Mobilität: Fürstenwalde ist für Pendler attraktiv
48 242 Ein- und Auspendler
Wie der Erkneraner verlassen regelmäßig 31 390 Menschen den Landkreis Oder-Spree, um zur Arbeit zu fahren. Allein 13 756 pendeln nach Berlin, 5655 nach Frankfurt (Oder) und immerhin 222 in den nordrhein-westfälischen Regierungsbezirk Düsseldorf, wie aus Zahlen der Bundesagentur für Arbeit zum Stichtag 30. September 2019 hervorgeht. Auch Daniel Rosentreter ist im vergangenen Jahr für mehrere Monate bis nach Kassel gefahren.
Doch auch der Landkreis ist für Arbeitnehmer attraktiv. So kommen 16 852 Menschen von außerhalb nach Oder-Spree. 10 071 aus anderen Teilen Brandenburgs und 3703 aus Berlin.
Das scheint auch für Fürstenwalde zu gelten. Denn die Domstadt weist eine positive Pendlerbilanz auf. So kamen zum Stichtag 6. Juni 2019 8615 Menschen von außerhalb nach Fürstenwalde, um hier zu arbeiten. Dagegen verlassen nur 6737 Berufstätige die Stadt auf ihrem Weg zum Arbeitsplatz. „Die Pendler spielen eine große Rolle, Einpendler ebenso wie Auspendler“, sagt Christfried Tschepe, Leiter des Fachbereichs Stadtentwicklung in Fürstenwalde. Dass Fürstenwalde trotz der Nähe zu Berlin mehr Einpendler als Auspendler habe, sei für eine Stadt im Umland einer Metropole eine Besonderheit. Tschepe sieht darin den Beweis für die Zentralität einer Stadt.
Doch in Fürstenwalde gibt es in puncto Pendlerfreundlichkeit noch Verbesserungsbedarf. Um die Stadt für Auspendler, die mit der Bahn fahren, attraktiver zu machen, sollen laut Tschepe die Busangebote zum Bahnhof und die Fahrradabstellmöglichkeiten am Bahnhof erweitert werden. Doch bei der Verbesserung der Buslinien, in den Bereichen Linienführung, Takte und Bedienzeiten, sei die Stadt auf die Unterstützung des Landkreises angewiesen. „Die Fahrradstellplätze können wir selber schaffen, benötigen aber für größere Projekte wie das geplante Fahrradparkhaus Fördermittel“, so der Leiter der Stadtentwicklung.
Taktänderung bei RE1
Die Zahl der Pendler wird mit der Zahl der Einwohner zunehmen, ist Tschepe sich sicher. Das liege daran, dass ein wachsender Anteil der in den vergangenen Jahren veräußerten Grundstücke und Häuser an Berliner verkauft wurde, bei Neuvermietungen sei es ähnlich. Die geplante Taktänderung des RE1, mit dem dritten Zug innerhalb einer Stunde, wird sich positiv auf die Attraktivität Fürstenwaldes für Bahnpendler auswirken, glaubt Tschepe. Darüber hinaus würden viele Fürstenwalder zu Veranstaltungen nach Berlin fahren.

