Bücherzelle in Rauen: Endlich fertig – wie das Dorf bei Fürstenwalde Lesestoff rettet

Vorm Museum von Rauen bei Fürstenwalde hat die neue Bücherzelle ihren Platz gefunden. Viele Dorfbewohner haben einen Anteil daran, dass sie demnächst eröffnet werden kann.
Kerstin SchreiberVorhandene Ressourcen nutzen, ihnen mit Respekt begegnen, zudem einen Ort der Begegnungen schaffen und einen Beitrag für die Leseförderung leisten – Bärbel Büttner hat eine ganze Reihe von Argumenten für eine eigentlich simple Sache. Doch bis aus dem Wunsch Realität werden konnte, verging reichlich Zeit.
Eineinhalb Jahre stand die Gemeinde auf einer Warteliste der Telekom, ehe es grünes Licht gab und in Michendorf eine ausrangierte Telefonmöglichkeit nach Rauen geholt werden konnte. Längst ist das Projekt Lesezelle unter dem Motto „Geben – nehmen – tauschen – teilen“ Herzensangelegenheit vieler Einwohner des Dorfes und kurz vor der Freigabe vor allem für die Leseratten und Bücherwürmer.
Büchersammlung fand ihren Platz vorm neuen Museum von Rauen
Bärbel Büttner freut sich hörbar: Eine ehemalige Telefonzelle ist da, hergerichtet und herausgeputzt für Schätze, die Einwohner von Rauen künftig gerne mit anderen teilen wollen: Bücher. Wie in Fürstenwalde, Langewahl, Berkenbrück und Briesen können nun auch in der Chausseestraße von Rauen, direkt vor dem jüngst eröffneten Museum, Leseschätze getauscht werden.
Zunächst, so kündigt Bärbel Büttner an, werde es einen Schlüsseldienst für die Mini-Bücherei geben, fünf Einwohner des Ortes hätten sich bereits gefunden, die vormittags aufschließen und abends die Tür wieder verschließen werden.
Rund 150 Bücher, so schätzt sie, sind inzwischen zusammengetragen. Kinder- und Jugendliteratur ebenso wie Romane und Krimis. Ihre heimischen Regale dafür durchstöbert haben unter anderem Mitglieder von einigen Vereinen des Dorfes, auch vom Chor.
Einwohner unterstützten das Projekt mit Spenden und Arbeitsstunden
Während die Bücher für lau zur Verfügung gestellt wurden, wurden für die Anschaffung Spenden gesammelt und Sponsoren gefunden. Auch die Gemeinde beteiligte sich.
Es ist eine ganze Reihe von Einwohnern von Rauen, die geholfen haben. Großes Lob und Dankeschön, das betont Bärbel Büttner, gilt auch den Gemeindearbeitern, die unter anderem den Transport der Zelle übernahmen. Andere brachten die ehemalige Telefonzelle auf Vordermann, strahlten die Flächen ab, entkernten, sorgten für ein stabiles Fundament und einen soliden Holz-Innenausbau. Kräftige Männer fanden sich, die mit anpackten und Ideengeber für die äußere Gestaltung des kleinen Häuschens.
Im Endeffekt entwickelte der Fürstenwalder Künstler Stefan Röhr einen Entwurf mit ganz viel Bezug zu Rauen: Mit Baum, Wald, Eule und den Rauener Steinen.

Der Künstler Stefan Röhr gestaltete die Bücherzelle von Rauen bei Fürstenwalde.
Kerstin Schreiber„Sein Vorschlag hat uns sofort sehr gefallen“, erinnert sich Bärbel Büttner und weiß schon, welche Aufgaben jetzt anstehen: In den nächsten Tagen kommen die Schmöker an ihren Ort. Offizielle Eröffnung wird am 11. November ab 15 Uhr in der Chausseestraße 43a sein.

