Polizei in Fürstenwalde: Straßen zeitweise gesperrt, Aufmarsch vom Bahnhof ins Stadion

Randale im Stadtpark - zum Glück nur gespielt: Bei dem Marsch in Richtung Friesenstadion wurde in Fürstenwalde auch simuliert, dass Pyrotechnik abgebrannt wird.
Joachim Eggers- Heute Einsatzübung der Bundespolizei in Fürstenwalde ab 10 Uhr im Stadtgebiet
- Mehr Polizeipräsenz, größere Gruppen, teils lautere Situationen angekündigt
- Hintergrund: simulierter Fußball-Einsatz mit rivalisierenden Fans und Statisten
- Verkehr: ab 11 Uhr Einschränkungen am Bahnhof, Parkallee und Stadtpark
- Kurzzeitige Sperrungen ab 12 Uhr: Festplatz bis Walparkplatz (Spree Arena); keine Gefahr für Bürger
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
In Fürstenwalde kommt es heute zeitweise zu Einschränkungen für Autofahrer. Wie die Stadt Fürstenwalde am Donnerstagmorgen (12. März) mitteilte, plant die Bundespolizei ab 10 Uhr eine Einsatzübung im Stadtgebiet.
„Dabei wird es zeitweise mehr Polizeipräsenz und größere Personengruppen im öffentlichen Raum geben. Teilweise können auch lautere Situationen entstehen“, informiert die Stadt seit dem Morgen in sozialen Netzwerken.
Nach Informationen dieses Nachrichtenportals simulieren die Beamten einen Einsatz im Zusammenhang mit einem Fußballspiel und rivalisierenden Fans. Dem Vernehmen nach werden auch zahlreiche Statisten zum Einsatz kommen. „Für die Bevölkerung besteht keine Gefahr – es handelt sich ausschließlich um eine Trainingsmaßnahme“, teilt das städtische Ordnungsamt mit.
Schon vor 11 Uhr war eine erheblich erhöhte Präsenz von Polizeikräften in der Stadt zu sehen. Am Friesenstadion fuhren Bundespolizisten mit mehreren Bussen vor, am Bahnhofsvorplatz ebenfalls. Dort wurden Sperren aufgestellt. Von bis zu 500 Teilnehmern war anfangs die Rede. Als Fans, die auf Krawall aus sind, werden Polizeianwärter eingesetzt.
Der zuständige Pressesprecher der Bundespolizei Blumberg, Jan Mehlhorn, konkretisierte am Vormittag die Informationen. Demnach handelt es sich um die Abschlussübung für eine sogenannte Beweissicherungs- und Festnahme-Einheit. „Das ist eine spezielle Einheit innerhalb der Bundespolizei, die für die etwas robusteren Lagen zuständig ist“, sagte er. Das Szenario lautete, dass rivalisierende Gruppen eine Auseinandersetzung suchen und sicher zum Stadion geleitet werden müssen. Mehlhorn war gegen 10 Uhr mit dem Großteil der Teilnehmer noch am Bahnhof Hangelsberg.
Warum Fürstenwalde? Die Stadt biete dafür sehr gute und realitätsnahe Bedingungen, hieß es. Die Übung war absichtlich nicht vorab bekanntgemacht worden, um nicht die falschen Zaungäste anzuziehen. Der Kontakt nach Fürstenwalde kam demnach zunächst über den FSV Union zustande, wie auch dessen Sprecher Christian Hübler bestätigte. „Wir haben dann aber an die Stadt als Eigentümer verwiesen.“ Die hat, wie alle anderen Beteiligten, darunter auch die Odeg und die Landespolizei, sehr gut mitgezogen.
Stichwort Landespolizei: Die ist zwar formal zuständig für den Schutz im Stadion, aber da die Fans meist per Bahn anreisen, ist die Bundespolizei am Zug, und oft genug übernehme man dann auch Einsätze in Stadien auf Anforderung der Landeskollegen, sagte Mehlhorn.

Stress mit Fußballfans am Bahnhof Fürstenwalde - eine solche Situation wurde am Donnerstagvormittag geübt. Die Polizeianwärter in orangener Kleidung (im Hintergrund) agierten als die nicht ganz friedlichen Fußballfans, die von ihren Kollegen unter Kontrolle zu bringen waren.
Joachim EggersTatsächlich trafen mit dem Zug, der planmäßig Fürstenwalde um 10.49 Uhr erreicht und mit nur zwei bis drei Minuten Verspätung ankam, die Anwärter ein, die fortan in die Rolle der Provokateure schlüpften. Laute Musik, Gegröle und Gejohle, Schubsereien an der Absperrung und Lautsprecher-Ansagen („Legen Sie Vermummungs- und Wurfgegenstände ab“) schufen die angestrebte wirklichkeitsnahe Atmosphäre.
Mit dabei unter anderem ein Wasserwerfer sowie mehrere Diensthunde, außerdem Menschen mit einer Weste, auf der das Wort Schiedsrichter stand. Das waren aber nicht etwa Fußball-Schiedsrichter, erläuterte Mehlhorn, sondern polizeieigene Beobachter, die hinterher den Verlauf der Übung auswerten sollen.
Nach etwa zehn Minuten setzte sich der gesamte Tross langsam in Bewegung, zwängte sich durch das zu Spitzenzeiten ohnehin verstofte Nadelöhr unter dem NCC-Tower durch und bog nach wenigen Metern auf der Karl-Marx-Straße in die Parkallee ein, um dort den Weg in Richtung Stadtpark und Hangelsberger Chaussee einzuschlagen – ganz so, wie es auch bei publikumsträchtigen Spielen im Friesenstadion läuft. Wie angekündigt, waren zu diesem Zeitpunkt für mehrere Minuten die Straßen im Umfeld gesperrt.
Pyrotechnik im Stadtpark von Fürstenwalde
In der Parkallee schaute ein Senioren-Ehepaar aus dem Fenster und betrachtete den lautstarken Aufzug. Nach wenigen Metern im Stadtpark sah die Regie dann vor, dass die Fußballfans Pyrotechnik abbrennen und es deswegen erneut zu Reibereien mit den Einsatzkräften kommt. Die Pyrotechnik war real, zwei Beamte kümmerten sich darum, die Reste zu löschen und einzusammeln, als der Tross schon weitergezogen war.

Robuster Einsatz, wirklichkeitsnah simuliert. In Orange die Darsteller der Randalierer, die im Friesenstadion keine Ruhe geben.
Joachim EggersSchwerpunkt der Übung war aber das eigentliche, wenn auch fiktive Fußballspiel im Stadion. Zu dem kam es nach dem Skript der Übung gar nicht. Denn dieses sah vor, dass die Störer solange Pyrotechnik zündeten und sich der Anweisung der Polizei widersetzten, bis diese einen Spielabbruch verfügte. Das wiederum führte zu einem fiktiven Platzsturm und anschließender Keilerei, nach der die Störer „einer Behandlungsstraße zugeführt“ wurden, wie es im Amtsdeutsch der Polizeidurchsagen heißt.
Gemeint sind damit: Feststellung der Personalien, Eröffnung des Tatvorwurfs, Anfertigen von Fotos, damit die Staatsanwaltschaft Material hat, um zu entscheiden, ob sie eine Anklage erhebt. Danach ging es für alle Beteiligten zur Verpflegungsstrecke, die auf dem Parkplatz aufgebaut war.
