Masters-Ruderer: Mit geliehenen Booten in Florida

Spaß auf dem Ruder-Ergometer: Elke Knauthe, Dörte Lenz, Maik Koniczek, Christine Kawalle und Peter Knauthe (von links) gehören zu den sieben Masters-Ruderern des RC Fürstenwalde. Seit Jahren räumen die Wassersportler bei nationalen und internationalen Wettkämpfen ab.
Henriette BrendlerOb beim Krafttraining oder auf dem Wasser im Ruderkasten: Bei den Fürstenwalder Ruderernwird viel gescherzt und gelacht. „Wir sieben Masters-Sportler sind im selben Alter und der aktive Kern der Wettkampfruderer. Einige von uns kennen sich seit 40 Jahren, das schweißt zusammen“, erklärt Christine Kawalle.
Dieses Gemeinschaftsgefühl und das kontinuierliche Training scheinen das Erfolgsrezept zu sein. Aber nicht nur: „Die Frauen sind eindeutig der Motor. Wenn sie festlegen, dass wir an bestimmten Wettkämpfen teilnehmen, ist Widerspruch zwecklos“, verrät Peter Knauthe mit einem Augenzwinkern. Er, seine Frau Elke, Jens Klingberg und Maik Koniczek sind in diesem Jahr als Mannschaft für die Sportler-Wahl nominiert. Sie waren bei den World- und Euro-Masters sowie nationalen Rennen erfolgreich. Die Masters-Regatten werden für semiprofessionelle Freizeit- und ehemalige Leistungssportlerüber 27 Jahre organisiert.
Für den größten Wettkampf des Jahres nahm das Ehepaar Knauthe 2018 die weiteste Reise auf sich: zu den Weltmeisterschaften in Sarasota-Bradenton in Florida. „Das war ein großartiges Erlebnis, auch wenn wir Ende September mit Temperaturen von 38 Grad und 80 Prozent Luftfeuchtigkeit zu kämpfen hatten“, erinnert sich Elke Knauthe. Bei ihrem ersten Auftritt überhaupt in den USA waren die beiden zuerst einmal begeistert von der modern ausgebauten Regatta-Strecke und der perfekten Organisation vor Ort.
„Aufgefallen sind mir gleich die Schildkröten, die in einem Zufahrtskanal herumschwammen. Unsere Boote mussten wir mieten, und das warme Wasserhat uns extrem schnell werdenlassen“, fasst Peter Knauthe seine Eindrücke zusammen.
Während er im Doppelzweier der Altersklasse D 50–55 Jahre mit Holger Dettmann von derRG Wiking Berlin seinen Lauf souverän gewann und in derhöheren Altersklasse E mit einemveralteten Leih-Boot noch Dritter wurde, hatte seine Frau mit ganz anderen Problemen zu kämpfen: Kurz vor dem Wettkampf war das ausgewählte Boot verschwunden, obwohl die Damen ihr Material sogar mitFlatterband abgesperrt hatten. „Wir mussten uns schnell ein anderes Boot besorgen und auf die neuen Skulls einstellen. Das war nicht einfach“, berichtet die 55-jährige Fürstenwalderin. Geschadet hat es dem zusammengewürfelten Team nicht: Im Doppelvierer der AK D und im Achter der AK F landete es auf dem zweiten Platz. An einen Sieg – nur für den gibt es eine Medaille gibt – war allerdings nicht zu denken. Den holten sich die besten College-Ruderer der USA.
Der Jahreshöhepunkt für Maik Koniczek waren indessen die Euro-Masters in München. Dort erkämpfte sich der 54-Jährige einen dritten Rang mit Teampartner Jens Klingberg im Doppelzweier D, knapp geschlagen von den Italienern und einem Boot aus Neuruppin. Außerdem gab es für das Duo noch Platz 3im Doppelvierer D, gemeinsam mit zwei Oldenburger Ruderern. „Wir sind extra vorher zum Trainingslager nach Niedersachsen gefahren, um uns aufeinander einzustellen“, erzählt Koniczek. Klingberg rundete das Top-Ergebnis der Fürstenwalder unter anderem mit seinem Euro-Masters-Sieg im Einer D und dem ersten Platz in der Kategorie Mix 8 + AK 60–65 ab.
Aktuell werden im Wintertraining die Grundlagen für die nächste Saison geschaffen. Und auch wenn sich die Masters-Sportler gern in ihrem Bootshaus verausgaben, am Ende warten alle nur auf eines: den Frühling. „Man sitzt täglich bei der Arbeit viel drinnen. Ich will endlich wieder raus aufs Wasser“, sagt Maik Koniczek stellvertretend für die anderen Sechs.