Feuerwehr-Jubiläum
: Fürstenwalder Männer-Turn-Gruppe wird zur Löschtruppe

Vor 140 Jahren wurde die Freiwillige Feuerwehr Fürstenwalde gegründet.
Von
Manja Wilde
Fürstenwalde
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  • Die Freiwillige Feuerwehr Fürstenwalde trainiert: Mirko Maz (links) und Marcel Philipp (rechts) üben das Handhaben von Schere und Spreizgerät. Dahinter stehen Andy Chaar (2.v.l.) und Kai Thieme.

    Die Freiwillige Feuerwehr Fürstenwalde trainiert: Mirko Maz (links) und Marcel Philipp (rechts) üben das Handhaben von Schere und Spreizgerät. Dahinter stehen Andy Chaar (2.v.l.) und Kai Thieme.

    Manja Wilde
  • Festakt 140 Jahre Freiwillige Feuerwehr Fürstenwalde: Rund 100 Gäste waren dazu am Freitagabend im Trebuser Seeblick.

    Festakt 140 Jahre Freiwillige Feuerwehr Fürstenwalde: Rund 100 Gäste waren dazu am Freitagabend im Trebuser Seeblick.

    Manja Wilde
  • Die Fürstenwalder Feuerwehr mit ihrem Schlauchwagen um 1885

    Die Fürstenwalder Feuerwehr mit ihrem Schlauchwagen um 1885

    Museum Fürstenwalde
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Donnerstag, 18 Uhr, Gerätekunde steht auf dem Programm. Ausbilder Daniel Kramer hat sich mit Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr in der Fahrzeughalle versammelt. Schläuche werden an die hydraulischen Geräte gesteckt. „Auf dem Schlauch sind 630 Bar, ihr müsst aufpassen, dass der nicht in die Schere kommt“, betont Kramer. Dass sich vor genau 140 Jahren die Freiwillige Feuerwehr gegründet hat, spielt keine Rolle. Es wird trainiert.

„Bei rund 300 Einsätzen jährlich fahren Ehrenamtler mit“, sagt Feuerwehrchef Jörn Müller. Sie unterstützen die Hauptamtlichen, rücken aber auch allein aus, wenn an mehreren Orten Hilfe gefordert ist. 60 Mitglieder hat die Einsatzabteilung der Freiwilligen, 30 die Kinder- und Jugendfeuerwehr und weitere 22 die Alters- und Ehrenabteilung.

Kein festes Domizil

Gebildet hat sich die Freiwillige Feuerwehr 1880 aus dem Männer-Turnverein. Brände wurden aber auch davor gelöscht. „Ab 1700 standen Bretterwände, an denen Klatscher und Eimer hingen, in der Stadt“, sagt Museumsleiter Guido Strohfeldt. Seit Mitte der 1860er-Jahre existierte eine „Pflicht-Feuerwehr“, mit deren Arbeit die Turner offenbar unzufrieden waren. 1906 entstand ein Schlauchturm (abgerissen) an der Ecke Frankfurter-/Kirchhof-Straße. Dort war lange die Wache der Berufsfeuerwehr. Die Ehrenamtler seien oft umgezogen, sagt Eberhard Nickel, Zugführer der Alters- und Ehrenabteilung – vom Töpfergraben (Gebäude wurde abgerissen.), in die Spreemühle, dann in die Jahnstraße (Gebäude wurde Gemüseladen), später in die Thälmannstraße.

Heute hat der Löschzug Mitte sein „Zuhause“ in der 1996 eröffneten Wache in der Frankfurter Straße. Dort erscheint auch Kai Thieme oft. Seit 2016 ist der 21-Jährige bei den Aktiven. „Wenn’s hart auf hart kommt, bin ich dabei“, sagt er. Sonst gehe die Arbeit vor. „Die zahlt ja meine Miete.“ Und sein Kind muss der junge Vater auch versorgt wissen, bevor er ausrückt. Darum war er am Freitagabend nicht dabei, als Innenstaatssekretär Uwe Schüler, Bürgermeister Matthias Rudolph, Feuerwehrvereinsvorsitzender Sven Erkner und weitere Redner die Helfer in Trebus würdigten.

Aus der Denkschrift zum 25-jährigen Bestehen

Aus dem Männer-Turnverein bildete sich die Freiwillige Feuerwehr. "Es war am 27. Februar 1880, als eine Generalversammlung (...) der Turner-Feuerwehr das Leben gab."Saugspritze: "Gelegentlich einer landwirtschaftlichen Ausstellung war von dem Kupferschmiedemeister Lehnhardt hier eine neue Saugspritze ausgestellt worden. Gleichsam, um das Bestreben der jungen Wehr zu belohnen, beschloss der Magistrat, die Spritze zu kaufen. Einsatz: Am 16. Juni 1880 hielt der Berliner Oberfeuerwehrmann Heise die erste Übungsstunde ab. (...) Am 5. Oktober 1880, abends 81/2 Uhr, erhielt sie bei Gelegenheit eines großen Scheunenbrandes ihre Feuertaufe."