Klinikum Bad Saarow
: Mit Tai Chi gegen Nervenkrankenheit Parkinson

Jürgen Bonnes ist an Parkinson erkrankt. Zahlreiche Therapien helfen ihm.
Von
MOZ
Bad Saarow
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Kräftigungsübungen: Jürgen Bonnes bei der Arbeit mit Physiotherapeutin Marina Lorenz vom Bad Saarower Helios-Klinikum. Auch ein Tai-Chi-Kurs half dem 65-jährigen.

Helios-Klinikum

Sein Arzt bemerkte auch, dass sich sein Gangbild verändert hatte. Neurologische Untersuchungen und Tests im Helios–Klinikum Bad Saarow bestätigten den Verdacht: Er war an Parkinson erkrankt.

Absterben der Nervenzellen

Bei Parkinson kommt es zum Absterben von Nervenzellen im Gehirn. Diese produzieren normalerweise den Botenstoff Dopamin. Aufgrund des Zellabbaus entsteht ein Dopamin–Mangel, der zu einer Unteraktivierung der Hirnrinde, die die Motorik steuert, führt. Daher treten im Verlauf die typischen motorischen Symptome auf – kleinschrittiger Gang, verlangsamte Bewegungen, Sprachstörungen, reduzierte Mimik, Zittern, Muskelsteifigkeit in Armen und Beinen sowie zunehmende Bewegungslosigkeit und plötzliches Einfrieren von Bewegungen.

Bonnes leidet vor allem an Bewegungseinschränkungen, das Zittern der Hände ist nicht sein Problem, eher das Laufen und Zugreifen, aber auch Sodbrennen. Mittlerweile schaut er auf sechs dreiwöchige Komplexbehandlungen im Bad Saarower Klinikum zurück. „Ich bin sehr zufrieden, denn die medikamentöse Einstellung unter stationärer Beobachtung bedeutet für mich ein großes Stück Sicherheit und damit Lebensqualität“, sagt er. Auch Angebote wie Physiotherapie, Logopädie, Gedächtnistraining, Wassergymnastik in der Saarow–Therme und Tangotherapie findet er gut. „Darüber hinaus habe ich während der Komplexbehandlung die Möglichkeit, mich mit Betroffenen auszutauschen“, fügt er hinzu. „In der Komplextherapie wurde beispielsweise die Bewegungsform Tai Chi angeboten. Ich habe gemerkt, dass diese langsamen, fließenden Bewegungsabfolgen das richtige Training für die Besserung meiner Defizite bezüglich der Beweglichkeit und des Gleichgewichts sind. Seitdem habe ich fast zwei Jahre lang einmal wöchentlich an einem Tai–Chi–Kurs teilgenommen“, berichtet Bonnes. Für ihn war von Anfang an klar, dass er sich nicht tatenlos mit der Diagnose abfinden würde: „Ich gehe jede Woche zur Ergo– und Physiotherapie sowie zur Logopädie, bin viel mit Gartenarbeit beschäftigt, kümmere mich um meine Hühner, spiele mit meinen Enkelkindern und engagiere mich als Vorsitzender im Motzener Heimatverein. Das bekommt mir gut und sorgt für Ablenkung“.

Jürgen Bonnes berichtet aber auch, welchen Stellenwert die Zeit eingenommen habe: Wie wichtig es für sein Wohlbefinden sei, den Tagesablauf genau zu strukturieren und den Tag nicht mit Terminen zu überladen. Auch habe es für ihn Höhen und Tiefen gegeben: „Es fällt mir schwer, mich länger als 90 Minuten zu konzentrieren.“

Trotz seiner Einschränkungen erfahre er aber große Unterstützung und Verständnis durch seine Frau, seine Familie und Freunde. „Das ist ein gutes Gefühl.“