Fußball
: Auch Fürstenwalder kritisieren Finalort-Vergabe

Der Verband zieht sich mit der Vergabe des Finales im Landespokal den Ärger der Vereine zu. Luckenwalde soll wohl auch künftig der Austragungsort sein.
Von
Kai Beißer
Fürstenwalde
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Der Babelsberger Leonard Koch (links) im Zweikampf mit Ingo Wunderlich, Kapitän des FSV Union. Eine Szene aus dem jüngsten Regionalliga-Punktspiel, das die Fürstenwalder 2:1 gewannen. Im Landes- Pokalfinale könnte es ein Wiedersehen geben – dann allerdings in Luckenwalde.

Benjamin Feller

Das will und kann Sven Baethge, Geschäftsführer Sport des FSV Union Fürstenwalde, so nicht stehen lassen. Der Regionalligist bestreitet sein Halbfinale in vier Wochen ausgerechnet bei Oberliga-Spitzenreiter FSV Luckenwalde, den anderen Endspielteilnehmer ermitteln Brandenburgligist Grün-Weiß Lübben und der SV Babelsberg 03. „Ja, es hat Kontakt gegeben. Und nein, wird sind nicht gefragt worden, ob wir das Finale ausrichten würden“, sagt Baethge. Seines Wissens sei nur mit der Stadt Luckenwalde verhandelt worden. „Warum nicht auch mit uns? Klar ist es ein enormer Aufwand, aber wir hätten es gern gemacht.“ Übrigens auch, wenn die Fürstenwalder das Endspiel nicht erreichten sollten. „Wir haben es schon vor fünf Jahren gegen Energie Cottbus hinbekommen, und die Bedingungen im Stadion haben sich seitherstetig verbessert. Aber es wurde mal wieder über die Köpfe der Vereine hinweg entschieden.“

Ein weiterer harscher Kritikpunkt ist der Zeitpunkt der Entscheidung. Wäre das Finale zu Saisonbeginn an einen neutralen Austragungsort vergeben worden – okay. „Es muss die Möglichkeit geben, dass sich Vereine bewerben und am Ende ersichtlich sein, wie über die Vergabe entschieden wurde.“ Wenn sich der Gastgeber dann qualifiziert, hat er es eben verdient. Aber jetzt das Endspiel an einen der Halbfinalisten zu vergeben? Bisher hatte eine unterklassige Mannschaft automatisch Heimvorteil, standen zwei Vereine aus derselben Liga imFinale, wurde gelost. Die jetzige Regelung ist  vor allem ein Schlag ins Gesicht für die Lübbener, die im Falle eines Sieges über den Regionalligisten aus Babelsberg um das wohl größte Spiel ihrer Vereinsgeschichte beraubt würden. So könnte es nun sogar passieren, dass sie ein echtes Auswärtsspiel haben, sollte der FSV Union in Luckenwalde verlieren.

Das Brandenburger Endspiel steigt wie 20 weitere am 23. Mai im Rahmen des 5. Finaltages der Amateure, die ARD überträgt erneut in einer großen Live-Konferenz über den ganzen Tag verteilt. „Eine Fernsehpräsenz, die wir unseren Sponsoren natürlich gegönnt hätten“, sagt Baethge. Auch Ingo Kahlisch, Trainer von Regionalliga-Kontrahent Optik Rathenow, kritisiert die Entscheidung des FLB: „Ich glaube nicht, dass die Rechnung aufgeht, das Finale so besser zu vermarkten.“