Pfarrer
: Evangelische Kirche in Fürstenwalde im Umbruch

Kevin Jessa folgt als Dompfarrer auf Jörg Hemmerling. Pfarrer Carl Christian Brockhaus wird Religionslehrer im Bernhardinum.
Von
Hrvoje Miloslavic
Fürstenwalde
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  • Kevin Jessa ist der neue Pfarrer der St.-Marien-Dom-Gemeinde in Fürstenwalde.

    Kevin Jessa ist der neue Pfarrer der St.-Marien-Dom-Gemeinde in Fürstenwalde.

    Hrvoje Miloslavic
  • Pfarrer Carl Christian Brockhaus verlässt die Martin-Luther-Gemeinde in Fürstenwalde-Süd.

    Pfarrer Carl Christian Brockhaus verlässt die Martin-Luther-Gemeinde in Fürstenwalde-Süd.

    Privat
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Eine Bilanz zu ziehen, fällt ihm nicht leicht. Schließlich gebe es keinen „Sieben-Jahres-Plan“, den es zu erfüllen gelte. Als ein schönes und sichtbares Zeichen seiner Tätigkeit sieht er den Bau des Kindergartens Apfelbäumchen, ein Gemeinschaftswerk, das zeige, „wie viel aus einer guten Zusammenarbeit entstehen kann“. Gerne denkt Pfarrer Brockhaus auch an wichtige Ereignisse und Aktivitäten wie die Betreuung von Konfirmanden, die Begleitung von trauernden Menschen, die Arbeit mit Geflüchteten, die 600-Jahr-Feier in Neu Golm oder die Sanierung des Kirchturms in Rauen zurück. Um die Zukunft seiner ehemaligen Gemeinde ist dem Geistlichen nicht bange. „Sie hat viele engagierte und kompetente ehrenamtliche Mitarbeitende“, so Pfarrer Brockhaus.

Kinder, Jugendliche und Familien in der Kirchengemeinde willkommen zu heißen, aber auch Grenzen zu überwinden, um Menschen unterschiedlicher Generationen, Kulturen, Religionen und Weltanschauungen zu vereinen, seien ihm stets ein Kernanliegen gewesen. Bemüht habe er sich, Menschen begreifbar zu machen, dass Glauben und Denken keineswegs Gegensätze seien, sagt Pfarrer Brockhaus.

Kein „Heiliges Rauschen“

„Wissenschaft und Praxis zu verbinden“, ist einer der Grundsätze von Pfarrer Kevin Jessa. Der 30-jährige studierte Religions- und Gemeindepädagoge wurde zu Jahresbeginn als ordinierter Gemeindepädagoge zum Pfarrer der Domgemeinde bestellt. Im Gespräch mit der MOZ gibt sich der junge Geistliche bedächtig: „Beobachten, schauen und verstehen“ wolle er zu Beginn seiner Tätigkeit. Neben der zentralen christlichen Fragestellung, „wie das von Jesus vorgelebte Leben in der heutige Zeit umgesetzt werden kann“, sei ihm kritische Selbstreflexion wichtig. „Wo kann ich selbst Lösung sein – wo hadere ich?“, fragt sich Pfarrer Jessa.

Sehr geprägt habe ihn zwar die Arbeit mit Konfirmanden und Jugendlichen. Er sei sich jedoch bewusst, dass er in der Gemeinde täglich mit sehr unterschiedlichen Themen in Berührung kommen werde. Dazu gehöre auch die Sorge um den Zustand von Kirchengebäuden sowie notwendige Bauvorhaben. Die regelmäßige Versorgung des Gemeindesprengels mit Gottesdiensten, die er in Zusammenarbeit mit den Pfarrerinnen Rahel Rietzl und, zusätzlich ab Oktober, Imke Köhn sicherstellen möchte, sieht Pfarrer Jessa als Herausforderung.

Einige konkrete Veränderungen, deren Umsetzung er sich in Gottesdiensten vorstellen könnte, nennt er. Verzichten wolle er darauf, in Predigten ein inhaltsleeres „Heiliges Rauschen“ zu produzieren. Mit einer klaren, direkten Sprache wolle er Menschen unmittelbar ansprechen. Dazu gehöre auch, fährt der Geistliche fort, nicht die Hälfte einer Gemeinde dadurch auszugrenzen, dass eine Sprache genutzt werde, die nicht geschlechtergerecht sei. Ein schönes Kompliment, das er einmal erhalten habe, lautete: „Sie klingen ja gar nicht wie ein Pfarrer.“

Evangelische Kirche in Fürstenwalde

In der Domgemeinde ersetzt Pfarrer Kevin Jessa den zum Jahresende  in Ruhestand getretenen Pfarrer Jörg Hemmerling. Gemeinsam mit den Pfarrerinnen Rahel Rietzl und Imke Köhn (ab Oktober) wird er die Domgemeinde St. Marien mit Trebus, Neuendorf im Sande und Molkenberg betreuen. Die Stelle, die Pfarrer Carl Christian Brockhaus in der Martin-Luther-Gemeinde hinterlässt, ist ausgeschrieben. Pfarrerin Anemone Bekemeier wird ab Februar die Vakanzvertretung übernehmen.