Die Hotels dürfen keine Touristen beherbergen, die Restaurants müssen geschlossen bleiben – das hat in Bad Saarow auch Auswirkungen auf andere Unternehmer. Ladenbesitzer in den Kurpark-Kolonnaden klagen unisono, dass dadurch kaum noch Kunden kämen. Jana Oppitz vom „Warumi“, die dort regionale Produkte anbietet, hat sich daher zu einem radikalen Schritt entschlossen: „Ich öffne nur noch freitags und sonnabends. Und dann muss ich zufrieden sein, wenn ein oder zwei Kunden am Tag kommen“, sagt sie. Touristen sind mehr in Konsumlaune als Einheimische und kaufen gerne Mitbringsel, ist ihre Beobachtung.

Nur noch die Stammkunden kommen

Direkt nebenan betreibt Stefan Flegel mit einem ähnlichen Sortiment das „Mark in Brandenburg Kulinarikum“. „Meine Stammkunden sind die einzigen, durch die ich zurzeit Umsatz mache. Wenn ich die nicht hätte, wüsste ich nicht, wie es weitergehen soll“, sagt er. Er hoffe, dass durch das Weihnachtsgeschäft demnächst wieder etwas mehr los ist. Deutlich spüre er auch, dass das italienische Restaurant Amiceria zwei Eingänge weiter geschlossen ist. „Sonst gab es oft Leute, die nach dem Essen noch bei mir reingeschaut haben“, erzählt er. Am 1. Dezember jährt sich Flegels Geschäftseröffnung zum zweiten Mal. „Zu feiern gibt es aber nichts“, sagt er resigniert.

Tische in der Fischboutique weggeräumt

Ganz ähnliche Beobachtungen macht Marina Reger, die in der erst im Juni eröffneten Fischboutique der Fischerei Köllnitz hinter dem Tresen auf Kunden wartet. Stammgäste kämen auch jetzt, aber die Laufkundschaft in den Kurpark-Kolonnaden fehle. Außerdem musste sie die Tische, an der die Gäste der Fischboutique normalerweise auch ein Glas Wein trinken können, wegräumen – denn dieser Geschäftszweig fällt in den Bereich Gastronomie, der noch bis mindestens 30. November nicht zulässig ist.
Mehr zu Corona und den Folgen in Brandenburg und Berlin gibt es auf unserer Themenseite.