Restaurierung
: Frisches Holz für alte Balken im Jagdschloss

Die Restaurierungsarbeiten im Fürstenwalder Jagdschloss sind derzeit in vollem Gange. Zimmerer werkeln im Dachstuhl.
Von
Annemarie Diehr
Fürstenwalde
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  • Letzter Schnitt für Balken aus Kiefer: Zimmerer Andreas Friedrich sägt das Holz so zu, dass es sich in das vorhandene Gebälk im Dachstuhl des Jagdschlosses einfügt. Seit November sind Handwerker aus Thüringen vor Ort, um die Konstruktion zu sanieren.

    Letzter Schnitt für Balken aus Kiefer: Zimmerer Andreas Friedrich sägt das Holz so zu, dass es sich in das vorhandene Gebälk im Dachstuhl des Jagdschlosses einfügt. Seit November sind Handwerker aus Thüringen vor Ort, um die Konstruktion zu sanieren.

    Annemarie Diehr
  • Stein für Stein: Maurer Denny Ziol- kowski füllt Löcher in der Fassade.

    Stein für Stein: Maurer Denny Ziol- kowski füllt Löcher in der Fassade.

    Annemarie Diehr
  • Blick durch die Fensteröffnung: Die Decke, die beim Umbau des Schlosses zum zweistöckigen Speicher eingezogen wurde, wird erneuert.

    Blick durch die Fensteröffnung: Die Decke, die beim Umbau des Schlosses zum zweistöckigen Speicher eingezogen wurde, wird erneuert.

    Annemarie Diehr
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Der Krahn steht still. Erst wenn der Vorrat im Dachstuhl des Jagdschlosses schwindet, schweben neue Holzbalken von ihrem Lager auf dem Grundstück an der Spree ein. Fünf und sechs Meter lang sind die schweren Kiefenhölzer, die Gerd Behlert und seine Kollegen von der Denkmalbau GmbH Ettersburg aus Thüringen im Dachstuhl des mehr als 300 Jahre alten Gebäudes zu Deckenbalken zusammensetzen.

Zwei Drittel der Dachkonstruktion, das hat ein Holzschutzgutachten ergeben, muss erneuert werden. Zurzeit sind die Zimmerer im ersten Gebäudedrittel bis zum Vorsprung, dem sogenannten Mittelrisalit, zu Gange. Gerd Behlert passt mit einem Schonhammer Dachsparren in die noch vorhandenen Träger ein. Frische, helle Balken treffen auf dunkel verfärbte Hölzer aus vergangenen Jahrhunderten.

„Für jeden einzelnen Sparren wurde ermittelt, wie weit er zurückgeschnitten werden darf“, sagt Carsten Fettke, Fachgruppenleiter für Bau– und Liegenschaftsmanagement. „So viel wie möglich soll erhalten bleiben.“ Und wenn schon nicht erhalten, dann wenigstens im Sinne früherer Handwerkstechniken erneuert werden. Die Zimmerer arbeiten deshalb nicht mit Nägeln, sondern mit Holzschrauben, um die Balken miteinander zu verbinden; die Maurer verwenden Kalkmörtel, nicht solchen, der auch Zement enthält.

Denny Ziolkowski von der Firma Historische Fassaden aus Eisenhüttenstadt füllt mit einzelnen Ziegelsteinen kleine Löcher in der Fassade. „Die Stürze wurden schon gemacht, sie waren teilweise tief eingerissen“, sagt Fettke, während er auf das Mauerwerk über den gewölbten Fensteröffnungen deutet. Das Gesims müsse ebenfalls aufgemauert werden; Ende des Monats, Anfang März — wenn auch der erste Teil des Dachstuhls fertig sein soll — werde damit begonnen, erläutert Fettke.

Für die Herstellung der Wände im Erdgeschoss, die dann den Grundriss der künftigen Veranstaltungsräume bilden werden, solle im März der nächste Bauantrag eingereicht werden. „Er bezieht sich auch auf den Anbau“, erklärt Fettke. Weil der Platz im Schloss nicht ausreicht, sollen Küche und sanitäre Anlagen in einem zweigeschossigen Gebäudeanbau zur Seite des einstigen Proviantamts unterkommen.

8,2 Millionen Euro fließen in Sanierung, Umbau und Außenanlagen — wobei laut Planung 90 Prozent über Fördermittel gedeckt werden können. Obwohl die Sanierung wegen längerer Abstimmungen mit dem Investor, nach dessen Vorstellungen das Gebäude umgebaut wird, und der Denkmalschutzbestimmungen später starten konnten als geplant, werde es möglich sein, den Förderzeitraum einzuhalten. „Ziel ist es, 2021/22 fertig zu sein“, sagt Carsten Fettke. Mit dem Innenausbau solle mit Abschluss der Arbeiten an Dachstuhl und Fassade zum Jahreswechsel 2019/2020 begonnen werden.

Ob das Restaurant im Souterrain so wie geplant tatsächlich von der Investorengruppe rund um das Ehepaar Smura betrieben wird, ist indes offen. Einen Pachtvertrag mit der Eigentümerin des Schlosses, der Stadt, gibt es noch nicht. So oder so gehen die Zimmerer– und Maurerarbeiten am historischen Gebäude weiter. Am Donnerstag wurden auf dessen Rückseite zwei Lastenaufzüge errichtet: Sie bringen künftig neue Ziegelsteine zu ihrem Platz im alten Gemäuer.