Hund in Fürstenwalde: Einst dem Tode nah – Windhund Sami findet sein persönliches Happy End

Saluki Sami findet bei Familie Lange sein persönliches Happy End mit viel Geduld, Zuneigung und Streicheleinheiten.
Susanne HübscherAuf der Straße in Molkenberg – vier Kilometer entfernt von Fürstenwalde – lag ein goldglänzender Ball aus Fell und Knochen. Es war Sami – ein ein Jahr junger Windhund. Er war nicht nur ausgestoßen worden, sondern auch durstig, hungrig und dehydriert.
Allein und dem Tode geweiht, wurde das kleine Fellknäuel zum Glück gefunden und sofort ins Tierheim nach Fürstenwalde gebracht. Dort musste er zwei Tage an den Tropf gelegt werden und kam langsam wieder zu Kräften. Sein Überlebenskampf sollte sich noch auszahlen.
Vom Igel zum Hund
Auf der anderen Seite des Scharmützelsees wollte Familie Lange an einem Herbsttag im letzten Jahr auf eine Messe nach Hessen fahren. Vor ihrem Autoreifen fanden sie einen kleinen, stacheligen Ball – einen Igel. Dieser war eindeutig zu klein und brauchte Hilfe. Das Tierheim in Fürstenwalde war ihre erste Anlaufstation, um den kleinen Igel in Sicherheit zu wissen.
In der Berkenbrücker Chaussee traf Katarina Lange das erste Mal auf Sami und war sofort hin und weg. „Er war so ein hübscher Hund. Nach meinem Verlust meines letzten Hundes wollte ich aber keinen Hund mehr“, erinnert sie sich. Sami war wohl auch einem anderen Interessenten versprochen, aber das Schicksal meinte es gut und führte sie zusammen.
Aus dem Tierheim nach Glienicke
Zu Hause sprach die zukünftige Hundemama mit ihrem Ehemann über den Vierbeiner im Tierheim. Auch er wollte ihn kennenlernen. Die Eheleute waren von Anfang an total begeistert waren vom liebevollen und freundlichen Windhund. „Er hat wohl eher uns ausgesucht“, strahlt Lange. Wenig später konnte er in Glienicke bei seiner neuen Familie einziehen.
„Die ersten paar Wochen hat Sami noch alles markiert – Pflanzen, Teppiche, Mobiliar – es hat so schrecklich gerochen. Ich war nur noch am Putzen. Vier Wochen lang ließ er sich nicht von uns anfassen. Das legte sich zum Glück nach der Zeit“, berichtet Katarina Lange. Der persische Windhund entpuppte sich als Mama-Hund, denn er kuschelte fortan am liebsten mit ihr.

Hund Sami auf dem Küchenboden: Dort entspannt er sich, bevor es wieder für ein paar Runden nach draußen geht.
Susanne HübscherSami, der besondere Hund
Familie Lange beschreibt Sami als ganz besonderen Hund. Er brauchte am Anfang etwas mehr Zeit mit Männern. Er war damals noch sehr zurückhaltend, aber das legte sich. Windhunde brauchen aufgrund ihrer Rasse und Gene viel Bewegung.
„Wenn Sami noch genug Energie hatte, erkundete er die Gegend auch mal ungefragt allein. Nach wenigen Minuten kommt er aber wieder nach Hause. Trotzdem schafft er locker fünf bis sechs Kilometer“, berichtet Lange. Mithilfe eines Trackers kann seine Familie nachvollziehen, wo sich der schnelle Windhund befindet. „Sami telefoniert auch immer gern mit. Wenn jemand in der Familie am Telefon ist, unterhält sich Sami lautstark mit“, freut sich Lange.

Sami spielt im Schnee oder wetzt über den Hof - gelegentlich versucht er auch, seinen eigenen Schwanz zu fangen.
Susanne HübscherFamilie Lange wollte von seinem neuen Familienmitglied wissen, wo er herkommt und welchen Rassen er zugehört beziehungsweise welche Genmischung er besitzt. Die Ergebnisse des Gentests besagten, dass 50 Prozent Saluki (persischer Windhund) und 40 Prozent Windhund in ihm stecken. Die restlichen 10 Prozent sind gemischte Nebenrassen.
Der Wolf im Windhund
Jäger sind beim Anblick eines Salukis laut Katarina Lange nicht erfreut, da diese Hunde Jagdtrieb besitzen und ihre Beute im Blutrausch reißen. Gegenüber anderen Hunden sind sie jedoch nicht aggressiv, aber wenn ihnen interessante Beute ins Visier gerät, dann sind sie sehr energisch. „So kam es auch einmal vor, dass Sami eine Brieftaube im Garten gerissen hat“, erinnert sich die Hundemama. Sein Appetit kostet Familie Lange täglich circa fünf Euro.

Windhunde beobachten ihre Umgebung ganz genau. Sami entdeckt entfernte Objekte über hunderte von Metern ohne Probleme.
Susanne HübscherAus dem Tierheim haben die Langes einen „ganz großen Schatz“ bekommen. Mittlerweile ist Sami gute zwei Jahre alt und erfreut sich jeder Minute in seinem Zuhause bei seiner neuen und letzten Familie, die auch Katzen und ein riesiges Schwein besitzt, das im Dorf auch schon bekannt ist.

Sami genießt sein Leben mit Familie Lange. Er hat viel Fürsorge erhalten, gekämpft und viel Glück gehabt.
Susanne Hübscher

