Ihr Lager haben sie in und neben einer alten Halle am Fuchsbau in Petersdorf nahe der A 12 eingerichtet. Trotzdem hat das Duo abseits einer gewachsenen Kundenzahl mit seiner Garten- und Landschaftsbaufirma jetzt einen großen Erfolg erzielt. Bei einer Festveranstaltung in Beeskow wurden Gerner und Thierbach mit dem Existenzgründerpreis der Existenzgründerpartner Oderland für junge Unternehmen, der unter anderem vom Märkischen Medienhaus gesponsert wird, ausgezeichnet.
Gerner und Thierbach lernten sich im Jahr 2013 kennen. Sie kam aus Halle/Saale, er aus Chemnitz, und sie meldeten sich damals zufällig gleichzeitig an der Fachschule für Gartenbau Dresden-Pillnitz an, um dort ihren Meisterabschluss als Garten- und Landschaftsbauer zu machen. "Dort haben wir dann auch privat zueinander gefunden", erzählen die beiden. Bestandteil des Programms an der Fachschule war es, eine Fantasiefirma zu gründen und für diese ein Konzept zu entwickeln. Für den Namen dieses fiktiven Unternehmens schmiss das Paar Teile ihrer Nachnamen zusammen – die Marke "Gernbach" war geboren. "Wir haben für das Konzept der Fantasiefirma viel recherchiert, und irgendwann haben wir uns dann gedacht: Jetzt können wir das auch in der Realität wagen", schildert Thierbach.
Dass sie nach Abschluss der Meisterschule nach Bad Saarow gingen, hatte familiäre und unternehmerische Gründe gleichermaßen. "Mein Onkel und meine Tante leben hier. Ich bin hier teilweise aufgewachsen", erzählt Gerner. Außerdem hätten sie an der Schule auch Grundwissen für Existenzgründer vermittelt bekommen und dabei zum Beispiel gelernt, dass eine Google-Suche hilfreich sein kann, um zu erkennen, in welcher Region Potenzial für die eigene Firma vorhanden ist. "Für Bad Saarow zeigte uns Google für Garten- und Landschaftsbaufirmen 15 Treffer an", sagt Gerner. "Die meisten von ihnen haben aber keinen Meisterabschluss." Also zogen die heute 29-Jährige und ihr zwei Jahre älterer Partner an den Scharmützelsee und starteten dort ins Geschäft.
"Wir haben erst überlegt, Werbung in die Briefkästen zu werfen, um uns bekannt zu machen", sagt Gerner. Das sei dann aber gar nicht nötig gewesen. Auch Mundpropaganda, Werbung an den eigenen Autos und eine gute Internetseite ("Sie ist heutzutage das A und O") hätten geholfen, erste Kunden zu gewinnen. Geholfen habe aber sicherlich auch der Boom beim Bau von Einfamilienhäusern. "Manchmal kamen wir zum Zuge, wenn andere keine Termine mehr frei hatten", sagt Thierbach. Mittlerweile sei es manchmal umgekehrt. "Schon im Juli konnten wir für den Rest des Jahres keine Aufträge mehr annehmen."

Schwierige Suche nach Personal

So stößt die Firma Gernbach zurzeit auch auf ein erstes Problem. "Wir suchen schon seit vergangenen Winter Mitarbeiter. Auch ausbilden würden wir gerne", sagt Thierbach. Mittelfristig stellen sich er und seine Partnerin vor, acht bis zehn Leute zu beschäftigen, aufgeteilt dann in einen Bau- und einen Pflegetrupp.
Auch die Provisorien hinsichtlich Büro und Lager sollen nicht ewig so bleiben. "Auf lange Sicht wollen wir ein eigenes Objekt kaufen. Bad Saarow wollen wir dabei treu bleiben", sagt Gerner, die sich in ihrem Wohnort als Vorsitzende des örtlichen Unternehmervereins engagiert. Doch auch aus vorübergehenden Lösungen kann man das Beste machen. "Nach Feierabend stellen wir an unserer Lagerhalle manchmal die Feuertonne nach draußen, holen unsere Klappstühle und grillen. Das ist das schnellste Abendbrot", erzählt Thierbach.

Biologische Unkrautvernichtung


Zur Vernichtung von Unkraut bietet die Firma Gernbach ein Heiß-Schaum-Pflegekonzept als "langfristig kostengünstige und ökologische Alternative zur chemischen Keule" an. Versprochen wird eine unweltschonende und nachhaltige Zurückdrängung von Unkraut.

Dabei wird 96 Grad heißes Wasser mit Mais-stärke versetzt. Auf diese Weise entsteht ein Schaum, der als Isola­tionsschicht dient und die im Wasser gespeicherte Hitze länger am Boden hält. Das Wasser "kocht" die unerwünschten Pflanzen kaputt, es zerstört die Strukturen von Pflanzen, Moosen und Algen. Durch die Isolation werden auch die oberen Teile der Wurzeln geschädigt. Auf die Verwendung von Herbiziden wird verzichtet.

Für eine dauerhafte Wirkung empfiehlt die Firma Gernbach eine Anwendung der Heiß-Schaum-Pflege drei bis vier Mal pro Jahr. Einsetzbar ist dieses Verfahren auch an Bäumen, die vom Eichenprozes­sionsspinner befallen sind.  bs