Sport in Fürstenwalde: Drachenboot-Sportler trainieren im Freizeitbad

Wintertraining der Drachenbootsportler: Die Männer und Frauen der Pneumant Dragon trainieren in einem Wasserbecken vom Freizeitbad Schwapp. Rhythmisch tauchen die Paddel ins Wasser und erzeugen beeindruckende Wellen im Schwimmbecken.
Patrick Pleul/dpa- Wintertraining der Drachenbootsportler im Freizeitbad Schwapp in Fürstenwalde.
- Pneumant Dragon Team bereitet sich auf den Indoor-Cup am 25. Januar vor.
- Pandemie hat die Drachenboot-Teams stark beeinträchtigt.
- Fürstenwalde gilt als wichtiger Standort mit weltweiten Erfolgen.
- Drachenbootfahren ist ein Teamsport für alle Altersgruppen und erfreut sich wachsender Beliebtheit.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Rhythmisch stechen die Paddel ins Wasser und erzeugen beeindruckende Wellen im Schwimmbecken: Wintertraining für die Drachenbootsportler des Teams „Pneumant Dragon“ aus Fürstenwalde. Acht Frauen und Männer paddeln im Einklang. Sie bewegen das Wasser mit solch einer Kraft, dass sich die Ersten schon nach wenigen Minuten mit Handtüchern den Schweiß von der Stirn wischen. Das Boot ist an einer Metallstange und einem Seil befestigt und bewegt sich deshalb nicht vorwärts.
Am 25. Januar wollen sich die Pneumant Dragons mit anderen Mannschaften messen. Dann ist erstmals nach Jahren coronabedingter Pause wieder ein Indoor-Cup in Fürstenwalde geplant, der 14. dieser Art. „Wir hoffen, dass sich genügend Teams anmelden“, sagt Karsten Hasemann. Denn wegen der langen Pause hätte so manche Mannschaft den Fürstenwalder Cup schon gar nicht mehr auf dem Zettel, fürchtet er.
So geht's: „Wie Tauziehen, nur umgekehrt“
Beim Wettkampf werden sich laut Hasemann Paddler von zwei gegnerischen Teams in einem Boot gegenübersitzen. Dann geht es darum, so kräftig und schnell zu sein, dass die Bootshälfte der jeweils anderen Mannschaft verdrängt wird. „Es wie Tauziehen, nur umgekehrt“, sagt der 53-Jährige ehemalige Kanurennsportler, der 2001 das Team Pneumant Dragon als eine Sparte des Vereins BSG Pneumant mitgegründet hat.

Acht Frauen und Männer paddeln im Einklang in einem Boot, das an einer Metallstange und einem Seil befestigt ist und nicht von der Stelle kommt.
Patrick Pleul/dpaDie Stadt an der Spree gilt als einer der wichtigsten Drachenbootsport-Standorte in Brandenburg. „Es gibt etwa zwölf Mannschaften“, erzählt Karsten Hasemann in einer Trainingspause. Vor der Pandemie seien es noch deutlich mehr gewesen. „Bundesweit, wenn nicht weltweit, hatten alle Vereine und Teams unter Corona zu leiden“, berichtet auch Carsten F. Bacher, Drachenboot-Experte beim Deutschen Kanu-Verband. „Nach der Pandemie mussten Teams sich neu aufbauen und strukturieren“.
Fürstenwalder gehören zu den Weltbesten
Deutschlandweit seien derzeit mehr als 170 Teams aktiv. Auch aus seiner Sicht ist Fürstenwalde ein markanter Standort. „Sportler der Spreecoyoten paddeln sogar in der Nationalmannschaft mit“, so Bacher. Erst im Oktober waren rund 30 Spreecoyoten in China, dem Mutterland des Drachenbootsports, zum Welt-Cup und brachten mehrere Medaillen mit nach Hause. Die Spreecoyoten sind ebenfalls ein Team des Vereins BSG Pneumant.
Gepaddelt wird auf verschiedenen Distanzen, von Kurz- bis Langstrecke. Klassischerweise gibt ein Trommler dröhnend den Takt für die Fahrer in den 12,50 Meter langen Booten mit Drachenkopf an.
Neben leistungsorientierten Mannschaften sind auch Paddler aktiv, bei denen der Spaß im Vordergrund steht - sogenannte Fun-Teams. Für sie findet ebenfalls am 25.1. ein Wettbewerb statt, der Drachenboot-Indoor-Fun-Cup 2025 im Berliner Europasportpark an der Landsberger Allee. „Eigentlich hat der Drachenbootsport in Deutschland als Spaß begonnen, der Leistungsgedanke hat sich erst im Laufe der Zeit durchgesetzt“, erzählt der Fürstenwalder Ulf Andres.

Die Sportlerinnen und Sportler bewegen das Wasser mit solch einer Kraft, dass sich die Ersten schon nach wenigen Minuten mit Handtüchern den Schweiß von der Stirn wischen.
Patrick Pleul/dpaEr ist ebenfalls Mitbegründer des Teams Pneumant Dragon, heute aber nur noch mit einem Training pro Woche in der „Pneumant-Freizeitbrigade“ aktiv. In China hat das Drachenbootfahren laut Kanu-Verband eine mehr als 2000 Jahre alte Tradition.
Unkomplizierter Teamsport für alle Altersgruppen
Was alle eint, ist die Begeisterung für den Teamsport: „Leute aus allen Altersgruppen können ohne viel Aufwand gemeinsam trainieren“, sagt Karsten Hasemann. Die Herausforderung sei, eine Mannschaft zu formen und 20 Leute unter einen Hut zu bekommen. Üblicherweise sitzen so viele Personen in einem Boot und müssen gemeinsam eine andauernde hohe Schlagkraft erzeugen.
Bei den Pneumant Dragon trainieren Paddler im Alter von 26 bis 67 Jahren zweimal die Woche in ihrer Freizeit. Im „echten“ Leben sind sie Lehrer, Bauarbeiter, Futtermittelhersteller oder auch Finanzamts- und Sparkassenmitarbeiter. „Es ist wie eine zweite Familie und viele Freundschaften sind entstanden“, erzählt Isabel Schwarz, die 2009 in einer Spaßgruppe anfing und inzwischen auf Leistung bei den Dragons trainiert. „Man kann sich richtig auspowern“, schwärmt die 29-Jährige.
400 Kraftschläge pro Training
Das Training dauert nur etwa 45 Minuten, hat es aber in sich. Kraft- und Erholungsphasen wechseln sich ab. Etwa 400 Kraftschläge absolvieren die Sportler pro Training, angeleitet von Karsten Hasemann. Die Folgen des Trainings sind deutlich sichtbar: Viele Paddler haben sehr kräftige Oberarme und -körper. Am Ende tragen sie das Boot aus dem Wasser und dehnen ihre beanspruchten Muskeln.

