Bauarbeiten: Erdgasleitung Eugal unterquert die Spree
Eine rund 13 Tonnen schwere Ramme galt es passgerecht an das Ende eines gut 60 Meter langen Trassenabschnitts anzusetzen. Der von den Mitarbeitern einer holländischen Firma "Rakete“ genannte Koloss war angerückt, um – angetrieben von zwei Kompressoren, mit drei Schlägen je Sekunde und einer Wucht von 5000 Tonnen je Schlag — die Pipeline unter der Spree hindurch zu treiben.
Damit das Rohr–Ende dabei keinen Schaden nimmt, wurde es mit einem widerstandsfähigen Ring aus Teflon geschützt. Den an Ort und Stelle zu fixieren, hat nicht nur ein gutes Augenmaß von Baggerfahrer, Einweiser und Mitarbeiter in der Baugrube erfordert, sondern von letzterem vor allem starke Muskeln. Wie schnell die Ramme die Pipeline durch den Unterboden der Spree treiben wird, liegt an dessen Widerspenstigkeit. Sand, Schlamm oder gar Gestein machen einen großen Unterschied aus. Übrigens werden jetzt gleich die Rohrstücke für beide Trassen verlegt. Leitung Nummer zwei folgt ansonsten erst im kommenden Jahr.
Mit dem gleichen Verfahren wird in etwa ein, zwei Wochen auch die Autobahn 12 unterquert. „Der Autoverkehr soll nicht beeinträchtigt werden“, sagte Steffen Kranz, vom Pipelinebetreiber Gascape als einer der Bauleiter vor Ort. „Die Kraftfahrer sollen nur die Maschinen sehen, sonst nichts merken.“ Ebenfalls ohne Sperrungen wird die Trasse in Höhe Hangelsberg unter der Bahnstrecke und der L38 hindurch geführt. „Die Vorbereitungen dazu sind in vollem Gange.“
Gehofft wird, dass sich an den neuralgischen Stellen der Boden nicht absenkt. Falls es, wie auf der L23 nahe Spreeau, doch dazu kommt, wird die Straße ausgebessert. „Wir machen das hier aber nicht in der endgültigen Qualität, weil ja im kommenden Jahr der zweite Strang hindurch getrieben wird“, erläutert Kranz. Die Ampel werde wieder verschwinden.
Schaden an L 23 wird repariert
Eine offene Querung wird es dagegen auf der Kreisstraße zwischen Spreeau und Freienbrink geben. Wie Kranz ankündigt, wird die Durchfahrt von Freitag bis Sonntag dieser Woche nicht möglich sein, muss hier eine Umleitung genommen werden.
Einige Sorgen hat es bei Kageler und Kienbaumer Bürgern gegeben, als sie davon erfuhren, dass Wasser aus dem Liebenberger See für die Druckprüfung entnommen wird. Bis zu einem Meter werde der Wasserspiegel absinken, wurde befürchtet. Das sei nicht der Fall, widerspricht Gascade–Sprecher George Wüstner. Das Prozedere sei im Zuge des Planfeststellungsverfahrens genehmigt, sowohl die Gemeinde als auch das Bundesleistungszentrum waren informiert. „Kontrollen haben ergeben, dass während der ersten Entnahme im Juni der Wasserspiegel um drei Zentimeter gesunken sei.“ Das Wasser fließe nach der Prüfung in alter Qualität zurück in den See.


