Meditation: Fürstenwalder entspannen beim Klangbad

Instrumente der Entspannung: Während die Teilnehmenden zugedeckt liegen, die meisten mit Lavendelkissen auf den Augen, spielt Ricardo Liebsch die Klangschalen und anderen Instrumente beim "Klangbad".
Lisa Mahlke/MOZFast alle Teilnehmer haben dicke Socken angezogen und sich mit einer kuscheligen Decke zugedeckt. Denn wie beim Bad im See wird es auch beim Klangbad nach einer Weile recht kühl. 13 Männer und Frauen liegen auf Yogamatten, viele haben Lavendelkissen auf den Augen, einige schlafen ein.
Seit einiger Zeit bietet Klangpädagoge Ricardo Liebsch von der Kinderklangwelt in Fürstenwalde die „Klangentspannung nach Feierabend“ einmal im Monat an. „Schon vorbei?“, fragt ein Teilnehmer, als er nach einer Stunde durch einen schrilleren Glockenton von Liebsch aus der Entspannung gerissen wird. Er nimmt das erste Mal teil, so wie auch Gabi Moser, zumindest in Fürstenwalde. Für sie fühlte sich die Stunde ebenfalls schnell vorbei an. In der Sauna und früher als Studentin hat sie ein solches Klangbad schon einmal mitgemacht. „Sehr entspannend“, ist ihre Einschätzung im Anschluss. Sie war weder voll wach noch habe sie geschlafen. „Ich war in einer Zwischenphase. Und habe mich ganz viel auf die Töne eingelassen.“ Sie hofft, dass das Gefühl noch eine Weile anhält, will sich zu Hause mit Wein und Buch aufs Sofa setzen.
Schon zum dritten Mal nimmt Sabine Wildeck teil, als Ausgleich zum Alltag, um die Seele baumeln zu lassen – das klappe bei der Klangmeditation besser als zu Hause mit einem Buch bei Kerzenschein, findet sie. Sie ist Projektmitarbeiterin und kann abschalten, wenn sie auf der Arbeit konzentriert etwas ausarbeiten muss, beschreibt sie. „Ich bin dann nicht ansprechbar für andere.“ So sei das auch bei der Meditation. Das sei Kopfsache. Sie fühlt dann nur die Vibration durch die Klänge: „Der Ton gibt Schallwellen ab, die nehme ich auf“, sagt die Fürstenwalderin.Petra Loeper aus Langewahl hat bereits autogenes Training und andere Entspannungstechniken ausprobiert. Gedankenlosigkeit fiel ihr dabei allerdings immer schwer. „Meine Gedanken haben gekreist, ich bin nicht nur Ruhe gekommen“, beschreibt sie. Einen Nutzen konnte sie daraus nicht ziehen. Anders beim Klangbad.
Eine Alternative zum „Chillen“
Sie arbeitet im Hospizdienst und hat schon einige Fortbildungen im Bereich Klangschalen in der Sterbebegleitung gemacht. „Die Klänge sind relativ tief und angenehm und haben eine beruhigende Wirkung. Sie treiben in die Gedankenlosigkeit“, erklärt sie die Vorteile. Sie und ihr Mann wollen auf jeden Fall wiederkommen.
Gabi Moser möchte beim nächsten Mal ihren Sohn mitbringen. Und Sabine Wildeck ist über musikalisches Kinderyoga, an dem ihr Sohn bereits seit dem Kitaalter teilnimmt, überhaupt erst aufs Klangbad gestoßen. „Das ist auch für Jugendliche eine andere Art und Weise, zu entspannen“, sagt Sozialarbeiterin Gabi Moser, die aktuell mit einer Gruppe Jugendlicher arbeitet, „nicht nur die ganze Zeit zu zocken, sondern mal anders zu chillen“, sagt sie lachend.
Die Instrumente
Unter einem Gong und Klangschalen (s. Foto) kann sich jeder etwas vorstellen. Etwas außergewöhnlicher wirken hingegen Instrumente wie Kalimba. Das ist ein Daumenklavier, ein kleines Holzbrett mit Metallzinken, die mit den Fingern gespielt werden. Ein Koshi ist ein Klangspiel aus Holz mit Metallstäben im Inneren und einer Kugel, die diese zum Klingen bringt. Die Regenmachersäule kommt von den australischen Aborigines. Das Regengeräusch entsteht durch das Umdrehen der Säule, wie bei einer Sanduhr. Ein Röhrenglockenspiel erinnert vom Aussehen an ein Xylofon, gibt mit den waagerecht liegenden Röhren aber ganz andere Töne ab, mit langem Nachklang.⇥sam