Konzert
: City-Rocker begeistern Fans von 8 bis 80

Im Theater am See spielt die Band neben den alten Hits auch Lieder von „Das Blut so laut“.
Von
Ruth Buder
Bad Saarow
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Begeistern mit ihren alten Hits: Die fünf City-Musiker bekamen für ihren Auftritt im Theater am See in Bad Saarow viel Applaus.

Ruth Buder

Auf den bekanntesten Song haben die Fans, die zwischen 18 und 80 sind,  bis zum Schluss warten müssen. Mit  „Am Fenster“ gelang der DDR-Band vor 42 Jahren der große Durchbruch – auch im Westen. Kein Wunder, dass sich um diesen Hit eine Reihe von Legenden und Geschichten ragen, die Sänger Toni Krahl im Laufe des Abends zum Besten gibt. Als dann schließlich die große Hymne erklingt, bei dem der in Bad Saarow wohnende „Held vom Balkan“,  Geiger Georgi Gogow, seinen großartigen Soloauftritt hat,  hält es keinen mehr auf dem Platz.

Die ganze Bandbreite des City-Schaffens bekommen  die Besucher an diesem Abend zu hören. Zwischen fünfarmigen Kerzenständern und in  rotes, blaues und pinkfarbenes Licht gehüllt, präsentiert die fünfköpfige Band alte Titel wie „Casablanca“, „Wand an Wand“ und „Flieg ich durch die Welt“ sowie Songs von ihrem neuen Album „Das Blut so laut“. Immer wieder kokettiert Krahl, der in diesem Jahr 70 wird, mit seinem und dem Alter der anderen Bandmitglieder und macht Witze über „betreutes Musizieren“ oder  „altersgerechtes Aktualisieren“ von Titeln.

Gänsehautfeeling gab es bei „Sind so kleine Hände“. Ein Song der Liedermacherin Bettina Wegner, „den wir uns ausgeborgt haben und den wir für unsere Kinder und Enkelkinder spielen“, sagt Toni Krahl unter tosendem Applaus. Und als die Band Lieder „für unsere Freunde da oben“ spielt, werden noch mehr Erinnerungen wach: An die Verstorbenen Herbert Dreilich von „Karat“  („Du alter Sack fehlst uns sehr“) oder Tamara Danz, Frontfrau von Silly. Aber vor allem ging es an diesem Abend um die Liebe und um Männer und Frauen, die so oft aneinander vorbeireden. Wie nach einer Phase der großen Verliebtheit der raue Alltag einziehen kann, macht Krahl daran fest, wie ein Paar seine Frühstückseier verzehrt. Anfangs noch voller Hingabe, später genervt. „Wir alle hatten wechselnde Beziehungen und wissen, dass es stimmt. Nur unser Fritz Puppel nicht. Der hat jeden Sonntag mit seiner Frau Rührei gegessen“, witzelte Krahl über sein Bandmitglied. Die Zuschauer sind gut drauf, klatschen mit, wiegen sich im Rhythmus. Gabriele und Frank Kühn merkt man die Freude über diesen Abend an. Das Paar (beide sind 64) ist extra aus Petershagen angereist. „City ist Teil unserer Jugend, unseres Lebens. Ihre Musik ist unser Geschmack“, sagt Frank Kühn. „Außerdem gefallen mir die Texte gut. Und die Band ist auf dem Boden der Tatsachen geblieben“, lobt er, als er mit seiner Frau gut gestimmt den Heimweg antritt.