als sonst.
In der Storchenschule durften wegen der Abstandsregel pro Familie nur vier plus Schulanfänger kommen. Die Schöneicher Familie Schal hatte Glück: "Wir haben Zwillinge und durften insgesamt acht mitbringen", erzählt Jessamine Schal, Mutter der Schwestern Feline und Linea, lachend. So konnten auch die Omas, der Opa, Tante und Cousins mit. Am Nachmittag kamen noch Nachbarn und Freunde zu Besuch.
Während die Kinder ihr Klassenzimmer kennenlernen, gibt es in der Turnhalle die erste Elternversammlung, bei der zu konkreten Corona-Schutzregeln aufgeklärt wird. Sie kommen vom Ministerium und gelten ab Montag in der Storchenschule wie in allen Brandenburger Grundschulen: Maskenpflicht, Eltern müssen sich am Schultor verabschieden. Der 1,50-Abstand gilt nur noch für Lehrer. Kinder mit Erkältung bleiben zu Hause und so weiter.
Als die Zwillinge den Schulhof der Storchenschule verlassen, machen sich andere Familien schon für den zweiten Durchlauf bereit. Unter den neu Ankommenden ist Camilo, der eine ganz besondere Schultüte dabei hat.  Sie ist rot und sieht aus wie ein Drachen: "Camilo hat sie selbst gebastelt", erzählt Mutter Anne Marschel stolz. Die Familie ist gerade erst nach Schöneiche gezogen. Von der neuen Schule hat Anne Marschel bisher einen guten Eindruck gewonnen: "Ich bin froh, dass mein Sohn hier zur Schule geht, Camilos Lehrerin ist sehr engagiert", lobt sie.
Hüpfburg im Garten
Auch bei Emmas Einschulung in die Fürstenwalder Freie Rahn Schule spielte das Thema Corona ein Rolle.  Bei der Einführung am Sonntag im Bad Saarower Theater am See durften jeweils lediglich die beiden Eltern mitkommen. Emmas Stimmung wurde dadurch aber nicht getrübt. "Es war eine schöne Atmosphäre, die älteren Kinder vom Tanzkreis der Schule haben uns vorgetanzt", erzählt Franziska Rose, Emmas Mutter. Am Sonntagnachmittag wurde dann mit Verwandten und Freunden im Garten gefeiert. Dafür hat sich die Familie extra eine Hüpfburg angemietet.
Emma möchte später einmal Turnierreiterin werden, doch zwischen ihr und dem Traumberuf liegen noch einige Jahre Schulzeit.