Geschichte in Fürstenwalde: Mit dieser Methode überraschten Friseure vor 100 Jahren

Eine typische Frisur aus den 1920er-Jahren zeigt eine Porträtbüste in den Räumen des Museumsberges in Flensburg (Schleswig-Holstein). Auch in Fürstenwalde ging man vor 100 Jahren mit der Zeit, was Frisuren betrifft. (Symbolfoto)
Carsten Rehder/ dpaHeutzutage suchen viele Menschen im Internet nach Inspiration für eine neue Frisur. Vor 100 Jahren wurden die neuen Trends beim Schaufrisieren der Fürstenwalder Friseur-Innung „im gut besuchten Reichshallen-Saal“ präsentiert.
„Obermeister Schmidt begrüßte einleitend die Erschienenen und wies darauf hin, dass u. a. Leistungen gezeigt werden sollten, die auf der Internationalen Friseur-Ausstellung in Leipzig preisgekrönt wurden“, schreibt die Lokalzeitung am 14. November 1925. Anschließend legten die Profis gleich los: Meister, Gehilfen und auch Berliner Friseure frisierten die verschiedenen Damen- und Herren-Modelle.
Weiter heißt es in dem Artikel: „In fleißiger Arbeit wurden kunstvolle Tages-, Gesellschafts- und historische Frisuren hergestellt, wobei auch Haar-Ersatzteile, Schmuckstücke, Puder usw. eine große Rolle spielten.“ Es sei auch eine neue Methode vorgestellt, die großen Anklang fand: die Lichtbad-Schönheitspflege. Nachdem alle Haare frisiert waren, wurden die Ergebnisse dem Publikum im Saal durch einen Rundgang vorgeführt. Von der Bühne aus erklärte die Innung die Besonderheiten einer jeden Frisur.
Berliner Filmfriseur kommt extra nach Fürstenwalde
Als Finale der Veranstaltung wurden „künstlerisch gestellte lebende Bilder nach Gemälden aus der Rokoko- und Wallenstein-Zeit, zu denen der Berliner Filmfriseur Cisliwitz die entsprechenden zeitgemäßen Frisuren geliefert hatte“, vorgeführt. Herren-Friseur-Gehilfin Gertrud Pohl aus Frankfurt (Oder) habe dann noch ein Ehrendiplom für ihre fünfjährige Dienstzeit erhalten. Und was taten die Friseure und ihre Gäste am Abend? Sie „schwangen noch manche Stunde das Tanzbein“.
Wer sich in jenen Tagen eher für Neuheiten der Geflügel- und Kaninchenzucht interessierte, der war in der städtischen Turnhalle in der Burgstraße (heutige Geschwister-Scholl-Straße) genau richtig. Der Kleintierzuchtverband für den Kreis Lebus veranstaltete dort die erste Kreisverbandsausstellung mit Teilnehmern aus Fürstenwalde und umliegenden Orten.
400 Tiere in der Turnhalle
„Fast 400 Tiere sind angemeldet. (…) Für jeden Tierliebhaber wird es anziehend sein, die besten Vertreter des Wasser-, Großgeflügels, der Tauben und Kaninchen zusammen beschauen können“, so das Blatt. Den Gästen solle gezeigt werden, dass man auch mit wenig Aufwand selbst Fleisch und Eier erzeugen könne.
Eine Sonderabteilung bildeten übrigens die Tauben. Sie wurden von den besten und überregional bekannten Züchtern aus Fürstenwalde vorgestellt. Die Zeitung wies auch auf zahlreiche Kaninchen hin, von denen einige Rassen ausgezeichnete Pelze hätten.
