Kunden des Busverkehrs Oder-Spree (BOS) müssen am Dienstag mit massiven Bus-Ausfällen rechnen. Die Gewerkschaft Verdi hat die rund 140 Beschäftigten des Unternehmens zum Warnstreik aufgerufen, um einen bundesweiten Tarifvertrag für den Öffentlichen Personennahverkehr durchzusetzen.
Die Busse sollen ab 3 Uhr für 24 Stunden in den Depots bleiben, sagte Jens Gröger, Geschäftsführer des Verdi-Bezirks Nordostbrandenburg, auf Anfrage. Er rechne mit einer breiten Teilnahme. „Es wird auf keinen Fall alles fahren.“
Davon geht auch die Bahn als Miteigentümerin des Busverkehrsunternehmens aus. Auf jeden Fall werde es Ausfälle und Verzögerungen geben, sagte eine Sprecherin. Zugleich machte sie deutlich: „Fahrer, die fahren wollen, werden natürlich fahren.“ Wie viele das sein werden, könne sie natürlich nicht sagen.

Gewerkschaft erwartet viel Zustimmung

Wenn es nach der Gewerkschaft geht, wird der Busverkehr komplett ruhen. Durch seine Vertrauensleute sei ihm vor Ort viel Zustimmung signalisiert worden, sagte Geschäftsführer Gröger. Zugleich machte er deutlich: „Wir wollen nicht streiken. Aber die Arbeitgeber halten uns hin.“ Mit Rücksicht auf die Fahrgäste sei der Ausstand vier Tage vor dem Streik angekündigt worden.
Ziel des Streiks ist Gröger zufolge unter anderem die Festschreibung von Urlaubsansprüchen und Beschäftigungszeiten in einem Manteltarifvertrag. Um Gehälter in Berlin und Brandenburg geht es in Verhandlungen, die den Angaben zufolge am 6. Oktober fortgesetzt werden sollen. Nach Grögers Worten beträgt das Einstiegsgehalt eines Busfahrers in Brandenburg 2280 Euro brutto. In Berlin seien es 2580 Euro.

Straßenbahnen Schöneiche und Woltersdorf fahren

Anders als die Busse des BOS sollen die Schöneicher-Rüdersdorfer und die Woltersdorfer Straßenbahn nach Plan fahren.