Hobbykünstlerin
: Mit Stift und Block im Boot

Marion Peters aus Fangschleuse greift gern zu Farbe und Pinsel. Ihre Aquarelle zeigen vor allem Motive aus der Natur.
Von
Anke Beißer
Grünheide
Jetzt in der App anhören

Ein Schreibtisch als Maltisch: Marion Peters findet in der Malerei Entspannung und Bestätigung.

Anke Beißer

Wenn Marion Peters überlegt, wann das mit ihr und der Malerei angefangen hat, dann muss sie ziemlich weit zurück denken. Aufgewachsen in Fangschleuse, kann sie sich noch gut an Paddelausflüge mit ihrem Vater Fritz Meyer auf der Löcknitz erinnern. "Da hatte ich immer Stift und Block dabei“, sagt die heute 71–Jährige. Aber so richtig ernst habe sie es nie betrieben. Zeit und Ruhe hätten gefehlt.

Immerhin lag ihr das Zeichnen aber so sehr, dass es Einfluss auf ihre Berufswahl hatte. Weil es mit dem Studium der Innenarchitektur nicht geklappt hatten — sie hätte zuvor eine Schneider– oder Tischlerlehre absolvieren müssen, dass sie Abitur hatte und Maurergesellin war, reichte nicht — ließ sie sich zur technischen Zeichnerin ausbilden. Ein berufsbegleitendes Abendstudium machte sie später zur Konstrukteurin. Sie arbeitete in der Projektierung — nach der Geburt ihrer Tochter und den drei Mütterjahren im Verkehrskombinat, Sitz Erkner. Hier lernte sie Gerhard Peters kennen, mit dem sie, bis zu seinem Tod 2011, 38 Jahre verheiratet war. Nach der Wende fasste sie 1995 in ihrem Heimatort Grünheide Fuß, war bis zum Ruhestand 15 Jahre im Bauamt beschäftigt.

Schon in der Zeit hat sie ihre verborgenen Talente immer mal wieder hervorgeholt. „Aber nur halbherzig“, sagt sie. Als ihr Mann verstorben war, machte ihre Tochter sie auf einen Aquarell–Mal–Kurs in Woltersdorf aufmerksam. „Das ist das Richtige für dich“, sei ihre Tochter überzeugt gewesen. Und hatte recht. Bis heute trifft sich Marion Peters einmal im Monat mit den Gleichgesinnten. Es wird zusammen gearbeitet, sich gegenseitig kritisiert und von Kursleiterin Marlies Grytz weiterhelfen lassen.

Die 71–Jährige hat keine Scheu, ihre Arbeiten zu zeigen. „Das sind alles meine Kinder.“ Sie schmücken die Wände des Hauses, das seit etwa 1903 ihrer Familie mütterlicherseits — der Erbes, Meyers und jetzt Peters — Zuhause ist. Das jüngste Werk steht stets prominent im Wohnzimmer, immer direkt in ihrem Blick. „Ich bessere dann oft auch nach, bis es mir gefällt.“ Dabei helfen Gespräch mit ihrem Enkel Leon Große, der neben ihrer Tochter Kathrin Peters–Große  der strengste Kritiker ist. „Er studiert Architektur, befasst sich selber mit Kunst und malt“, ist sie stolz auf den Nachwuchs. Zwar habe der 23–Jährige einen anderen Zugang, teile nicht unbedingt die Auswahl ihrer Motive, aber über das Spiel mit den Farben und Techniken lasse es sich mit ihm bestens fachsimpeln.

Zuletzt war eine Auswahl beider Arbeiten im Rathaus zu sehen. „Das war etwas besonderes für mich, an alter Wirkungsstätte, mit dem Enkelsohn.“ Marion Peters hält in ihren Werken gern die Natur, Blumen und Tiere fest. Waren es früher Stift und Block, so ist heute der Fotoapparat ein treuer Begleiter. An ihrem Schreibtisch gestaltet die Fangschleuserin aus den Motiven ihr eigenes Bild, nie eine Kopie des Originals.