Noch scheint Weihnachten in einiger Ferne, doch Veranstalter müssen entscheiden, ob sie einen Markt planen oder ihn aufgrund der ungewissen Corona-Situation ausfallen lassen. Die Stadt Fürstenwalde möchte auf das weihnachtliche Treiben nicht verzichten. „Allerdings ist zum jetzigen Zeitpunkt noch alles offen. Denn die im Dezember geltenden Hygieneregelungen und das regionale Infektionsgeschehen müssen solche Veranstaltungen auch zulassen“, teilt Stadtsprecherin Nadine Gebauer mit. Wichtig werde daher auch sein, welche Erfahrungen bei größeren Veranstaltungen wie dem Erntefest am 13. September gesammelt werden.

Abstand am Glühweinstand?

Für die Stadt Erkner steht fest, dass der weihnachtliche Markt am Heimatmuseum definitiv entfalle, so Stadtsprecherin Daniela Sell. Ob das für den 29. November angesetzte Lichterfest und der Weihnachtsmarkt am Bildungszentrum stattfinden, sei noch offen. Es gibt große Bedenken: „Wie sollen am Bratwurst- und Glühweinstand die Abstandsregeln eingehalten werden“, umreißt Sell ein Problem. Sie habe den Eindruck, es schaue gerade jeder auf den anderen, ob der etwas veranstalte.

Angst vor Corona-Hotspot Rauen

Viel Publikum lockt stets der Weihnachtsmarkt in Rauen an. Doch nun sagt Bürgermeister Sven Sprunghofer: „Wir werden ihn aller Voraussicht nach absagen. Eigentlich steht es schon fest, denn wir müssen den mitwirkenden Betrieben auch rechtzeitig absagen.“ Und in dieser Hinsicht sei gerade die Tatsache, dass immer sehr viele Menschen nach Rauen kommen, nun das Problem. „Wer kann garantieren, dass nach den ersten Gläsern Glühwein noch Abstand gehalten wird?“, fragt Sprunghofer. Er habe Sorge „dass Rauen medial zum nächsten Corona-Hotspot wird“. Zwar verbiete die Regierung Veranstaltungen nicht, aber die Auflagen müssten eingehalten werden – und wer wolle das durchsetzen? Schon am Eingangsbereich würden sich die Besucher drängen.

Kageler Markt im neuen Design

Ein Markt der definitiv stattfinden soll, ist der in Kagel. „Nur das Design muss noch geklärt werden“, sagt Elisabeth Turowski, die Vorsitzende des Heimatvereins. Es gebe eine Variante, die Stände an der Straße entlang aufzustellen oder locker um den Dorfplatz herum. Auf jeden Fall mit Abstand zueinander. Am 9. Oktober finde ein Treffen mit den Vereinen statt, um sich abzustimmen und zu koordinieren, welches Sortiment jeder anbiete. Beginnen werde der Adventsmarkt am 28. November wieder um 14 Uhr mit einer Andacht, die eventuell ins Freie verlegt werde.
Ob der Grünheider Weihnachtsmarkt wie geplant am 12. Dezember stattfindet, sei noch offen, sagte Ortsvorsteherin Pamela Eichmann. Binnen der nächsten zwei Wochen solle es entschieden werden. Die Corona-Situation und die Vorgaben des Landes müssten berücksichtigt werden. „Die Mitglieder des Ortsbeirates haben empfohlen, ausgehend von den Vorarbeiten des Löcknitzcampus-Festes zu prüfen, ob die Anforderungen in ein Hygienekonzept für die Veranstaltungen übernommen werden können“, so Eichmann.

Zauberer sagen tschüss

In Bad Saarow gibt es neben Corona noch ein zweites Problem: Der Unternehmerverein Frischerwind.pro hat sich aufgelöst. Acht Jahre lang hat er den Adventszauber organisiert. „Die Zauberer sagen tschüss“, bekräftigen sie nun in einem Facebook-Post. „Wir haben es aber noch nicht aufgegeben und schauen, was machbar ist“, sagt Anna Wereszka-Jendrusch, im Amt Scharmützelsee für Kultur zuständig. Nun werde das Gesundheitsamt kontaktiert, um einen Rahmen zu bekommen und zu wissen, was machbar sei. Attraktionen, „die besonders anziehen und traubenbildend sind“, sollen vermieden werden. „Meine Hoffnung ist, einige weihnachtlich geschmückte Buden ohne viel Drumherum in einem Straßenzug zu ermöglichen. Nächste Woche wird es ein Treffen mit den Unternehmen und Veranstaltern aus Bad Saarow geben.“
Ob der Markt in Neu Zittau stattfinde, werde der Heimatverein in seiner Sitzung am 15. September entscheiden, teilt Astrid Biedermann, Sozialamtsleiterin von Spreenhagen, mit. Über weihnachtliches Treiben in der Kulturgießerei Schöneiche entscheidet am Montag der Vorstand, sagt Beate Simmerl. Für die Stände im Raufutterspeicher gegenüber sehe es eher schlecht aus, sagt Regina Flikschuh, bei der Gemeinde Schöneiche auch für das Gebäude zuständig. „Es geht nicht in der Enge“, habe ein Gespräch mit der Vorsitzenden des Heimatvereins bestätigt. Nach derzeitigem Nutzungskonzept dürfen sich im Innenraum 15 Personen aufhalten, verdeutlicht Regina Flikschuh.