Rückblick auf 2019
: Kulturfabrik-Chef: Es war ein normales gutes Jahr

Klaus-Peter Oehler, Geschäftsführer der Fürstenwalder Einrichtung, zieht ein Fazit des vergangenen Geschäftsjahres.
Von
Lisa Mahlke
Fürstenwalde
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Mehr Gäste: Im Museumsbereich der Kulturfabrik stiegen die Besucherzahler 2019 auf 10 500, so Geschäftsführer Klaus-Peter Oehler (r.). Am Sonntag wird die Ausstellung "schwinden und mehren" mit Werken zweier Rostocker Künstler in der Galerie Altes Rathaus eröffnet. Daniel Becker (l.) und Christian Köckeritz zeigen dann Aquarelle wie dieses von Björn Krause und Plastiken von Julia Kausch.

Lisa Mahlke

Die Kulturfabrik mit Museum, Kunstgalerie Altes Rathaus, Parkclub, Frauenladen, Kinderladen und Künstlerischen Werkstätten zählte insgesamt knapp 42 000 Besucher. „Es war ein gutes Jahr. Aber ein normales gutes Jahr“, so Oehler. Man habe das Ziel erreicht, Vielfalt anzubieten – ein einzelnes Highlight, das besonders herausstach, habe es nicht gegeben. Allerdings sei die neue Dauerausstellung im Museum zur Geschichte des Fürstenwalder Handwerks, eröffnet im September, etwas Besonderes gewesen.

In den vergangenen Jahren hatten die Einrichtungen der Kulturfabrik im Schnitt 40 000 Besucher. „Im sechsjährigen Rhythmus gibt es immer ein paar Höhen und Tiefen“, sagt Klaus-Peter Oehler. Gemeint ist zum Beispiel das 25. Jubiläum der Kulturfabrik 2017 oder die Mitorganisation des Stadtfestes im Jahr davor – in diesen Jahren steig die Besucherzahl auf gut 43 000 beziehungsweise fast 48 000 an.

Während 2019 einige Veranstaltungen in der Kulturfabrik 200 oder über 300 Zuschauer anzogen, kamen etwa zum Gastspiel des Berliner Theater im Palais lediglich 60. „Vor allem im Bereich Lesungen sind 40 bis 80 Gäste aber schon ordentlich“, erklärt Oehler. Dass eine Nischenveranstaltung deshalb aus dem Programm genommen wurde, sei in seinen 12 Jahren in der Kulturfabrik vielleicht ein Mal passiert. Man kann sich auch solche Veranstaltungen leisten. Denn durch die Möglichkeit der Förderung, unter anderem durch den Landkreis, stehe nicht so ein kommerzieller Druck wie in anderen Einrichtungen hinter der Kulturfabrik. Die letzten Abrechnungen laufen noch, aber Oehler geht davon aus, „dass wir im Rahmen der wirtschaftlichen Zielsetzung bleiben werden.“ 2018 hatte es einen Überschuss von gut 1200 Euro gegeben.

2019 stiegen die Besucherzahlen im Museumsbereich um fast 2000 auf 10 500. Mit der Anerkennung der Kunstgalerie Altes Rathaus als Kunstmuseum durch das Land Brandenburg seien neue Aufgaben dazugekommen, etwa Workshops für Schüler. Großes Interesse habe auch die neue Veranstaltungsreihe „Geschichte(n) aus der Kunst“ geweckt. In diesem Jahr sollen moderierte Künstlergespräche hinzukommen, die thematisch von ästhetischen Schaffensfragen bis zu Förderkonditionen reichen sollen.

Vernissage am Sonntag

Eine der Veranstaltungen, mit denen das Kulturfabrik-Jahr beginnt, ist die Eröffnung der Ausstellung „schwinden und mehren“ am Sonntag in der Kunstgalerie. „Es ist jedes Jahr spannend, Leute kennenzulernen, die mir bisher noch nicht begegnet sind“, sagt Oehler, der sich zur Vernissage angekündigt hat. „Beim Kunsttransport“, erzählt auch Galerie-Leiter Christian Köckeritz, „lernen wir das Atelier der Leute, die wir ausstellen, und ihr Umfeld kennen. Zur Vernissage kommen Freunde und Bekannte.“

So auch Sonntag. Es kommen nicht nur die beiden jungen Rostocker Künstler Björn Krause und Julia Kausch, deren Aquarelle und Plastiken bis 21. Februar zu sehen sind, sondern zum Beispiel auch Kauschs Partner Tobias Wolff, der die Vernissage musikalisch begleitet. Doch die Ausstellung dreht sich nicht nur um Menschen. "Bevölkerungswachstum und Artensterben“, nennt Köckeritz Stichworte. Zwei Gruppen, Mensch und Tier, werden – wertungsfrei – gegenübergestellt.

Ein Ausblick auf Kufa-Veranstaltungen 2020

Der Fürstenwalder Sänger Jan Preuß spielt mit exklusiver Band zum 70. Geburtstag von Rio Reiser:

Freitag, 19 Uhr, Einlass 18 Uhr "Lieder und Texte" von Hans-Eckard Wenzel im Trio gibt es am 18. Januar, 19 Uhr.

Die "3Highligen" Dirk Michaelis, André Herzberg und Dirk Zöllner sind am 23. Januar zu Gast, 19 Uhr.

Silvio Schneider war beim Rock-Pop-Preis 2018 "Bester Gitarrist" und kommt am 31. Januar, 19 Uhr.

Friedrich Stachat hat André Herzberg zu einer Musiklesung eingeladen. Der hat am 8. Februar sein Buch "Was aus uns geworden ist" dabei, 19 Uhr.

Für Freunde des Kabaretts stehen "Wir sind nicht alt! Aber sexxy!" (28. Februar, 19 Uhr) und "In Würde albern" (3. April, 19 Uhr) von den "Oderhähnen" an.

Die drei Frauen der Band "Elaiza" spielen am 14. März, 19 Uhr.

Entertainerin Lilo Wanders ist mit dem Programm "Lilo kommt" zu Gast, 26. März, 19 Uhr.

Von "Tolstois Bart und Tschechows Schuhen" liest Wladimir Kaminer am 10. Mai, 16 Uhr.