Blumen bei Fürstenwalde: Tausende Margeriten am Radweg – darf man die pflücken?

Blick übers Feld: bis fast zum Windrad bei Hasenfelde – nur Margeriten. Auf dem Oderbruchbahn-Radweg bei Fürstenwalde bietet sich eine tolle Aussicht. Wer hat die Blumen angebaut und wofür?
Cornelia Link-AdamEs summt und brummt. Auf den weißen Blütenblättern tummeln sich die Bienen und suchen Nektar. Der Tisch für die Honigsammler ist gedeckt. Einheimische und Touristen, die auf dem Oderbruchbahn-Radweg zwischen Steinhöfel und Neuendorf im Sande unterwegs sind, staunen über massenhaft Margeriten am Wegesrand. Viele Radfahrer zücken die Handys und machen Fotos.
„Oh, da haben sich wohl die Margeriten durchgesetzt“, sagt Benjamin Meise auf Nachfrage von MOZ.de. Er ist einer der Geschäftsführer der Fürstenwalder Agrarprodukte GmbH Buchholz (Agrarfrisch). Das Familienunternehmen betreibt Landwirtschaft auf vielen Feldern bei Fürstenwalde.
Und hat auch eine Biogas-Anlage am Dorfrand von Steinhöfel an der L36 stehen. Dort setzt sich auch von Fürstenwalde kommend der Oderbruchbahn-Radweg fort, der durch die Getreidefelder ins Odervorland führt.
Förderung vom Land über Jahre
Und wer von Steinhöfel den schmalen Weg weiter nach Hasenfelde radelt, trifft beiderseits auf Massen an hüfthohen Margeriten von Agrarfrisch.

Der Sonne entgegen: Margeriten recken ihre weißen Köpfe am Rande des Oderbruchbahn-Radweges bei Hasenfelde - doch darf ich die einfach so pflügen?
Cornelia Link-AdamSelbst angesät haben sich diese nicht. „Wir haben vor Jahren am Blühstreifenprogramm mitgemacht. Da gab es zur Rettung der Insekten wie Bienen und Hummeln vom Bund über das Land sogar Fördermittel“, erklärt Benny Meise. 700 Euro pro Jahr pro Hektar, damit man die Felder nicht mit Getreide bebaut, sondern mit Blumen für die Insekten. Für viel Geld habe man einheimisches Saatgut gekauft und, laut Meise, fast zehn Prozent der Betriebsflächen damit bestückt.

Idylle pur: Tausende Margeriten entlang des Oderbruch-Radweges zwischen Steinhöfel und Hasenfelde locken die Insekten - und die Fotografen an.
Cornelia Link-AdamSind Handsträuße erlaubt?
Die 50 Meter breiten Blühstreifen sorgen für Biodiversität und Insektenwohl – und bringen dem Landwirt unabhängig vom Wetter Geld ein, sagt er. Die Blühstreifen an Ackergrenzen und Gräben werden auch nicht extra bewässert.
Darf man sich einen Strauß Margeriten pflücken? „Dann beklaut man halt die Gesellschaft“, sagt der Landwirt wenig begeistert. Die Margeriten werden nicht geerntet oder zu Tierfutter verwendet, sondern gemulcht, also abgemäht. „Sie bleiben als gutes Futter für die Regenwürmer auf den Flächen zurück.“
2024 soll neue Aussaat eingebracht werden. „Wir dürfen die Felder ja fünf Jahre nicht anders nutzen, sind erst im zweiten, dritten Jahr dabei“, so Benny Meise.


