Coronavirus
: Autowerkstätten in Fürstenwalde fehlen Kunden

Weil viele Menschen zu Hause bleiben, sind auch in Fürstenwalde deutlich weniger Autos unterwegs. Ein Problem für die Kfz-Mechatroniker.
Von
Conradin Walenciak
Fürstenwalde
Jetzt in der App anhören
  • Kontrolle: Daniel Glawaty, Mitarbeiter der Autowerkstatt 1a-Autoservice Andrä, untersucht den Unterboden eines Fahrzeugs. "Normalerweise ist im Frühjahr immer richtig Action", sagt der 36-Jährige. Aktuell sei das nicht der Fall.

    Kontrolle: Daniel Glawaty, Mitarbeiter der Autowerkstatt 1a-Autoservice Andrä, untersucht den Unterboden eines Fahrzeugs. "Normalerweise ist im Frühjahr immer richtig Action", sagt der 36-Jährige. Aktuell sei das nicht der Fall.

    Conradin Walenciak
  • Von O bis O: Jürgen Bergunde, Werkstattleiter des ASG Autoservice in Fürstenwalde, freut sich auf die Reifenwechsel-Saison.

    Von O bis O: Jürgen Bergunde, Werkstattleiter des ASG Autoservice in Fürstenwalde, freut sich auf die Reifenwechsel-Saison.

    Conradin Walenciak
1 / 2

Gleiches treffe auch auf seine Werkstatt zu, seine beiden Mitarbeiter musste er schon in Kurzarbeit schicken. „Da alle zu Hause bleiben müssen, fahren viel weniger Menschen Auto als im Normalfall. Dadurch treten weniger Schäden auf und bestehende Probleme werden nach hinten verschoben.“ Kurzum: Auch wenn die meisten Werkstätten geöffnet hätten wie sonst auch immer, gebe es derzeit einfach viel zu wenig zu tun für Kfz-Mechatroniker.

Um die Kurzarbeit ist man beim 1a-Autoservice Andrä in der Ernst-Thälmann-Straße bislang noch herumgekommen. „Ein Kollege ist derzeit im Urlaub“, sagt Jacqueline Andrä, Mitarbeiterin der Werkstatt. „Wenn er allerdings wieder da ist, müssen wir auch darüber nachdenken.“ Derzeit sind drei Angestellte und ein Auszubildender in der Werkhalle – mehr oder weniger – beschäftigt.

„Es ist schon deutlich ruhiger als sonst“, bestätigt Daniel Glawaty. Der 36-Jährige steht unter einem Auto und kontrolliert dessen Unterboden. „Üblicherweise ist hier im Frühjahr immer richtig Action.“ Stattdessen könne man nun die Zeit nutzen, um Dinge zu erledigen, die man sonst immer vor sich her geschoben hätte, sagt Glawatys Chef, Werkstatt-Inhaber Frank Andrä. „Auch unser Zulieferer hat sein Pensum runter gefahren. Statt dreimal macht der nur noch zweimal täglich hier Halt.“

Einen Zwischenstopp können sich Zulieferer aktuell bei den ATU-Filialen in Fürstenwalde und Erkner sparen. Der Branchenriese legt in seinen Werkstätten derzeit einen Boxenstopp ein. „Die rasante Entwicklung des Coronavirus stellt uns alle vor große Herausforderungen“, schreibt das Unternehmen in einer Mitteilung. „Weil uns die Gesundheit unserer Kunden aber auch die unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das Wichtigste ist, haben wir uns dafür entschieden, den Betrieb unserer Filialen vorübergehend auszusetzen.“

An ausgewählten Standorten biete ATU zwar einen Notbetrieb an, dieser sei aber nur für unaufschiebbare Reparaturen gedacht. Außerdem würden Fahrzeuge von Rettungs- und Pflegediensten, Feuerwehr, Polizei und Behörden vorrangig behandelt. Ab dem 15. April soll der Betrieb an allen Standorten wieder aufgenommen werden, heißt es auf der Internetseite.

Hoffnung auf Reifenwechsel

„Wir haben ein bisschen davon profitiert“, sagt Frank Andrä zur vorübergehenden Schließung des Mitbewerbers. Überfordert sei man aber bei Weitem nicht. „Ich hoffe, dass der Frühjahrs-Andrang nicht aufgehoben, sondern nur aufgeschoben ist.“ Hoffnung setze er auch auf die Reifenwechsel-Saison, die üblicherweise rund um Ostern beginnt. Etwa zehn Reifensätze tausche man dann täglich aus.

Jürgen Bergunde blickt ebenfalls in freudiger Erwartung Richtung Ostern. Aber selbst, wenn die Aufträge zum Reifenwechseln ebenso verhalten reinkämen, wie alle anderen Reparaturen aktuell, würde er mit seinem Betrieb die Krise überstehen. „Ich habe Rücklagen, auf die ich zurückgreifen kann. Wir werden das hier überleben.“ Nichtsdestotrotz habe er einen finanziellen Ausfall, der schwer zu kompensieren sei. Das gehe seinen Mitarbeitern natürlich nicht anders. „Begeistert waren die nicht, als ich sie in Kurzarbeit geschickt habe. Verständnis dafür hatten sie aber.“