Panzer fahren in Fürstenwalde: Mit dem Leopard durchs Gelände – wo das möglich ist

Koloss im Gelände: Bei Schönfelde, einem Dorf bei Fürstenwalde, können Interessierte einen Bergepanzer Leopard selbst steuern – oder einfach nur mitfahren.
Michel Nowak- In Schönfelde bei Fürstenwalde können Gäste Panzer wie den Leopard oder BMP selbst fahren oder mitfahren.
- Eine halbstündige Fahrt kostet 190 €, Mitfahrten für Kinder ab 10 € – ab 16 Jahren darf selbst gesteuert werden.
- Betreiber Uwe Wernsdorf bietet Fahrten auf einem 6-Hektar-Gelände an, auch internationale Gäste besuchen die Schule.
- Panzer sind entwaffnet; die Fahrzeuge werden in einer angeschlossenen Werkstatt gewartet und repariert.
- Die Erlebnisse – von Achterbahngefühl bis Nostalgie – begeistern Familien, Technikfans und ehemalige Soldaten.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der mehr als 40 Tonnen schwere Leopard-Panzer schiebt sich eine Sandpiste hinauf. Dann rollt er an einer kleinen Aussichtsplattform vorbei. Hinter ihm wallt eine Staubwolke empor. Das Kettenfahrzeug selbst ist da schon wieder im Gelände verschwunden. Was hier nahe dem kleinen Dorf Schönfelde nördlich von Fürstenwalde an eine Militärübung erinnert, gilt tatsächlich als Freizeitspaß.
Den 830 PS starken Bergepanzer steuern interessierte Besucher selbst, angeleitet von Betreiber Uwe Wernsdorf. Auf einer Sitzbank auf dem Dach können weitere Gäste mitfahren. Antje Pfaff und ihre Töchter Marie (11) und Lisa (7) beispielsweise. Mit Familienvater Sascha Morgenstern sind sie mitsamt Campinganhänger auf dem Weg von heimischen Zwickau zur Ostsee. In der Panzerfunfahrschule will Sascha Morgenstern einen Gutschein fürs Panzerfahren einlösen – Wert rund 200 Euro. „Den habe ich zum 40. Geburtstag geschenkt bekommen.“ Seine Frau und die Töchter entscheiden sich spontan für eine knapp halbstündige Mitfahrt, die ist auch deutlich günstiger.
Panzerfahren ist längst nicht nur was für Jungs
Ist so eine Panzerfahrt wirklich etwas für Familien? Eindeutig ja, findet Inhaber Uwe Wernsdorf. Sehr unterschiedliche Leute würden das Angebot nutzen. „Dazu gehören Heranwachsende an ihrem 18. Geburtstag genauso wie ehemalige Soldaten“, zählt der gelernte Kfz-Mechaniker auf, „außerdem viele Frauen, die mal einen Panzer steuern wollen – und eben auch Familien“.

Ungewöhnliche Perspektive: Die Schwestern Lisa und Marie Morgenstern lassen sich von Alexander Bauer auf einem Leopard-Panzer kutschieren.
Michel NowakDas Selbstfahren sei ab 16 Jahren möglich. Bis zu acht Mitfahrer haben zusätzlich Platz. Auswählen können die Gäste zwischen zwei Panzern: dem schweren Bergepanzer Leopard und dem wendigeren Schützenpanzer BMP. „Der schüttelt die Mitfahrer bei der Speedfahrt im Gelände ordentlich durch“, sagt Stefanie Wernsdorf, „das ist schon etwas für Liebhaber. Aber es macht ja den Reiz aus.“ Die Frau von Uwe Wernsdorf empfängt an den Fahrtagen – jetzt im Sommer immer dienstags und sonnabends – in einem Holzbungalow nahe dem Eingang im Stundentakt die Gäste und bereitet sie auf das Panzer-Abenteuer vor.
Familienvater Sascha Morgenstern klettert in den aus russischer Produktion stammenden BMP-Panzer. Über Bordfunk erhält er Anweisungen von Uwe Wernsdorf, wie er das Kettenfahrzeug richtig steuert. Das funktioniert mit eingeschränktem Sichtfeld unter anderem über Winkelspiegel. Die Kommandos dazu kommen „kurz, knapp und manchmal rau“, so ist es vorher bereits angekündigt.

Bereitet die Gäste auf das „Panzer-Abenteuer“ vor: Stefanie Wernsdorf am Empfang.
Michel NowakLos geht’s ins hügelige Gelände, zunächst noch recht vorsichtig, später durchaus mit ordentlichem Tempo von mehr als 30 Kilometern pro Stunde. „Ich musste mich darauf einlassen und meinen Kopf ausschalten“, wird Sascha Morgenstern später sagen, „gefühlt dauerte die knappe halbe Stunde Fahrt dann nur fünf Minuten“.

Schützenpanzer in Aktion: Mit ordentlichem Tempo heizt der BMP durchs Gelände.
Michel NowakSymbolischen Panzerführerschein gibt es zur Erinnerung
Klaus Walter aus Calau, gekommen mit seinem Sohn Michael, geht es da ähnlich. Für ihn ist der Ausflug zur Panzerfunfahrschule so etwas wie eine Reise in die Vergangenheit. Bereits vor Jahrzehnten, als aktiver Soldat, saß er am Steuer. „Die ersten 100 Meter war’s schwierig, aber danach ist mir alles wieder eingefallen“, freut er sich danach. Ein paar Anekdoten tauscht er am Ende noch mit Uwe Wernsdorf. Dann gibt’s zum Abschluss eine Art symbolischen Panzer-Führerschein.

Symbolischer Panzerführerschein: Klaus Walter aus Calau, angereist mit seinem Sohn Michael, erhält nach der Tour eine Erinnerung.
Michel NowakGebrüder Heyse als Gründer haben Betrieb übergeben
Die Panzer-Touren haben auf dem abgelegenen, mehr als sechs Hektar großen Gelände Tradition. Vor mehr als 20 Jahren haben die Brüder Axel und Jörg Heyse dort das Panzerfahren etabliert. „Grad am Anfang gab es nicht nur Zuspruch“, erinnert sich Uwe Wernsdorf, der den Betrieb in diesem Jahr übernommen hat, „doch das Angebot wurde schnell zum Selbstläufer“.
Die beiden Panzer sind komplett entwaffnet, selbst die massive Panzerwanne aus Stahl musste teilweise gebrochen werden. Heute ist auch eine Werkstatt angeschlossen. Die großen Fahrzeuge sind pflegeintensiv „und wir reparieren deutschlandweit die Panzer in anderen Fahrschulen“, berichtet Uwe Wernsdorf. So macht sich Mitarbeiter Alexander Bauer schon mal auf den Weg nach Thüringen oder Bayern.

Betreibt Panzerfahrschule und -werkstatt: Uwe Wernsdorf aus der Gemeinde Steinhöfel.
Michel NowakUm einen Panzer selbst zu fahren – dessen Verbrauch liegt bei mehr als fünf Liter Diesel pro Kilometer – kommen Kunden weit über Brandenburg hinaus. „Australier, Südafrikaner, Neuseeländer hatten wir schon hier.“ Sie alle eine die Begeisterung für Technik. Kritik an dieser Art militärischem Spielzeug gebe es kaum. „Für mich ist auch klar: Krieg im 21. Jahrhundert braucht niemand“, betont Wernsdorf.
Familie gönnt sich im Urlaub was Besonderes und ist begeistert
Familienvater Sascha Morgenstern ist von seiner persönlichen Panzertour mit dem Schützenpanzer BMP zurück. Nun klettern Frau und Töchter auf den Leopard-Bergepanzer. Auf einer Sitzbank schaukeln sie gut 20 Minuten über teils steile Sandpisten. „Richtig cool“, strahlt die elfjährige Marie, „es hat vor allem am steilen Berg etwas von Achterbahn“. Auch Mutter Antje Pfaff ist zufrieden. „Im Urlaub gönnt man sich mal was Besonderes“, sagt sie. Für die Familie geht die Reise nach dem Abstecher nach Schönfelde jetzt weiter Richtung Ostsee. Im Gepäck haben sie mit der Panzerfahrt eine spezielle Ferien-Erfahrung.
Preise und Kontakt zur Panzerfunfahrschule
Eine knapp halbstündige Panzerfahrt kostet 190 Euro.
Teilen sich zwei Personen die Fahrtzeit, beträgt der Preis 199 Euro.
Günstiger ist die Mitfahrt: Kinder unter 12 Jahre zahlen 10 Euro, alle über 12 Jahre 20 Euro (Mindestgröße beim russischen BMP 1,30 Meter).
Preis für eine Speed-Mitfahrt: 80 Euro. Zusätzlich kann von den individuellen Fahrten ein Video für 20 Euro gekauft werden.
Andere Aktionen oder Verkauf von Speisen/Getränken gibt es nicht.
Weitere Informationen im Internet unter www.panzerkutscher.de