Fußball: Individuelle Fehler kosten besseres Ergebnis

Gleich fällt das 1:0: Peter Köster stürzt, Fürstenwaldes Schlussmann Paul Büchel wird von Florian Beil bedrängt, aus dem Hintergrund kommt Carsten Kammlott (nicht im Bild) und erzielt den Führungstreffer für den FSV Wacker Nordhausen.
Bernd Peter0:4 unterlag Fußball-Regionalligist FSV Union Fürstenwalde im Freitagabendspiel bei Wacker Nordhausen. Allerdings wurden die Gäste dabei unter Wert geschlagen, spiegelt das Resultat nicht die 90 Minuten im Albert-Kuntz-Sportpark wider.
„Wir sind brutal enttäuscht. Nicht wegen des Spiels, sondern wegen des Ergebnisses“, analysierte André Meyer. „Wir sind mutig aufgetreten, haben mit viel Leidenschaft gespielt, reichlich Ballbesitz gehabt und uns etliche Möglichkeiten erarbeitet. Aber wir haben es verpasst, zum richtigen Zeitpunkt die Tore zu machen und auf der anderen Seite den Gegner förmlich eingeladen“, musste der Fürstenwalder Trainer eingestehen.
Martin Zurawsky verpasste den Wacker-Kasten und damit die Führung für die Gäste nur knapp (9.) – praktisch im Gegenzug wurde Peter Köster bei einer Flanke von rechts durch Nordhausens Florian Beil ein wenig in Paul Büchel geschoben, der Fürstenwalder Keeper griff daneben und Carsten Kammlott staubte ab.
Auch beim 2:0 sah Büchel unglücklich aus, als er nach einer Reihe nicht gut geklärter Eckbälle einen Schuss von Kapitän Tobias Becker nach vorn abwehrte und Kammlott so dessen achtesSaisontor ermöglichte. Der 29-Jährige – 188 Spiele in der 3. Liga für RB Leipzig und Rot-Weiß Erfurt – hatte schon im Hinspiel den 2:1-Siegtreffer erzielt. Wenig später bereitete er das 3:0 von Beil vor. Dazwischen und danach hatten die Gäste ebenfalls ihre Chancen, blieben aber glücklos. In der zweiten Halbzeit passierte wenig, ehe der gerade eingewechselte Lucas Scholl den Pfosten traf (82.) und Joy-Lance Mickels nach Abschlag von Jan Glinker und Stellungsfehler von Gian Luca Schulz schließlich den Endstand besorgte.
„Individuelle Fehler haben uns ein besseres Ergebnis gekostet. Wir haben heute eine schöne Schleife um das Spiel gemacht und es den Nordhäusern geschenkt“, fasste Gäste-Trainer Meyer mit leichter Ironie zusammen. Sein Gegenüber Heiko Scholz war zufrieden ob der drei Punkte, wobei ihm die Balance zwischen Offensive und Defensive vor der Pause nicht gefallen hatte. „Der Gegner hat gut mitgespielt – und genau das hat uns geholfen, weil sich viele Möglichkeiten ergeben haben“, sagte der 53 Jahre alte Ex-Profi, der erst seit Januar im Amt ist.
André Meyer, der am Sonntag im Olympia-Sportpark das 2:1 von Hertha BSC II gegen denBischofswerdaer FV verfolgte, fand derweil noch ein paar deutliche Worte zu der schon wieder aufkommenden Kritik: „Ja, wir haben nach dem 0:5 bei Lok Leipzig auch das zweite Auswärtsspiel in diesem Jahr deutlich verloren. Aber ich habe absolut kein Verständnis dafür, dass jetzt schon wieder Leute auftauchen, die alles schlecht reden. Die haben aus der Hinrunde nichts gelernt“, ärgerte sich der 35-Jährige und fügte mit Blick auf das Heimspiel gegen die Berliner Jung-Profis am nächsten Sonntag hinzu: „Das ist für uns kein ,Soll-Spiel’, genau wie das in Nordhausen. Mit diesen Vereinen brauchen wir uns nicht zu vergleichen. Wir müssen unsere Punkte gegen andere Mannschaften holen und das haben wir gegen Budissa Bautzen und Optik Rathenow getan“, nimmt der Coach seine junge Truppe in Schutz.
Ziel war es, in der Rückrunde mehr Punkte zu holen als zuSaisonbeginn. Und da liegt der FSV Union mit sieben Zählern aus sechs Partien absolut im Soll: Im September war es gerade mal einer ...