Elf Mal wurde die Polizei seit März dieses Jahres von Mönchwinklern gerufen, weil auf einem kleinen Wasserwander-Rastplatz an der Spree illegal gecampt wurde, am Spreeufer Feuer loderten oder bis spät in die Nacht Lärm herrschte. Das hat Ingo Heese, Leiter der Pressestelle der Polizei, auf MOZ-Nachfrage mitgeteilt. in den meisten Fällen seien Personalien aufgenommen worden. Vielfach hätten sich die dort angetroffenen Menschen einsichtig gezeigt. „Es reichten Ermahnungen beziehungsweise Belehrungen aus, um den Ordnungszustand wieder herzustellen“, so Heese.

Personalien notiert, Platzverweis erteilt

Bei einer gemeinsamen Streife mit einem Förster sei zum Beispiel am 28. März ein Lagerfeuer festgestellt worden, das zwei im gleichen Haushalt lebende Menschen abbrannten. Die Personalien seien notiert und zur Fertigung eines Ordnungswidrigkeiten-Verfahrens ans Forstamt übermittelt worden. Die beiden Personen hätten einen Platzverweis erhalten. Generell würden die zuständigen Behörden – Ordnungsamt und Forstamt – einen Sachstandsbericht von der Polizei erhalten.
Und Heese fügt ein weiteres Beispiel an: Am 27. März hatte die Polizei einen Hinweis auf illegale Camper erhalten. Als die Beamten dort ankamen, hätten sie nur eine Familie angetroffen, die ein wenig Zeit an der frischen Luft verbringen, aber nicht campen wollte. Nach einer mündlichen Belehrung hätte sie den Platz verlassen.

Bis zu 20 Autos und Kleinbusse parken dort

Während sich diese Fälle eher harmlos anhören, zeigen Fotos, die Mönchwinkler geschossen haben, eine etwas andere Szenerie. Bis zu 20 Autos, Kleinbusse und sogar ein Doppelstockbus, die am Waldrand parken, sind darauf zu sehen. Rund zehn Zelte stehen auf der Wiese. Halb ausgekippte Müllbeutel liegen am Dixi-Klo. Und teilweise wummere die Musik bis 2.30 Uhr am Morgen, sagt Anwohnerin Susanne Neuendorf.
Dabei ist der Wanderer-Rastplatz keineswegs als kostenloser Zeltplatz zu verstehen. Schilder, die der Stadtforst Fürstenwalde aufgestellt hat, weisen eindeutig darauf hin. Nur Wasser- und Radwanderer dürfen dort eine Nacht lang ihr Zelt aufschlagen. „Wir kontrollieren das auch“, sagt Stadtforstdirektor Thomas Weber. Selbst am Wochenende schaue der Mitarbeiter, der Friedwald-Dienst habe, am Rastplatz vorbei. Aber nachts sei die Überwachung nicht zu leisten. „In aller Regel ist es so, dass die Polizei, wenn andere für den Sachverhalt originär zuständige Behörden nicht erreichbar sind, auch zu Ruhestörungen gerufen werden“, erklärt Heese.

Ortsvorsteherin findet die Situation katastrophal

Die Mönchwinkler stellt das nicht zufrieden. „Es ist eine Katastrophe, mich ärgert dieser viele Müll“, sagt Ortsvorsteherin Ute Thieme. Selbst bei Waldbrandwarnstufe fünf würden an mehreren Stellen Feuer lodern. „Teilweise haben wir die unbeaufsichtigten Feuer selbst mit Schippe und Eimer gelöscht“, ergänzt Anwohner Martin Fritsch.
Fürstenwaldes Stadtforstdirektor hat im Gespräch mit der MOZ für die nächste Saison Änderungen in Aussicht gestellt. Das Aufstellen eines Schildes am Ende des Biwak-Platzes, das Erholungssuchende davon abhalten soll, sich weiter an der Spree entlang niederzulassen, gehört dazu. Das Verrücken von Baumstämmen, die als Barriere dienen, ebenfalls.