Schulneubau: Kurze Wege geben Ausschlag

Symbolfoto für Kommunalpolitik
pixabayDer Grünheider Sozialausschuss hat sich mehrheitlich für die Schulbauvariante mit zwei Gebäuden ausgesprochen. Dabei sollen die Unterrichtsräume am Ostgiebel des jetzigen Neubaus platziert werden und eine Mensa als separates Gebäude nördlich des Altbaus.
Der Ausschuss für Soziales, Jugend, Kultur und Senioren hat sich auf seiner Sitzung am Montagabend in Kienbaum mit dem Standortentwicklungskonzept für die Grundschulerweiterung auf dem Löcknitzcampus befasst – und zwar weniger unter dem baulichen unter dem pädagogischen Aspekt. Amtsleiter Bernd Schlüter hatte in seiner Präsentation die zur Auswahl stehenden drei Varianten mit ihren Vor- und Nachteilen dargestellt. Zuvor hatte er noch einmal darauf hingewiesen, dass es für die Planer, die das Konzept erarbeitet haben, keine Vorgaben zu den Baufeldern gab, ein externer, unvoreingenommener Blick gewünscht war. Und er betonte, dass nun, in der Phase der Entscheidung, zwei Prämissen bedacht werden sollten: „Die Lehrer wünschen sich bessere Bedingungen für die Flex-Arbeit, Erzieher und Eltern möchten den Hort im Erdgeschoss.“ Diese Interessen bat Schlüter zu berücksichtigen, ebenso wie den Wunsch von Lehrern und Erzieher ein enger verzahntes Zusammenspiel von Schule und Hort räumlich zu ermöglichen.
Variante D sieht einen kompakten Baukörper mit vier Geschossen an der Nordseite des Altbaus vor, der sowohl Klassenräume als auch Mensa beherbergt. Dies ist nach Einschätzung der Planer kostengünstig und wenig störend für den Schulbetrieb. Als schwerwiegender Nachteil wird ins Feld geführt, dass die Wege zwischen den Unterrichtsräumen im derzeitigen und dem künftigen Neubau sehr weit sind. Zudem müsste der Hort im Obergeschoss bleiben. Diese beiden Argumente waren für die Ablehnung im Ausschuss ausschlaggebend.
Variante E setzt auf einen Dreigeschosser an der Nordseite des Altbaus mit den Klassenräumen und eine separate Mensa östlich des Neubaus. Auch hier entstünden besagte lange Wege zwischen beiden Unterrichts-Gebäuden. Außerdem wäre der Standort für den Mehrzweckraum, der außerschulisch Verwendung finden soll, für Externe ungünstig zu erreichen.
Aus Sicht des Ausschusses entspricht Variante F am ehesten den Erfordernissen. Der Anbau an den Neubau ermöglicht kurze Wege zwischen den Klassen. Und die Mensa als Flachbau nahe der Begegnungsstätte und den Turnhallen wird als günstige Platzierung mit Blick auf die separate Nutzung angesehen.
Ein Nachteil, auf den bei jeder der Varianten hingewiesen wurde, ist der Umstand, dass sowohl die Fahrradabstellplätze wegfallen würden als auch das Schildkrötengehege umziehen müsste. In der Einwohnerfragestunde hatte der Vorsitzende des Freundeskreises Wappentier Grünheide, der sich um das Biotop kümmert, an das Gremium appelliert genau zu prüfen, ob der Umzug tatsächlich unausweichlich ist. Schließlich stecke nicht nur viel Geld, sondern sehr viel ehrenamtliche Arbeit in der Anlage. Und die, die das Gehege in den zurückliegenden 15 Jahren aufgebaut und am Leben erhalten haben, seien in einem Alter, dass sie dies nicht noch einmal leisten können. Bernd Schlüter versicherte, dass nach einem neuen Standort gesucht werde – nicht nur mit Blick auf den Campus.
Ebenfalls in der Einwohnerfragestunde hatte sich Thomas Wötzel (FDP) zur Schulerweiterung geäußert. Der Grünheider schlug vor zu prüfen, ob sich mit Blick auf die Bevölkerungsentwicklung ein zweiter Standort, etwa in Kagel, eignen würde. Bernd Schlüter merkte dazu an, dass eine staatliche Schule nur dann genehmigt werden würde, wenn sie zweizügig angelegt sei. „Das können wir nicht auf Dauer garantieren.“