Baumpflege
: Laub macht Totholz sichtbar

Die Auswirkungen des Vorjahressommers zeigen sich erst jetzt. In Fürstenwalde ist mehr Baumpflege notwendig.
Von
Annemarie Diehr
Fürstenwalde
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  • Notwendige Pflegemaßnahmen werden im digitalen Baumkataster dokumentiert: Baumexperte Thomas Schmidt begutachtet eine Eiche im Spreeuferpark. Sie trägt Totholz, einige Äste ragen in das Lichtraumprofil und müssen beschnitten werden.

    Notwendige Pflegemaßnahmen werden im digitalen Baumkataster dokumentiert: Baumexperte Thomas Schmidt begutachtet eine Eiche im Spreeuferpark. Sie trägt Totholz, einige Äste ragen in das Lichtraumprofil und müssen beschnitten werden.

    Annemarie Diehr
  • Kleiner Baum oder großer Strauch? Der Holunder im Spreeuferpark ist vertrocknet. Er wird gefällt werden müssen.

    Kleiner Baum oder großer Strauch? Der Holunder im Spreeuferpark ist vertrocknet. Er wird gefällt werden müssen.

    Annemarie Diehr
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3200 Pflegemaßnahmen wurden bis Juli an städtischen Bäumen in Fürstenwalde durchgeführt, wahrscheinlich nochmal so viele kommen bis Jahresende dazu. „Das sind dann deutlich mehr als in den Vorjahren“, sagt Schmidt. 2017 waren 4000, 2018 5000 Maßnahmen notwendig. Als Grund nennt der Mitarbeiter der Fachgruppe Straßen und Grünflächen die stetig steigende Anzahl erfasster Bäume – und die Trockenheit im vergangenen Jahr.

„Die dadurch abgestorbenen Äste werden oftmals erst im belaubten Zustand sichtbar“, erklärt Schmidt. Deswegen führt er am Mittwoch im Nachgang zur Jahreskontrolle im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht, die um den Jahreswechsel herum stattfand, im Spreeuferpark eine Negativkontrolle durch. Dabei dokumentiert er nur die Bäume, bei denen Totholz entfernt werden muss. „Das betrifft Äste ab einem Durchmesser von drei Zentimeter“, sagt Schmidt, „was darunter ist, können und müssen wir nicht leisten.“

Eine hochgewachsene Birke trägt sichtbar vertrocknete Äste: bräunlich und ohne Blätter sind sie. „Birken sind sehr anfällig, sie vertragen weder Staunässe noch Trockenheit“, sagt der Baumexperte. Im vergangenen Jahr habe die Stadt einige Exemplare fällen lassen müssen. „Wir müssen schauen, ob diese auch gefällt wird oder ob sie im nächsten Jahr austreibt.“ In weiteren Parkanlagen, an Spielplätzen, in der Ernst-Thälmann-, Julian-Marchlewski- und weiteren Straßen stehen in diesem Sommer ebenfalls wiederholte Baumkontrollen an.

700 Gießsäcke im Einsatz

Zwar ist dieses Jahr laut Schmidt bisher nicht ganz so trocken wie 2018, dennoch sind in der Stadt knapp 700 Gießsäcke im Einsatz. Sie versorgen vor allem Jungpflanzen und wenige sehr alte Bäume mit Wasser. Einige Gießsäcke wurden schon gestohlen oder aufgeschlitzt; noch aber halte sich der Vandalismus in Grenzen. Langfristig, so der Baumexperte weiter, müssten sich die Kommunen Gedanken machen, welche Baumarten sie künftig pflanzen. Vielfältig und robust sollten sie sein, damit sie der Hitze standhalten.

Neupflanzungen müssen länger bewässert werden

16 158 städtische Bäume (Stand 2018) gibt es in Fürstenwalde. Jedes Jahr kommen 1000 bis 2000 Exemplare dazu, weil weitere Bäume gerade auf Liegenschaftsgrundstücken erfasst oder neue gepflanzt werden. Neu gepflanzte Bäume müssen heute länger bewässert werden: Früher waren drei Jahre ausreichend, jetzt wässert die Stadt teilweise noch Bäume, die schon 2011 gepflanzt wurden.⇥amdBewässerung von Pflanzungen:2015: rund 500 Bäume2016: rund 800 Bäume2017: rund 800 Bäume2018: rund 1200 Bäume2019 (bis dato): rund 1300 Bäume