Ab sofort können Spenden für Flüchtlinge aus der Ukraine im Sportlerheim des SV Eintracht Reichenwalde abgegeben werden. Vereinsvorsitzender Michael Lampelt hat gemeinsam mit Christin Kromp die Initiative ins Leben gerufen. „Wir können nicht warten, wir müssen jetzt schnell und unkompliziert helfen“, sagt der 61-Jährige voller Überzeugung. Denn er glaubt nicht, dass der Krieg schnell enden werde.

Anstoß zur Spendensammelaktion gab eine Mutter

Den Anstoß hatte am Sonntagnachmittag Christin Kromp gegeben. Ihr sechsjähriger Sohn spielt bei den Reichenwalder Bambinis, die Lampelt trainiert. In der WhatsApp-Gruppe rief sie dazu auf, bei ihr Spenden abzugeben. „Eine Freundin aus Frankfurt (Oder) mit Kontakten nach Polen und in die Ukraine hatte mich angerufen und um Unterstützung gebeten“, erzählt die junge Frau. Eigentlich wollte sie nur ihren Pkw mit Spenden beladen und nach Frankfurt bringen, doch Lampelt informierte übers Handy alle Vereinsmitglieder.
Und schon am Montag wurden die ersten Spenden im Vereinsheim abgegeben. Nun bittet er um weitere Unterstützung, damit der Transport nach Slubice zum Ende der Woche sich auch lohnt. Nicht mehr gebraucht würden Anziehsachen, berichtet er. Man müsse sich nur einmal in die Situation einer Flüchtlingsfamilie mit Kindern oder gar Babys versetzen, dann wisse man, welche Dinge wichtig seien: Lebensmittel in Form von Fertigprodukten, Süßigkeiten und Energieriegel, Wasser in Plasteflaschen, Hygiene- und Drogerieartikel wie Duschbad, Haarwäsche, Taschentücher, Windeln, Cremes, aber auch Medikamente, wie zum Beispiel Schmerz- und Fiebertabletten und Erste-Hilfe-Artikel. Und vielleicht Kleinigkeiten zum Spielen für die Kinder. „Ebenso wichtig sind Batterien und Taschenlampen. Zum Aufladen der Handys könnten auch Powerbanks nützlich sein“, bittet Christin Kromp.

Geldspenden für die Tankrechnung der Fahrer erbeten

Auch Bargeld ist gewünscht. „Die Fahrer, die ja die Sachen transportieren, brauchen Geld zum Tanken. Es wird alles an die richtige Adresse kommen“, versichert Lampelt. Alle Spenden, die am Vereinshaus in Reichenwalde abgegeben werden (wenn keiner vor Ort ist, einfach auf der Terrasse abstellen) würden vor dem Abtransport kontrolliert, es werde nur das eingeladen, was tatsächlich gebraucht werde. „Seinen Kleiderschrank ausmisten sollte hier keiner“, bittet Lampelt. Beim Transport werde auch Michael Datschischin, der 2. Vereinsvorsitzende, helfen. Er ist gebürtiger Ukraine, aber seit vielen Jahren deutscher Staatsbürger und Unternehmer.

Sportverein Reichenwalde könnte 20 Flüchtlinge aufnehmen

Der Sportverein Eintracht ist auch bereit, Flüchtlinge aufzunehmen. „20 Personen können unkompliziert hier im Vereinshaus wohnen“, sagt Lampelt und verweist auf die 20 Betten im Keller, der für Trainingslager hergerichet ist, auf einen Aufenthaltsraum und sanitäre Anlagen. „Und ich bin sicher, wenn Flüchtlinge da sind, werden wir uns auch um sie kümmern. Es gibt ein großes Mitgefühl mit den Ukrainern.“
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