Garten in Fürstenwalde: Einfache Gartenpflege – wie sie ohne Asphalt gelingt

Gut für Mensch und Natur auch in Fürstenwalde: Rasen, der mindestens vier Zentimeter lang ist.
Marlene Wetzel- Fürstenwalde verbietet Schottergärten; Regenwasser muss versickern.
- Bodenversiegelung betrifft 52% der Stadt; schlechtes für Grundwasser.
- Experten empfehlen Bodendecker statt Schotter; Unkraut wird reduziert.
- Mähroboter schaden der Artenvielfalt; Rasen mindestens 4 cm halten.
- Teiche erhöhen Luftfeuchtigkeit; Zäune ersetzen Hecken und schaden Tieren.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Eine Bedrohung für die Natur oder pflegeleicht und ästhetisch – bei sogenannten Schottergärten gehen die Meinungen auseinander. Auch in Fürstenwalde.
„Zum einen begrenzen sie den Lebensraum von Pflanzen und Tieren“, so Thorsten Weidner Geschäftsführer des Wasser- und Landschaftspflegeverbandes „Untere Spree“. Zum anderen verhindern besonders Schottergärten mit Vliesunterlage und Gärten mit überwiegend betonierten und gepflasterten Flächen laut Naturschutzbund (NABU), dass Regenwasser versickern kann. Dadurch wird das Grundwasser nicht mehr angereichert, der Pegel und die Bodenfruchtbarkeit sinken.
Fürstenwalde: Garten-Regeln gesetzlich vorgeschrieben
Deshalb verbieten einige Kommunen solche Gärten bereits explizit, in Fürstenwalde regelt das Brandenburgische Wassergesetz, dass Regenwasser auf (Privat)Grundstücken versickern muss, so Björn-Ulrik Bluschke, Referent von Bürgermeister Matthias Rudolph. Die Kontrolle der Vorschrift liegt bei der Kommune.
Bodenversiegelung
Nach Definition des Umweltbundesamtes bedeutet Bodenversiegelung, „dass der Boden luft- und wasserdicht abgedeckt wird, wodurch Regenwasser nicht oder nur unter erschwerten Bedingungen versickern kann.“
Gebäude, asphaltierte Straßen, gepflasterte Gärten, aber auch betonierte oder stark behandelte Sportplätze versiegeln den natürlichen Boden.
Etwa 45 Prozent der Siedlungs- und Verkehrsflächen in Deutschland sind dem Umweltbundesamt durch Bebauung aktuell versiegelt.
Nach einer Studie des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) von 2023 ist Fürstenwalde mit 52 Prozent betroffener Flächen, die am stärksten versiegelte Stadt Brandenburgs.
„Besitzer von Schottergärten finden diese häufig ordentlicher und glauben, dass sie pflegeleichter sind. Dabei ist oft genau das Gegenteil der Fall“, sagt Gartenbauingenieur und Mitglied im Fachverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Berlin und Brandenburg e. V. Hans-Peter Kracht aus Alt Golm. „Unkraut findet immer seinen Weg, auch zwischen Pflastern und am Rand von Asphaltflächen. Gerade, wenn ich es ordentlich haben möchte, bin ich dann nur am Zupfen.“

Fürstenwalde: Auch in Schottergärten entsteht Unkraut und Moos, beispielsweise in den Fugen von Pflastersteinen. (Symbolbild)
Hannes P. Albert/dpaGarten-Experte verrät: „Bodendecker vermeiden Unkraut“
Sein Tipp stattdessen: Bodendecker, Stauden oder Gehölzer so dicht zu pflanzen – ungefähr zehn bis zwölf Pflanzen pro Quadratmeter – dass das Unkraut gar nicht erst keimen kann. So könne jede Menge Arbeit und Pflanzengift gespart werden.
Wichtig sei es, die richtigen Pflanzen im Garten zu säen: in Schattenbereichen Farn, Immergrün, Walderdbeeren oder Waldsteinen, in der Sonne Katzenminze, Lavendel, Sedum oder Geranien. Eine andere Möglichkeit, um die Versickerung im Garten zu fördern, seien Ökopflaster, also sickerfähige beziehungsweise wasserdurchlässige Pflasterflächen.
Wer es ordentlich mag und gleichzeitig die Artenvielfalt fördern möchte, könne den Rasen nur an den Rändern stehen und Wildblumen wachsen lassen, um Insekten anzulocken, rät er zudem.
Mähroboter auf dem Rasen - „natürlicher Schutz geht verloren“
Thorsten Weidner sieht gerade in der deutschen Ordnungsvorstellung, das Problem. Der größte Feind für die Artenvielfalt – neben Schotter und Asphalt, die Gärten richtig aufheizen – sei der Mähroboter, der ständig läuft und den Rasen so kahl schort, dass sich dort nichts mehr entwickeln könne. Dadurch ginge auch der natürliche Schutz für den Boden gegen Sonne und Wind verloren. „Die Folge: Der Boden wird so trocken, dass er gerade die starken Niederschläge des Sommers nicht mehr aufnehmen kann“, so Weidner.
Kracht empfiehlt, den Rasen auf minimal vier Zentimeter zu kürzen, versetzt zu pflanzen, sodass immer etwas blüht und Insekten immer Nahrung finden. Wildblumen sollten ihm zufolge zumindest im Randbereich stehen gelassen und nur ein bis zweimal im Jahr gemäht werden.
Fürstenwalde: Teich im Garten - das sind die Vorteile
Um die Luftfeuchtigkeit im Garten zu erhöhen und eine angenehme Kühle zu erzeugen, könne man einen Teich anlegen, so der Fachmann. Darüber würden sich auch Vögel freuen, die dort trinken können.
Ein weiterer Dorn in Weidners Augen: Künstliche Zäune, die Hecken ersetzen. Dadurch würde auch größeren Tieren der Lebensraum genommen werden. Kracht meint, „früher haben wir uns mit den Nachbarn unterhalten, heute schotten wir uns ab. Gärten sind immer Abbild der Kultur, in der wir leben.“


