Bahn RE1: Zwei Dramen bei Fürstenwalde – Strecke zwischen Frankfurt (Oder) und Erkner gesperrt

Unfall am Bahnübergang Berkenbrück am 24. Februar. Feuerwehr und Polizei haben ihn ab 15.30 Uhr gesperrt.
Manja WildeGegen 15.30 Uhr ist eine Frau in der Nähe des Bahnhofs Berkenbrück auf die Schienen gestürzt. „Sie lag auf Höhe des Bahnsteigs verletzt im Gleis und konnte nicht selbstständig aufstehen“, berichtete Marcel Erben, Einsatzleiter der Freiwilligen Feuerwehr Berkenbrück. Ein RE1-Zug konnte rechtzeitig halten, so dass die Frau nicht erfasst wurde. Das bestätigte auch der Sprecher der Bundespolizei, Jens Schobranski. Wie Erben weiter sagte, war auch ein Rettungshubschrauber vor Ort. Die Frau wurde in ein Krankenhaus gebracht.
Nach Aussage von Schobranski wurde bei der Bremsung des Zugs kein Fahrgast verletzt. Polizei und Feuerwehr sperrten den Bahnübergang. 24 Einsatzkräfte von Wehren aus Berkenbrück, Fürstenwalde, Briesen und Falkenberg waren im Einsatz. Um 16 Uhr wurden zunächst die Schranken des Bahnübergangs wieder geöffnet, der Bahnsteig blieb weiter gesperrt. 16.10 Uhr fuhr der gestoppte Zug vollständig in den Bahnhof ein. Die Menschen, die so lange darin ausgeharrt hatten, konnten aussteigen. Der RE1 sollte dann wieder zurück nach Frankfurt (Oder) fahren.

Marcel Erben, Einsatzleiter der Feuerwehr, am Nachmittag am Bahnhof Berkenbrück. Gegen 16.10 Uhr ist der Zug vollständig in den Bahnhof eingefahren. Die Menschen dürfen ein- und aussteigen.
Manja WildeDie Strecke in Richtung Fürstenwalde war wegen einer Störung an einer Bahnschranke noch nicht freigegeben, sagte Schobranski. Die Bundespolizei nehme jetzt Ermittlungen auf, um festzustellen, wie es zu dem Sturz der Frau ins Gleisbett kam.
Tödlicher Unfall bei Fürstenwalde
Der Vorfall war der zweite an diesem Tag, der zu massiven Beeinträchtigungen im Verkehr auf der RE1-Strecke führte. Zahlreiche Pendler kamen bereits mit Bussen aus Fürstenwalde an. Viele von ihnen waren seit Stunden unterwegs, denn bereits gegen 11.25 Uhr hatte sich ein tödlicher Unfall auf der RE1-Strecke bei Fürstenwalde ereignet – am Bahnübergang Buschgarten. „Nach den Angaben eines Zeugen könnte es sich um eine Frau handeln“, sagte Polizeisprecher Roland Kamenz. Das müsse jedoch geprüft werden.
Die Strecke musste bis zur Freigabe durch die Untersuchungsbehörden gesperrt bleiben, teilte die Bahn am Mittag mit. Für die rund 100 Reisenden, die in dem Eurocity saßen, sollte ein Ersatzzug zum Umsteigen beschafft werden. Der Fern- und Güterverkehr wurde über Cottbus umgeleitet. Für den Regionalverkehr sollte ein Ersatzverkehr mit Bussen organisiert werden.
Richtung Bad Saarow fahren Ersatzbusse
Laut DB sollte nur die Strecke Fürstenwalde – Berkenbrück gesperrt sein. Das Störungsende wurde zunächst von einem Bahn-Sprecher mit 14.30 Uhr angegeben. Am Bahnhof Fürstenwalde hatten sich um die Mittagszeit bereits große Menschenmengen angesammelt. In Richtung Bad Saarow fuhren schon Busse. Vom Bahnhof Fürstenwalde verkehrten aber auch keine Züge nach Erkner, berichteten Taxi-Fahrer.
Gegen 14.30 Uhr traf am Bahnhof noch ein Schienenersatzverkehr-Bus ein. Die Durchsage am Gleis bringt den Wartenden keine guten Nachrichten: Der RE1 um 14.38 Uhr nach Eisenhüttenstadt „fällt heute aus“. Laut Anzeige fuhr er zurück nach Brandenburg (Havel). In der App DB-Navigator hieß es, dass weiterhin in beiden Richtungen mit Verspätungen und Ausfällen zu rechnen sei.

Bahnunfall nahe Fürstenwalde: Rettungsdienst, Polizei und Feuerwehr sind am Übergang Buschgarten im Einsatz.
Andreas SchmaltzWie Polizeisprecher Roland Kamenz erklärte, lief der Einsatz der Polizei nahe dem Bahnübergang Buschgarten bei Fürstenwalde auch um 14.45 Uhr noch. „Ein Bestatter wurde bestellt“, sagte er. Die Identität der Verstorbenen sei jedoch noch nicht zweifelsfrei geklärt. Kamenz rechnete zu diesem Zeitpunkt damit, dass der Einsatz gegen 15.45 Uhr abgeschlossen sein würde.

Auch am frühen Nachmittag bleibt der Zugverkehr zwischen Bahnhof Fürstenwalde und Berkenbrück gesperrt.
Andreas SchmaltzIn der Regel berichten wir nicht über Selbsttötungen oder Suizidversuche – außer die Tat erfährt durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit. Sollten Sie selbst das Gefühl haben, dass Sie Hilfe benötigen, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge. Unter der kostenlosen Rufnummer 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die Ihnen Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können. Weitere Hilfsangebote gibt es bei der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.
