Holzwirtschaft
: Mit Holzhäusern den Fürstenwalder Stadtforst retten

Der Fürstenwalder Stadtforst kämpft mit niedrigen Preisen am Holzmarkt. Eine neue Geschäftsidee könnte vielleicht helfen.
Von
Andreas Schmaltz
Fürstenwalde
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  • Noch in der Entwicklung: Das Baugelände der Ketschendorfer Feldmark II in Fürstenwalde Süd könnte Platz für ein richtungsweisendes Projekt bieten. Es sieht vor, einen mehrgeschossigen Mietwohnungsbau mit Holz aus dem Fürstenwalder Stadtforst zu errichten.

    Noch in der Entwicklung: Das Baugelände der Ketschendorfer Feldmark II in Fürstenwalde Süd könnte Platz für ein richtungsweisendes Projekt bieten. Es sieht vor, einen mehrgeschossigen Mietwohnungsbau mit Holz aus dem Fürstenwalder Stadtforst zu errichten.

    Andreas Schmaltz
  • Thomas Weber, Direktor des Stadtforst Fürstenwalde

    Thomas Weber, Direktor des Stadtforst Fürstenwalde

    Andreas Schmaltz
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Projektidee für die Feldmark II

Dazu haben sich der Stadtforst, die Wohnungswirtschaft GmbH Fürstenwalde und die Max–Holz Systemtechnik GmbH aus Marienwerder zusammengetan. Die Idee: Auf der Ketschendorfer Feldmark II soll ein mehrgeschossiger Mietwohnungsbau in Holzbauweise mit etwa 2000 Quadratmeter Wohnfläche errichtet werden. Der Leiter der Stadtentwicklung, Christfried Tschepe, hatte die Stadtverordneten im Stadtentwicklungsausschuss Mitte Februar informiert, dass drei Grundstücke südöstlich des Knicks der Emma–Reich–Straße nicht in der kurz zuvor erfolgten Versteigerung enthalten waren. Die Abgeordneten sprachen sich dafür aus, dort einen Mietwohnungsbau zu errichten. Ob und wann das Projekt in die Tat umgesetzt wird, ist derweil noch unklar. „Zum jetzigen Zeitpunkt ist es noch zu früh“, sagt Weber. Zunächst müssten die Rahmenbedingungen mit den Partnern abgestimmt werden, wie ein solches Gebäude möglich wäre. Der Stadtforst würde beim Bau etwa 600 bis 700 Quadratmeter Holz verkaufen, schätzt Weber.

Das sei keine riesige Menge, jedoch für ein Pilotprojekt nicht schlecht. Zudem könne man auch bei der Energieversorgung über Holz nachdenken, was eine weitere Absatzmöglichkeit bieten würde.

Und neue Absatzwege werden dringend gebraucht. Im Revier Kleine Heide zeugen kahle Baumstämme davon, dass hier der Buchdrucker ganze Arbeit geleistet hat. Der Borkenkäfer hat mit den durch Trockenheit geschwächten Fichten leichtes Spiel. Mit dem Kiefernbestand im Stadtforst ist Weber aber er noch recht zufrieden. Doch deutschlandweit machen ein Pilz, der Kiefernborkenkäfer und der Kiefernprachtkäfer den Bäumen ebenfalls zu schaffen.

500 000 Euro Einnahmeverlust

„Wir haben einen Preisverfall von etwa 20 Euro auf den Festmeter Holz“, sagt Weber. Für den Stadtforst bedeutet das bei 25 000 verkauften Festmetern pro Jahr einen Einnahmeverlust von 500 000 Euro. „Das kompensiert man nicht so leicht.“ Zum Glück gebe es den Friedwald, der zumindest die Personalkosten des Stadtforstes abdecke. Will die Gesellschaft den Wald zur Naherholung und für den Klimaschutz erhalten, müssten Waldbesitzer für ihre Arbeit jenseits des Holzmarktes entschädigt werden, glaubt Weber. Er hofft auf eine CO2–Bepreisung, die den Wald und das dortige Ökosystem honoriert. Denn gerade für Forstbetriebe mit Personal sei die Lage auf dem Markt dramatisch.