Polizei-Statistik: 2019 gab es in Oder-Spree mehr Unfalltote als im Vorjahr

Die Polizei hat ihre Unfallstatistik für 2019 vorgestellt. Auf den Straßen des Landkreises Oder-Spree und der Stadt Frankfurt krachte es im vergangenen Jahr, wie hier bei Müllrose, insgesamt 6792 Mal. Dabei starben mehr Menschen als noch 2018.
citynewstvAm Donnerstag hat Jürgen Huber, Leiter der Polizeiinspektion Oder-Spree/Frankfurt (Oder) die Verkehrsunfallstatistik für 2019 vorgestellt. Insgesamt gab es 6792 Unfälle auf den Straßen des Landkreises und der Stadt Frankfurt. Das sind 95 mehr als im Jahr zuvor. Allein in Oder-Spree stieg die Zahl von 4940 auf 5046.
40 Prozent Bagatell-Fälle
„Jeder Unfall ist für die Beteiligten schlimm“, weiß Huber. Etwa 40 Prozent der Crashs verliefen aber relativ glimpflich. „Wir nehmen dennoch alles auf, auch den Parkplatz-Rempler“, betonte er. Dies sei eine Dienstleistung für Bürger und auch für Versicherungen. „Ein schwerer Unfall hat natürlich Vorrang“, sagt der Inspektionschef. Darum könne die Wartezeit bei einem kleineren Schaden mal 45 Minuten dauern. Dennoch rät Huber, auf die Polizei zu warten. Insbesondere dann, wenn ein parkendes Auto beschädigt wurde, dessen Fahrer nicht vor Ort ist. Sonst könne sich der Verursacher der Unfallflucht schuldig machen. „Ein Zettel mit Telefonnummer an der Windschutzscheibe reicht nicht.“
Trotz der gestiegenen Zahl der Unfälle wurden weniger Menschen verletzt. Die Zahl sank um 7,5 Prozent. Zu den Hauptunfallursachen zählen nach wie vor unangepasste Geschwindigkeit, Vorfahrtsfehler und Alkohol.
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Besonders deutlich ist 2019 der Anstieg der Unfälle, bei denen Alkohol im Spiel war - plus 10,6 Prozent. Wobei sich das unterschiedlich verteilt. Im Revier Fürstenwalde, zu dem das Amt Scharmützelsee und weite Teile von Odervorland gehören, stieg die Zahl um 57 Prozent. Im Revier Eisenhüttenstadt, inklusive Beeskow, gab es ein Plus von 18 Prozent. Im Bereich Erkner, zu dem Grünheide und Spreenhagen zählen, sank die Zahl. Woran das liegt, weiß die Polizei nicht. "Wir machen überall Kontrollen“, sagt Huber. An mangelnder Prävention könne es also nicht liegen. „Allerdings“, betont er, sind es auch nicht die Disko-Heimkehrer, die bei Kontrollen durch Promille auffallen. Auch wenn aus dem Autofenster Alkoholgeruch ströme, zeige der Test oft, dass der Fahrer nicht getrunken habe.
Junge starb in Eisenhüttenstadt
Bei den Unfällen mit Todesfolge findet sich in der Statistik kein einziger, bei dem Alkohol die Hauptursache ist. Die „schwarzen Monate“ liegen mit April bis Oktober in der warmen Jahreszeit. So starb auf der Friedersdorfer Straße in Neu Zittau am 27. Mai ein Mensch, weil die Pferde eines Fuhrwerks scheuten und sein Auto deshalb von der Straße abkam. In Berkenbrück kam im Juni eine Frau ums Leben, weil sie mit ihrem Pkw in den zehnten Wagen eines Güterzuges gefahren war.
Auch für Eisenhüttenstadt war 2019 ein trauriges Jahr. Denn am 31. Juli kam in der Oderlandstraße/Beeskower Straße ein zehn Jahre alter Junge ums Leben. Auf dem kombinierten Fuß- und Radweg fuhr er mit seinem Fahrrad bei grüner Ampel über die Beeskower Straße und wurde dabei von der Zugmaschine eines nach rechts abbiegenden Sattelschleppers, der ebenfalls Grün hatte, erfasst. Der Lkw-Fahrer hatte den Jungen im toten Winkel nicht gesehen. Der Vater fuhr mit seinem Fahrrad direkt dahinter und musste den furchtbaren Unfall mitansehen.
Statistik Polizeiinspektion Oder-Spree/FF(O)
RevierFürstenwalde Erkner Eisenhüttenstadt Frankfurt(O) Gesamt
Unfälle
Gesamt 2019 2014 1231 1801 1746 6792 2018 1995 1226 1719 1757 6697
Verletzte 2019 254191 187 170 802 2018 282 207 202 176 867
Tote2019 2 2 2 3 9 2018 3 0 4 0 7
Unfallursachen
Tempo 2019 86 47 57 33 223 2018 67 52 55 41 215
Vorfahrt 2019 124 95 91 95 405 2018 147 120 88 105 460
Alkohol 2019 36 19 20 29 104 2018 23 22 17 32 94
Radler 2019 57 28 33 21 139 2018 35 45 37 30 147
