Religion
: Ist Ordenstracht tragen Pflicht?

Schwester Rafaelis vom Orden „Unserer lieben Frau“ spricht über ihre Tracht und ihr Gelübde.
Von
Manja Wilde
Grünheide
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Schwester Rafaelis arbeitet im Christian-Schreiber-Haus in Grünheide.

Manja Wilde

Schwester Rafaelis, müssen Sie die Ordenstracht immer tragen?

Nein. Für unsere Ordensgemeinschaft ist im Generalkapitel in Rom beschlossen worden, dass Schwestern, die das möchten, auch in Zivil gehen können. Die Tracht sieht in verschiedenen Ländern unterschiedlich aus. In Indien ist es ein orangefarbener Sari.

Und wie sieht sie in Deutschland aus?

Unsere Tracht besteht aus einem grauen oder schwarzen Kleid sowie einem schwarzen Schleier. Nur die Novizen haben einen weißen Schleier. Das Noviziat ist die Vorbereitungszeit. Sie endet, wenn das Gelübde abgelegt ist.

Wie viele Mitglieder gehören zu Ihrem Orden?

Weltweit, wir sind auf allen Kontinenten vertreten, sind es etwa 2000 Schwestern. In Deutschland sind es 215 Schwestern.

Wann wurde der Orden gegründet und zu welchem Zweck?

Gegründet wurde er im Jahr 1850 in Coesfeld im Münsterland. Dort haben sich zwei Lehrerinnen zusammengetan, die armen Kindern Unterricht ermöglichen wollten. Der Orden steht unter dem Dach der katholischen Kirche.

Seit wann ist er in Grünheide vertreten?

Seit Juni 2018. Drei Schwestern arbeiten im Christian–Schreiber–Haus, das zum Erzbistum Berlin gehört. Ich bin dort für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Zudem entfallen 40 Prozent meiner Stelle auf die Sucht– und Drogenarbeit.

Dürfen Schwestern Ihres Ordens heiraten?

Nein. Wenn wir unser ewiges Gelübde ablegen, geloben wir damit Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam.