Am Sonntag ging es im Dom St. Marien bei der achten Auflage von "Geschichte – Gedichte – Gesang" um Lehrer, Schüler, Schulen, Schulformen sowie außerschulische Bildungs- und Sozialeinrichtungen in Fürstenwalde vom 17. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Immer auch klangen die sozialen Gegensätze an, die an den unterschiedlichen Schulformen und Privilegien der Vermögenden sichtbar werden.
Die Veranstaltungsreihe "Geschichte – Gedichte – Gesang", an der sich diesmal als Rezitatoren Pfarrer i. R. Martin Haupt, Schüler des Geschwister-Scholl-Gymnasiums und des Oberstufenzentrums Palmnicken sowie als Gospelchor Schüler der Katholischen Schule Bernhardinum beteiligten, ist eigentlich ein Konzert. Getragen wird es vom Kammerchor Fürstenwalde "Geschwister Scholl" unter der Leitung von Rudolf Tiersch und mit Begleitung durch Alex Ilenko. Das Thema Bildung durch die Jahrhunderte hatte den Sängerinnen und Sängern die Möglichkeit geboten, mit ihren schönsten Liedern aufzuwarten, etwa dem Studentenlied "Gaudeamus Igitur", dem hymnischen "Füllt mit Schalle" von Gluck, dem durchgeistigten "Ave verum" von Mozart und dem Lied der jungen Naturforscher, "Die Heimat hat sich schön gemacht", von Gerd Natschinski. Es wurde in den Schulen der DDR-Zeit mit Hingabe gesungen.
Erkenntnisse aus Stadthistorie
Ehrengast war Rolf Lindemann. Der Landrat findet das Format gelungen, denn "Allgemeinbildung werde hier mit Gesangeskunst genial zusammengeführt", lobte er. Heidi Brandt und Bärbel Jurk sind vom ersten Konzert an dabei und sammeln die Begleithefte. "Man lernt immer Neues dazu", freute sich Heidi Brandt. Beide fanden es gut, dass die Jugend mitmacht, sich die nächste Generation für die Stadtgeschichte interessiert. Auch Superintendent Frank Schürer-Behrmann gewann eine neue Erkenntnis, nämlich dass bereits 1873 in Fürstenwalde die erste jüdischen Taubstummenschule Deutschlands gegründet wurde. "Daran sieht man, wie früher schon verschiedene Glaubensrichtungen ihren Beitrag an der Bildung geleistet haben", wertete er aus.