Alte Ziegelei: Solaranlagen oder Schafsweide auf der Deponie
Rund 14 Millionen Euro muss das kreiseigene Unternehmen KWU Entsorgung dafür berappen. Zur Entlastung überbrachte am Donnerstag Ulrich Stock, Leiter der Abteilung Technischer Umweltschutz beim Brandenburgischen Landesamt für Umwelt, 3,2 Millionen Euro EU–Fördermittel. Während die Planierraupen auf der Abfallhalde ihre Bahnen zogen, überreichte er die schriftliche Zusage an Landrat Rolf Lindemann. Der freute sich, dass der Kreishaushalt nicht belastet wird und „wir unseren Nachfahren nicht unseren Mist hinterlassen“.
Von 1969 bis 2011 ist der Abfall hier zu Bergen aufgetürmt worden. Seitdem wird der Haushalts– und Gewerbemüll aus dem gesamten Oder–Spree–Kreis zur Abfallverarbeitungsanlage nach Niederlehme gebracht. Nur noch Bauschutt wird in der Alten Ziegelei gelagert. „Die Kapazitäten reichen noch etwa zwölf Jahre“, informiert René Schardin, stellvertretender KWU–Werkleiter. Auch er freut sich über die Millionenspritze. „Eine Erhöhung der Abfallgebühren aufgrund der Endabdeckung der Haushaltsabfalldeponie ist derzeit nicht vorgesehen.“
Schicht soll 100 Jahre halten
Die Errichtung eines endgültigen Oberflächenabdichtungssystems ist eine komplizierte Angelegenheit. Zuerst wird die Fläche verdichtet, darauf kommen Gasdränschichten und Kunststoffverdichtungsbahnen. „Wenn die vernünftig eingearbeitet werden, so dass kein Wasser eindringen kann, hält sie wenigstens 100 Jahre“, ist Fachmann Ulrich Stock überzeugt. Ganz zum Schluss kommt eine Schicht Rekoboden drauf und dann wird eingesät. Auf dem hügligen Rasen könnten in einigen Jahren Solaranlagen errichtet werden oder Schafe weiden. „Das machen wir ja schon auf unseren geschlossenen Deponien Friedländer Berg in Beeskow und in Petersdorf“, sagt René Schardin.
Verantwortlich für die Planung der ersten beiden Bauabschnitte ist Projektleiter Michael Schwarz von der Rostocker BN–Umwelt GmbH, für die Bauarbeiten Jörg Kanig von der Firma Oevermann. Die Ausschreibungen für den dritten Bauabschnitt laufen noch. Aufgrund des austretenden klimaschädlichen Methangases hat die Abdichtung auch einen positiven Aspekt fürs Klima. Laut Berechnung (Methangas wird in CO2 umgerechnet) des Projektleiters werden in den nächsten 30 Jahren rund 75 000 Tonnen CO2 in der Alten Ziegelei eingespart. „In den abgedichteten Bereichen kommen wir dann fast auf Null“, prognostiziert Michael Schwarz.

