Der Tag des offenen Ateliers, geplant für das erste Mai-Wochenende, war noch der Corona-Eindämmung zum Opfer gefallen, für den Tag des offenen Denkmals sind die Voraussetzungen jetzt günstiger. Das Programm am Sonntag, 13. September, kann stattfinden – jedenfalls in der Reiseregion Seenland Oder-Spree. „Deutschlandweit findet er nur virtuell statt, aber wir machen es richtig“, sagt Ralf Ullrich, der Geschäftsführer des CTA-Kulturvereins Nord aus Fürstenwalde, der beim Tag des offenen Denkmals wie bewährt über das Netzwerk Kulturtourismus mit dem Tourismusverband Seenland Oder-Spree zusammenarbeitet.

Komplettes Angebot nur im Internet

Dennoch steht auch der Denkmal-Tag im Zeichen der Pandemie. Weil sich vieles erst kurzfristig ergeben konnte, ist im Programm-Flyer nur ein Teil der Angebote enthalten. Das Bad Saarower Scharwenka-Haus zum Beispiel, in dem Führungen durch das Musikermuseum stattfinden und ein Wunschkonzert vom Reproduktionsklavier gespielt wird, fehlt. Sabine Fassl vom Netzwerk Kulturtourismus verweist daher auf das Online-Angebot unter www.kulturtour-oder-spree.de, das laufend aktualisiert werde.
Trotz der langen Unsicherheit haben einige Anbieter besondere Programme auf die Beine gestellt. Das Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR bietet ab 11 Uhr eine Sonderführung zur ehemaligen Astrid-Lindgren-Schule an. In Müncheberg kann der Turm der Stadtpfarrkirche bestiegen werden. Im Kloster Neuzelle finden Führungen statt, auf Schloss Trebnitz beginnt um 11 Uhr eine Sonderführung. In Fürstenwalde ist der historische Hof von Mords Eck geöffnet, unweit des Museums lockt das Erntefest, auch wenn dieses mit dem Tag des offenen Denkmals nichts zu tun hat.

Bus-Ausflug beidseits der Oder

Als besondere Attraktion preist Sabine Fassl eine Idee an, mit der das Oderbruch-Museum Altranft Besucher anziehen will. Ab 11 Uhr geht es auf einen sechsstündigen Bus-Ausflug auf beide Seiten der Oder in die Fischerdörfer des Niederbruchs. Alttornow, Gabow und Altglietzen sind Stationen auf deutscher Seite, in Polen geht es in sieben weitere Altdörfer. Zum Vorverkaufspreis von 15 Euro sind Teilnehmer dabei, eine Anmeldung unter Telefon 03344 333911 wird erbeten. Andere Denkmäler locken am 13. September mit freiem Eintritt – zum Beispiel das Strohhaus Neuzelle, die Burg Beeskow, das Dok-Zentrum in Eisenhüttenstadt, , die Stadtpfarrkirche Müncheberg, das Bad Saarower Scharwenka-Haus, der Museumspark Rüdersdorf, das Schloss Neuhardenberg.

Picknick vor Schlosskulisse

Die beiden letztgenannten Stationen sind zwei Beispiele dafür, wo ab dem Tag des offenen Denkmals, aber auch danach, bis in den Herbst hinein, ein weiteres Angebot in Anspruch genommen werden kann: Unter dem Titel „Götterspeise“ bereitet der Tourismusverband Seenland Oder-Spree ein „Picknick im Park“ vor. Auf Vorbestellung gibt es einen Korb mit regionalen Produkten, mit dem man es sich dann vor speziellen Kulissen gemütlich machen kann. Möglich ist dies nicht nur in Rüdersdorf und Neuhardenberg, sondern auch am Kloster Neuzelle (dort nur am Denkmaltag), am Schlossgut Altlandsberg, an Schloss Reichenow, in Bad Saarow und in Fürstenwalde, wo Picknicker es sich zum Beispiel an der Spree gemütlich machen können. Das Picknick gab es bereits im vergangenen Jahr. „Es wurde sehr gut angenommen. Wir wenden uns damit speziell auch an Einheimische, die sehenswerte Orte vor ihrer eigenen Haustür kennenlernen wollen“, sagt Marie Kessler, beim Tourismusverband für Marketing zuständig. Zwei Orte, die ursprünglich mitmachen wollten, seien wegen der Pandemie wieder abgesprungen. „Aber langfristig wollen wir das erweitern“, ergänzt sie.
Der Tag des offenen Ateliers soll unterdessen nachgeholt werden. Als Termin ist das Wochenende 24./25. Oktober angesetzt. Gelistet ist er im Flyer „Kulturherbst“, den das Netzwerk Kulturtourismus ebenfalls frisch veröffentlicht hat. Er listet Veranstaltungen im Seenland Oder-Spree bis Ende November.

Die Stationen am Tag des offenen Denkmals auf einen Blick


Altfriedland, Klosterkirche und Klosterruine

Bad Saarow, Scharwenka-Haus

Beeskow, Burg mit Musikmuseum

Buckow, Brecht-Weigel-Haus

Buschdorf, Backscheune

Eisenhüttenstadt, Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR

Frankfurt (Oder), Museum Viadrina, Turm von St. Marien, Kleist-Museum

Fredersdorf-Vogelsdorf, Alter Gutshof

Fürstenwalde, Museum, Mords Eck

Hangelsberg, Historischer Bahnhof

Müncheberg, Stadtpfarrkirche

Neuhardenberg, Schloss

Neuzelle, Kloster, Strohhaus

Petershagen/Eggersdorf, Café Winzig im sanierten Kossätenhaus

Rüdersdorf, Museumspark

Seelow, Sammeltassen-Café Schweizerhaus

Steinhöfel, Altes Amtshaus

Storkow, Burg

Trebnitz, Gustav-Seitz-Museum und Schloss

Worin, Wassermühle