"Wir ermitteln wegen schwerer Brandstiftung", sagte Polizeisprecher Stefan Möhwald am Dienstag. Kriminaltechniker sicherten Spuren. Den Schaden hat die Polizei auf 30.000 Euro beziffert. "Wir sind keine Gutachter, es handelt sich um einen geschätzten Wert", schränkte Möhwald ein. Das Haus sei bewohnbar. Dienstagfrüh war aber nur eine Frau anzutreffen, die in ihrer Wohnung Ordnung machte.
"Die Mieter haben im Hotel Kaiserhof sowie bei Freunden und Verwandten übernachtet", sagt Thomas Börner, Geschäftsführer der VEGA Hausverwaltung GmbH, zu der das Gebäude gehört.  Sechs Wohnungen befinden sich darin, fünf waren belegt. "Wir empfehlen den Mietern, eine weitere Nacht außerhalb zu verbringen", so Börner. Einige hätten allerdings signalisiert, dass sie zurückkehren möchten.
Der Brandgeruch hängt weiterhin im Flur. "Er verschwindet erst bei der Sanierung", weiß Michael Schönberg, Teamleiter und Desinfektor der Sprint Sanierung GmbH. Mit Staubsauger, Atemschutz und Reinigungsmitteln rückte die Firma an. "Wir machen jetzt nur den Notdienst", erklärte der Fachmann. Das heißt: "Laufwege, Handläufe, Türen, Lichtschalter und Klingelknöpfe reinigen, um zu verhindern, dass der Ruß in die Wohnungen geschleppt wird."
Wichtig sei auch, Oberflächen mit chemischen Putzmitteln zu neutralisieren. Je nachdem, was verbrannt ist, sei die Schmutzschicht sauer, alkalisch oder neutral, sagt Schönberg. Wie umfassend die Sanierung ausfallen muss, ließ sich noch nicht absehen. Er gehe davon aus, dass der Putz im Treppenhaus zu erneuern sei, sagte Börner. "Wir müssen auch gucken, ob die Decken gehalten haben." Mit 30.000 Euro werde man kaum hinkommen.

Treppenhaus als Todesfalle

Da sich der Brandort in unmittelbarer Nähe der Feuerwache befindet, waren die Helfer schnell vor Ort. "17.04 Uhr ging der Alarm ein, 17.25 Uhr war das Feuer aus", sagt Feuerwehrchef Jörn Müller. 24 Einsatzkräfte waren vor Ort. Ein Trupp bekämpfte den Brand, ein anderer kontrollierte und lüftete das Treppenhaus. Während der Löscharbeiten seien Mieter in ihren Wohnungen gewesen. "Wir holen sie nur raus, wenn sie dort in Gefahr sind", schildert Müller. Bei einem Kinderwagenbrand sei das nicht der Fall. "Da würde der Rauch im Treppenhaus zur Todesfalle", betont er. Mehr als zwei Atemzüge von den Rauchgasen verkrafte selbst der stärkste Organismus nicht. Nach den Löscharbeiten stellten die Feuerwehrleute einen Lüfter auf, um die giftigen Gase zu entfernen.