Jubiläum: Martha Schwederski feiert ihren 100. mit ihrem Leibgericht

Glückwunsch zum 100.: Ortsvorsteher Norbert Niche hat Martha Schwederski in Kagel-Finkenstein gratuliert.
Anke BeißerAlle Genrationen ihrer Familie bis hin zur acht Monate alten Ur-Ur-Enkelin waren zum Gratulieren gekommen. Auch ihre Skatfreunde von der Volkssolidarität, Dieter Beitke (85) aus Herzfelde und Helmut Giera (83) aus Hennickendorf, sowie Nachbarn aus dem Ort haben mit ihr angestoßen, übers Leben geredet und herzlich gelacht. Ortsvorsteher Norbert Niche resümierte: „Wir sind die einzigen, die von meiner ersten Weihnachtsfeier als Bürgermeister, 1983, übrig sind.“ In der Runde schwang immer wieder Bewunderung und Erstaunen mit, was Martha Schwederski alles erlebt haben muss.
„Schönes, aber nicht nur“, räumte die Jubilarin ein. Als Waise unter zum Teil schwierigen Bedingungen in Herzfelde aufgewachsen, hat sie als 17-, 18-Jährige mit ihrem Eberhard einen liebenden Ehemann gefunden. Das Paar wurde in Berlin heimisch. Der Opikermeister wollte zwar anfangs nicht, dass sie arbeiten geht, doch der Mutter zweier Söhne war das Hausfrauendasein zu wenig. Sie besuchte die Volkshochschule, wurde Sekretärin und arbeitete drei Tage in der Woche beim Magistrat von Ost-Berlin. „Die übrigen Tagen konnte ich herumfahren und uns ein hübsches Gartengrundstück suchen.“ In Kagel-Finkestein wurde sie fündig, seit 1997 war das Paar dann dauerhaft hier zu Hause – ganz in der Nähe ihres Liebslingsrestaurants „Seeteufel“, in dem ab Mittag gefeiert wurde. „Mein Liebslingsgericht dort ist gebratene Forelle“, verriet sie.
Mit ihrem Mann sei sie gern gereist, war am Schwarzen Meer und in Sibirien. „Als er vor 14 Jahren starb, hab ich gesagt, dass ich schnell hinterher komme.“ Nun überlegt sie, was wohl sein wird, wenn sie 104 Jahre alt wird. „Dann muss meine Haushaltshilfe arbeiten, bis sie 80 Jahre alt ist“, sorgte sie in der Runde abermals für gelöste Stimmung.