Das Warten geht zumindest bis zum Freitagabend weiter: Da will das Präsidium des Nordostdeutschen Fußball-Verbandes per Videokonferenz tagen, bei der ein Update zum Spielbetrieb erwartet wird. Erst Ende vergangener Woche war beschlossen worden, die Saison nach der November-Pause Anfang Dezember mit dem 16. Spieltag fortzusetzen und noch zwei weitere Wochenenden plus Nachholspiele unter der Woche ohne Zuschauer absolvieren zu wollen.

Vorziehen der Winterpause gefordert

Doch inzwischen hat sich einiger Widerstand in der Liga geregt, werden Stimmen laut, den Re-Start der Regionalliga Nordost ins neue Jahr zu verschieben. Das ist auch die Ansicht des 1. FC Lokomotive Leipzig, der am 6. Dezember Heimspielgegner des FSV Union Fürstenwalde im ersten Spiel nach dem Lockdown sein soll. In einem offenen Brief an den NOFV fordert der Verein ein Vorziehen der Winterpause und das Festsetzen eines Saison-Fortführungstermins Ende Januar 2021. „Wir sprechen uns außerdem für eine Neubewertung der Situation Anfang Januar sowie eine anschließende Festlegung entsprechender Maßnahmen aus. Nur dann entsteht für die Vereine Planungssicherheit.“

Geisterspiele sind finanziell nicht zu verkraften

Sieghard Richter, der Präsident des FSV Union, ist in der derzeitigen Situation im Zwiespalt. „Klar, die Mannschaft will sicherlich jetzt endlich wieder spielen. Doch kostenmäßig wird es für uns als einen der kleinen Vereine in der vierten Liga sehr schwer und eng, wenn im Dezember mehr als ein Spiel ohne Zuschauer ausgetragen werden sollte. Bei Geisterspielen fehlen die Einnahmen und es entstehen trotzdem all die Kosten. Das ist auf Dauer tödlich.“ Zudem hätten einige Sponsoren des Vereins angesichts der Auswirkungen der Corona-Pandemie Probleme, ihren Beitrag zu leisten.
Spielen vor Zuschauern unter Einhaltung eines strengen Hygiene-Konzepts hätte sich in den bisherigen fünf Heimpartien der Fürstenwalder bewährt. Doch das steht derzeit nicht zur Debatte. Und auch die Skepsis über den Re-Start am ersten Dezember-Wochenende wächst in der Liga. So sollen sich neben Lok Leipzig gleich mehrere Vereine dagegen ausgesprochen haben, darunter einige aus Berlin, wo es bislang eh noch keine Ausnahmegenehmigung für die Viertliga-Vereine gibt.