"Am Dienstag haben wir die Mannschaft, im gebührenden zeitlichen und örtlichen Abstand, zusammengeholt und darüber informiert, dass wir das Kurzarbeitergeld beim Arbeitsamt beantragen werden", erläuterte Sven Baethge, Geschäftsführer Sport des FSV Union, am Donnerstagvormittag in der Geschäftsstelle des Vereins. Der wird seit einigen Jahren als Wirtschaftsbetrieb geführt, in der gegenwärtigen Situation geht es also darum, die Lohnkosten für die fußballspielenden Angestellten zu senken. "Uns fehlen natürlich die Zuschauereinnahmen aus den ausfallenden Heimspielen, aber auch viele Sponsoren sind angesichts der eigenen angespannten Lage zurückhaltend – was man ihnen nicht verübeln kann", ergänzte Sieghard Richter, ehrenamtlich agierender Präsident.
Die beste Saison in der 4. Liga
Auf 50 000 bis 60 000 Euro be-ziffern Baethge und Richter die monatlichen Einnahmen, 70 bis 80 Prozent davon kommen von Geldgebern aus der heimischen Wirtschaft. "Wir hoffen natürlich, dass diese uns weiter unterstützen. Denn es ist ein großes Problem, dass überhaupt nicht einzuschätzen ist, ob und wann es weiter geht", sagt der 47 Jahre alte Manager.
Sportlich trifft die Fürstenwalder der Corona-bedingt ruhende Spielbetrieb umso mehr, da sie als Tabellenvierter ihre beste Saison in der 4. Liga absolvieren, zudem im Halbfinale des Landespokals stehen. Für das Erreichen des Endspiels und erst recht die Teilnahme am DFB-Pokal in der kommenden Saison winkt ein erkleckliches Sümmchen – sollte der Wettbewerb nicht zu Ende gespielt werden, wäre das für die Maucksch-Truppe so etwas wie der Super-Gau.
Derweil ist der Verein nicht untätig, was die Akquise auch von kleineren Geldbeträgen anbelangt. So ist ab sofort der Verkauf von sogenannten Wellenbrecher-Aktien neu aufgelegt worden. Für 150 Euro wird ein Schild mit dem eingravierten Namen des Unterstützers an einem der Sicherheits-Bügel auf den Stehplatztribünen der Bonava-Arena angebracht. Und: "Ähnliche Aktion werden in den nächsten Wochen folgen", kündigt Sven Baethge an.
IBAN: DE 35 17055050 3491437163,BIC: WELADED1LOS
Verwendungszweck: Wellenbrecher, dazu Name und E-Mailzu beachten: bei der Gravur sind maximal 22 Zeichen möglich

Was machen andere Regionalligisten?


Auch weitere Vereine der Regionalliga Nordost haben ebenfalls Kurzarbeit für ihre Angestellten beantragt,unter anderem der BFCDynamo und FC Energie Cottbus.Andere versuchen diefinanzielle Lage durch den Verkauf von virtuellen Eintrittskarten zu verbessern. Die Idee dahinter: Fanserwerben Tickets für(fiktive) Partien, die gar nicht stattfinden, so beim SV Lichtenberg 47 gegen den Bischofswerdaer FV. Der 1. FC Lok Leipzig hatte bis Donnerstagmittag mehr als 68 000 Karten (!) zu je einem Euro für ein Spielam 8. Mai, 19.30 Uhr, gegen einen "UnsichtbarenGegner" verkauft.Lokalrivale BSG Chemiebietet derweil sogenannte Unterstützungspakete im Wert von 28 bis 450 Euro an, rund 1400 sind von den Anhängern der Leutzscher gekauft worden, hinzu kommen weitere Spenden. kb