Naturschauspiel: Bunte Baumblüten in Fürstenwalde
Thomas Schmidt von der Fachgruppe Straßen und Grünflächen der Stadt kennt sie alle, weiß um Besonderheiten und Vorlieben der Bäume.
Startpunkt ist der Grasnickbrunnen. Dort steht eine Steinweichsel (Prunus Mahaleb), die mit ihren duftenden weißen Blüten für mehrere Wochen den Platz verschönert. Bereits vor 120 Jahren zierte eine Steinweichsel den Ort. In den 1960er Jahren wurde nachgepflanzt. Das jetzige Exemplar befindet sich dort seit 2012. „Die Steinweichsel ist ein kurzlebiger Baum“, erklärt Schmidt. Sie erreicht ein Alter von 60 bis 80 Jahren und stammt ursprünglich aus Südosteuropa. Im Fürstenwalder Stadtgebiet sind mehrere Steinweichseln gepflanzt worden. „Das Interessante ist, dass sie nicht zur gleichen Zeit blühen“, sagt Schmidt. Der Baum sei eine schöne Insektenweide. „In zehn bis 20 Jahren wird es ein echter Hingucker.“
Am Goetheplatz wartet ein Amerikanischer Amberbaum (Liquidambar Styraciflua). „Amberbäume werden verstärkt an Straßen gepflanzt, da sie gut mit Trockenheit zurechtkommen“, sagt Schmidt. Aus dem Baum lässt sich Storax gewinnen. Das duftende Harz findet meist Verwendung in der Parfümindustrie und wurde früher auch zur Herstellung von Kaugummi verwendet.
Weiter geht es in der Verlängerung des Platzes vorbei an zwei „politischen Bäumen“, wie Schmidt sie nennt. Die beiden Stieleichen (Quercus robur) gehören mit 150 bis 200 Jahren zu den ältesten Bäumen der Stadt. Die Debatte um eine geplante Straßensanierung konnte ihnen nichts anhaben.
Nächster Halt ist ein 2012 gepflanzter Amerikanischer Tulpenbaum (Liriodendron tulipifera). Er trägt seinen Namen wegen der großen, grün–gelblichen Blüten. An diesem Exemplar sind noch keine zu entdecken. „Er braucht eine gewisse Standzeit, bis er Blüten ausbildet“, erklärt Schmidt. Doch er sei schon schön gewachsen. Daneben steht jedoch eine Traubenkirsche (Prunus padus) in voller Blüte. Ihre weißen Blüten sind in Form von Doldentrauben angeordnet.
Im Park der Jahreszeiten geht es vorbei an einer Gefülltblühenden Rosskastanie (Aesculus hippocastanum Baumannii) und einer Zierkirsche mit dem Namen „Pink Perfection“ zur letzten Station, den Wintergrünen Eichen (Quercus x turneri Pseudoturnerian) an der Frankfurter Straße. „Die sehen jetzt etwas schlecht aus“, sagt Thomas Schmidt, „doch sie behalten im Winter ihre Blätter.“ Bald werden neue wachsen.




