Betrug bei Fürstenwalde
: Frau (85) übergibt fünfstellige Summe an Betrüger

Eine 85-Jährige aus dem Amt Scharmützelsee fiel auf Betrüger herein: Sie händigte den Kriminellen Geld und Schmuck aus. In der Region häufen sich die Fälle.
Von
Antje Schroeder
Fürstenwalde
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Per Telefon, WhatsApp oder Internet: Das sind die neuesten Maschen der Enkeltrick-Betrüger.

ILLUSTRATION - 06.03.2018, Baden-Württemberg, Mühlacker: Eine Seniorin telefoniert mit ihrem Smartphone. (zu dpa «Telefonbetrüger schlüpfen in drei Rollen und ergaunern viel Geld») Foto: Sebastian Gollnow/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Vorsicht, wenn an starke Emotionen appelliert wird: Eine 85-jährige Dame aus dem Amt Scharmützelsee übergab Schmuck und Geld in fünfstelliger Höhe an Betrüger. Sie erhielt zuvor einen Schockanruf, dass Familienangehörige angeblich in einen Unfall verwickelt seien und ins Gefängnis müssten. (Symbolbild)

Sebastian Gollnow/dpa
  • Eine 85-jährige Frau aus dem Amt Scharmützelsee fiel Betrügern zum Opfer und übergab Geld und Schmuck.
  • Sie erhielt einen Schockanruf, dass Angehörige in einen Unfall verwickelt seien und eine Kaution benötigen.
  • Der Schaden beträgt einen mittleren fünfstelligen Betrag.
  • Polizei rät zur Vorsicht bei solchen Anrufen und empfiehlt, das Gespräch zu beenden.
  • In der Region häufen sich ähnliche Betrugsfälle.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Von betrügerischen Anrufern überrumpelt wurde eine 85-jährige aus dem Amt Scharmützelsee am Montagnachmittag. Sie erhielt einen Schockanruf, dass Familienangehörige in einen Unfall verwickelt seien und eine Kaution hinterlegen müssten, um nicht in Untersuchungshaft zu kommen.

Die verzweifelte Dame ließ sich dazu hinreißen, Geld und Schmuck an die Kontaktpersonen der vermeintlichen Angehörigen zu übergeben. Tatsächlich waren es aber Betrüger. Es habe sich um einen mittleren fünfstelligen Betrag gehandelt, sagte der Pressesprecher der Polizeidirektion Ost, Roland Kamenz. Die Wertgegenstände seien bei der Dame abgeholt worden.

Vier betrügerische Anrufe rund um Fürstenwalde

Erst später dämmerte es der 85-Jährigen offenbar, dass es hier nicht mit rechten Dingen zugegangen sein könnte. Bei der Polizei wurde der Vorfall am Montagabend um 18:46 Uhr bekannt. „Man kann nicht oft genug darauf hinweisen“, so Kamenz. Den genauen Wohnort gibt die Polizei aus persönlichkeitsrechtlichen Gründen nicht heraus.

In der Region kam es zu einer Häufung solcher betrügerischen Anrufe. Auch bei einem 88-jährigen Mann aus Wendisch Rietz versuchten Anrufer, Druck zu machen. Der Mann sei aber umsichtig gewesen und habe das Telefonat beendet, so Kamenz. Bei einem 83-jährigen aus Fürstenwalde und einer 79-jährigen aus Groß Rietz hatten die Betrüger mit der Masche ebenfalls keinen Erfolg.

Polizei rät zu Vorsicht, wenn Geld am Telefon gefordert wird

Betrüger setzen oft gezielt Emotionen ein, um ihre Opfer aufs Eis zu locken. Man solle sich am Telefon nicht unter Druck setzen lassen, sagt Kamenz. Über persönliche Vermögensverhältnisse sollte man keine Auskunft geben. Kamenz rät, einfach aufzulegen, wenn Forderungen gestellt werden.

Wer solche Schockanrufe erhalte, solle Vertrauenspersonen heranziehen. Ratsam ist es auch, einfach bei den angeblich in einen Unfall verwickelten Familienangehörigen anzurufen. Natürlich nicht bei der Nummer, die im Display steht, sondern bei den persönlich bekannten Nummern. Außerdem sollten Betroffene auch die Polizei verständigen, entweder beim Notruf 110 oder bei der örtlichen Polizeidienststelle Anzeige erstatten.

Ob eine Versicherung zahlt, ist unklar

Wenn jemand ein Leben lang gespart habe und das dann durch solch eine Betrugsmasche weg sei, sei das ein schwerer Schlag, bedauert Kamenz. Ob eine Versicherung für den Schaden aufkomme, könne er indessen nicht sagen.

In einer ersten Version dieses Beitrags haben wir von einem fünfstelligen Millionenbetrag geschrieben. Das war falsch, es handelt sich aber immer noch um einen sehr erheblichen Betrag in fünfstelliger Höhe. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.