Am 5. August brachen sie in aller Frühe vom Güterverkehrszentrum Freienbrink aus in die Hochwasser-Katastrophenregion in Rheinland-Pfalz auf: 16 Feuerwehrleute aus dem Landkreis Oder-Spree, unter anderem aus Grünheide und Storkow, haben in Rheinland-Pfalz ausgeholfen.
Inzwischen sind sie wieder zurück in Brandenburg – aber das soll es nicht gewesen sein mit der Hilfe. Der Feuerwehrverein Fürstenwalde hat in Zusammenarbeit mit Kreisbrandmeister Klaus-Peter Schulz und dem Kreisfeuerwehrverband eine Spendenaktion mit dem Titel „Hilfe für Helfer“ ins Leben gerufen.
Schuttberge überall: Eindrücke aus dem Dorf Rech im Kreis Ahrweiler, in dem auch die Feuerwehrkräfte aus dem Landkreis Oder-Spree im Einsatz waren.
Schuttberge überall: Eindrücke aus dem Dorf Rech im Kreis Ahrweiler, in dem auch die Feuerwehrkräfte aus dem Landkreis Oder-Spree im Einsatz waren.
© Foto: Kreisfeuerwehrverband Ostprignitz-Ruppin

Adressat ist der Kreisfeuerwehrverband Ahrweiler

In einem Video wird das Anliegen erklärt: Es geht darum, den von dem Hochwasser ebenfalls betroffenen Helfern, den Feuerwehrleuten in der Region im Ahrtal, zu helfen. Das Video ist auch über die Internet-Seite der Fürstenwalder Feuerwehr verlinkt, und dort geht ein Button direkt zu der Spendenaktion. Zuwendungen sind über den Zahlungsdienst paypal, per Bankeinzug oder Kreditkarte möglich, man braucht also keine fremde Konto-Nummer. Das Geld soll an den Kreisfeuerwehrverband Ahrweiler gehen.
Sven Erkner, der Vorsitzende des Feuerwehrvereins, legt Wert darauf, dass das gespendete Geld zu 100 Prozent, ohne Abzug irgendwelcher Verwaltungskosten, dorthin geht, wo es gebraucht wird. Der Kreisfeuerwehrverband Ahrweiler hat selbst schon ein Spendenkonto für betroffene Feuerwehrangehörige im Kreis Ahrweiler eingerichtet. Großen Zuspruch hat auch die Spendenaktion des Landkreises Märkisch-Oderland und der Märkischen Oderzeitung erfahren.

Feuerwehrleute in Rech haben ihre Häuser verloren

Während die zurückgekehrten Feuerwehrleute aus Oder-Spree auf Geheiß der Kreisverwaltung noch nicht über ihre Erfahrungen sprechen, sind zwei Vertreter aus dem 500-Einwohner-Ort Rech offenherzig – und sehr dankbar für die Hilfe, die sie aus Brandenburg erfahren haben. „Wir haben zwei Kameraden in unserer Feuerwehr, deren Häuser nicht mehr existieren. Das ist, als hätte das Haus nie dagestanden“, berichtet Florian Schreier, der Wehrführer von Rech, am MOZ-Telefon.
Diese Leute können vermutlich auch auf ihren Grundstücken kein neues Haus bauen, ergänzt Patrick Lichius, einfacher Feuerwehrmann in Rech. Sie und ihre Familien sind einstweilen bei Bekannten und Freunden untergekommen.

Rech war zwei Tage lang komplett abgeschnitten

Wie schlimm die Lage in Rech war, zeigt sich besonders deutlich darin, dass der Ort zwei Tage lang völlig abgeschnitten war. „Nach zwei Tagen hatten wir einen Waldweg freigeschnitten“, berichtet Schreier.
Die nächsten zwei Wochen mussten ständig wasserführende Fahrzeuge in den Ort pendeln, um im Brandfall überhaupt löschen zu können. Mit den Feuerwehrleuten aus Oder-Spree und anderen Teilen Brandenburgs ist es gelungen, wieder eine Löschwasser-Versorgung aus Faltbehältern aufzubauen, berichtet Lichius – es gab ja keine mehr.
Eine andere wichtige Leistung der Feuerwehrleute aus Oder-Spree war die Kommunikation: Die einheimischen Feuerwehrleute konnten sich nur von Funkgerät zu Funkgerät über wenige hundert Meter verständigen. Da schuf der mitgereiste Einsatzleitwagen aus Oder-Spree Abhilfe. „Wir waren einfach froh, dass Hilfe kam“, fasst Schreier seine Dankbarkeit zusammen.

Appell an die Politik

Sven Erkner und Klaus-Peter Schulz verbinden ihren Aufruf mit dem Appell an die Politik, „etwas dafür zu tun, dass Freiwillige, die helfen wollen, auch helfen können“, wie Erkner formuliert. Es geht um Entschädigungsregelungen für Unternehmen, die ihre Mitarbeiter für solche Einsätze abstellen.
Derweil, so schildert es Patrick Lichius aus Rech, lässt dort die Unterstützung der Politik schon wieder nach. „Der Bürokratie-Krempel im Wiederaufbau wird immer schlimmer.“ Und die Zeit läuft: „Es gibt keine Heizmöglichkeiten, in etwa sechs Wochen haben wir die ersten Frost-Nächte zu erwarten.“

Spendenaktion „Wir helfen“

Für die Spenden aus Brandenburg wurde ein Konto eingerichtet: Landkreis Märkisch-Oderland, IBAN: DE39 1705 4040 0020 0662 95, Stichwort: Spenden Hochwasserhilfe 2021